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Fiat-Chef Umberto Agnelli gestorben

Foto: dpa

Update ++ Der Präsident des italienischen Fiat-Konzerns, Umberto Agnelli, ist tot. Der 69-Jährige erlag am späten Donnerstagabend (28.5.) in seinem Haus in Turin einem Krebsleiden.

28.05.2004

Dies teilte das Turiner Traditionsunternehmen am Freitag mit. Er hatte erst Anfang vergangenen Jahres nach dem Tod seines Bruders Giovanni die Führung des maroden Auto-Unternehmens übernommen.

In den vergangenen Wochen hatten sich in Italien die Gerüchte über den angeschlagenen Gesundheitszustand Agnellis gehäuft, nachdem er am 11. Mai erstmals nicht persönlich an der Fiat-Aktionärsversammlung teilgenommen hatte. Sein letzter öffentlicher Auftritt war Ende April.

Erbe wird die Fiat-Leitung zunächst nicht übernehmen

Nach dem Tod seines Bruders hatte der "Dottore" - wie die Italiener den stillen, schüchternen Juristen nannten - maßgeblich an der Ausarbeitung eines Sanierungsplans für das in die Krise geratene Unternehmen mitgewirkt. Nachdem er internationale Spitzenmanager wie Giuseppe Morchio als neuen Vorstandschef und Herbert Demel als Chef der Fiat-Autosparte in die Gruppe geholt hatte, konzentrierte er die Geschäfte des Konzerns erstmals wieder auf das Kerngeschäft mit Autos. Unter seiner Präsidentschaft schaffte es das neue Team, die prekäre Finanzlage des Konzerns im vergangenen Jahr deutlich zu verbessern.

"Wir haben in diesen 15 Monaten hart gearbeitet und von Anfang an haben mich Agnellis tiefe Liebe für Fiat, sein Pflichtgefühl und sein Verantwortungsbewusstsein stark beeindruckt", sagte Morchio in einer ersten Reaktion. Der Turiner Bürgermeister Sergio Chiamparini erklärte: «Umberto Agnelli hat es verstanden, in einem der schwersten Momente für das Unternehmen wichtige Entscheidungen zu treffen, die vielleicht den Höhepunkt seiner unternehmerischen Aktivitäten darstellen.» Umberto war der letzte männliche Träger des Namens Agnelli.

Das Erbe der Familiendynastie liegt jetzt in den Händen von John Philip Elkann (28), dem Sohn von Giovanni Agnellis Tochter Margherita. Sein Großvater hatte ihn schon 1998 in den Aufsichtsrat berufen, um ihn auf seine zukünftige Aufgabe vorzubereiten. Wegen seines jungen Alters wird es bei Fiat in den kommenden Jahren aber voraussichtlich einen Übergangs-Chef geben, der nicht aus der Familie Agnelli stammt.

Der Sarg Agnellis soll am Samstag im historischen Fiat-Sitz in Turin aufgebahrt werden. Voraussichtlich am Sonntag werde die Beerdigung des Industriellen im engsten Familienkreis stattfinden, hieß es. Er wird in der Familiengruft in Villar Perosa bei Turin beigesetzt.

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