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Fiat-Händlerverbandspräsident Bonten

"Nicht die Ressourcen zerstreuen"

Foto: H�ndlerverband 33 Bilder

Der deutsche Fiat-Händlerverbandschef Friedrich-Karl Bonten spricht mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über die aktuelle Wachstumssstrategie von Konzernchef Sergio Marchionne.

16.07.2009 Harald Hamprecht

Herr Bonten, Fiat-Chef Marchionne ist mit 20 Prozent bei Chrysler eingestiegen. Was halten Sie davon?
Bonten: Grundsätzlich hat Marchionne den richtigen Gedanken, den Konzern zu globalisieren und zu vergrößern. Allerdings haben in der Vergangenheit viele andere Branchengrößen diese Strategie verfolgt und sind kläglich gescheitert. Außerdem haben wir im Händlerverband den Eindruck, dass das eine oder andere Vorhaben ein Schnellschuss war und dass der Konzern zudem sorgsam auf  die Kapitalkraft des Konzerns achten sollte.

Sie meinen die aktuelle Verschuldung von 6,6 Milliarden Euro... Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund den Wiedereintrittsversuch in den amerikanischen Markt und das neue Joint-Venture mit Guangzhou in China?
Bonten: Wir haben inzwischen ein tolles Programm an Kleinwagen, die sicher auch in Nordamerika und in Asien Zuspruch finden. Marchionne braucht aber Vertriebsnetze. Wenn das mit Chrysler in den USA klappt, wird das ein Coup. Wenn Chrysler-Händler in Europa im Gegenzug Fiat-Modelle verkaufen sollen und umgekehrt, wird das eine finanzielle Belastung für den Handel, die nicht zu stemmen ist. Denn die Investitionen können sich bei zu kleinen Stückzahlen niemals rechnen. Marchionne scheint so langsam auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen. Das geht selten gut.

Was würden Sie lieber sehen?
Bonten: Wir würden uns sehr über Investitionen ins Fiat-Produktportfolio freuen.
 
Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf?

Bonten: Im Segment der Sportwagen, Cabrios, Geländewagen und Mittelklasse-Modelle sind wir ziemlich nackt. Ganze Kundengruppen -  wie Anwälte, Ärzte, höhere Angestellte und Beamte - sprechen wir damit in vielen Segmenten gar nicht an. Wir fragen uns zudem, ob es nicht sinnvoller wäre, die Premiummarke Lancia und unsere Sportwagen-Sparte Alfa Romeo zu stärken, statt weiterer Kinder in die Familie aufzunehmen und die Ressourcen zu zerstreuen.

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