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Fiat

Demel muss gehen

Foto: dpa

Nach nur 15 Monaten Amtszeit verlässt Herbert Demel überraschend den Fiat-Konzern. Grund war ein Streit mit dem Chef der Fiat-Holding Sergio Marchionne. Der Ex-Audi-Chef verlasse mit sofortiger Wirkung das Unternehmen, teilte der Fiat-Konzern am Donnerstagabend (17.2.) in Turin mit.

17.02.2005

Der einstige VW-Manager Demel wollte Fiat dauerhaft sanieren und setzte sich deshalb für ausreichende Investitionen in den nächsten beiden Jahren ein, mit denen die Modellpalette erneuert werden sollte. Marchionne, der die Führung von Fiat Auto vorerst selbst übernimmt, dagegen will bei der Autosparte schon im nächsten Jahr Gewinne vorzeigen und die Investitionen deshalb eher begrenzen. Weil der anerkannte Autoexperte Demel sich in seiner Position nicht durchsetzen konnte, gibt er den Job jetzt auf. Sein Ausstieg verstärkt Spekulationen, nach denen die Fiat-Holding bei ihrer Auto-Sparte schnell Gewinne vorzeigen will, um sie anschließend verkaufen zu können.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Fiat mit dem US-Konzern General Motors nach einem mehrmonatigen Nervenkrieg über die von Fiat gehaltene Put-Option außergerichtlich geeinigt. General Motors wird 1,55 Milliarden Euro bezahlen, um Fiat Auto nicht ganz übernehmen zu müssen.

Obwohl beide Seiten die weitere Zusammenarbeit bei den existierenden Plattformen vereinbart haben, will Fiat-Präsident Luca di Montezemolo sich nach neuen Partnern umsehen. "Wir müssen auch neue Kooperationen finden", sagte Montezemolo. Die bestehenden Verbindungen zu PSA Peugeot-Citroën durch ein Gemeinschaftuntenehmen für Nutzfahrzeuge (Ducato) und beim Bau der Modelle Ulysee von Fiat und Phedra (Lancia) seien ein hervorragendes Beispiel für eine geglückte Partnerschaft. Trotz des Geldsegens aus Detroit bleibt die Finanzlage Fiats gespannt. "Mit dem Deal hat Fiat sich Zeit erkauft, aber es muss sich noch Fundamentales tun, bevor die Auto-Sparte wieder rentabel wird", sagt ein Analyst.

Doch der Weggang von Demel könnte nicht der letzte Personalcoup bei Fiat sein. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" steht auch der neue Maserati-Chef Martin Leach vor dem Absprung.

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