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Fiat-Neuheiten bis 2008

Drei-Sprung

Foto: Mark Stehrenberger 11 Bilder

Mit einer Modelloffensive, die in den nächsten drei Jahren 20 Neuheiten und 15 Facelifts im Programm von Alfa Romeo, Fiat und Lancia hervorbringen soll, will der italienische Auto-Konzern endlich wieder einen Satz nach vorne machen.

21.09.2005

Fiat und seine Marken sind ein Mikro-Kosmos im italienischen Staat. In ihnen spiegeln sich Glanz und Elend Italiens: Regelmäßig für Bankrott erklärt und totgesagt, aber allen Unkenrufen zum Trotz immer noch quicklebendig und die schönsten Blüten treibend.

Zurzeit scheint es mit der Autosparte des Fiat-Konzerns sogar wieder ein wenig aufwärts zu gehen. Konzernchef Sergio Marchionne machte im August anlässlich einer Analystenkonferenz jedenfalls in Optimismus, verkündete Investititionen in Höhe von knapp zehn Milliarden Euro für 20 neue Modelle und 15 Facelifts bis Ende 2008.

Im Mittelpunkt der Modell-Offensive der Stamm-Marke Fiat, die bereits dieses Jahr mit dem Debüt des Croma und des Grande Punto eingeleitet wurde, steht ein allradgetriebenes Crossover-Modell, das im März 2006 in den Handel kommt. Es trägt den Namen Sedici - italienisch 16 als Ergebnis von 4x4 – und wird im November 2005 auf dem Autosalon von Bologna Premiere feiern. Zuvor sollen 150 Exemplare des Sedici an die Mitglieder des olympischen Kommittees gehen. Denn im Februar 2006 finden in der Fiat-Kapitale Turin die olympischen Winterspiele statt, wo der Sedici werbewirksam im Shuttle-Dienst eingesetzt werden soll.

Suzuki als Ideenspender für Fiat- und Lancia-SUV

Ein bisschen Etikettenschwindel ist freilich dabei, denn im Grunde ist der 4,10 Meter lange (Radstand 2.500 Millimeter) Fiat-SUV ein waschechter Suzuki. Die Japaner haben dieses Auto auf einer verlängerten Swift-Plattform entwickelt und bauen es in ihrem ungarischen Werk Esztergom. Von den jährlich 90.000 Einheiten sollen 15.000 bis 20.000 an Fiat gehen. Suzuki nennt den 1,60 Meter hohen Fünfsitzer (300 Liter Gepäckraum in Normalstellung der umklappbaren Rücksitze) intern New B, der offizielle Modellname wird vermutlich Aerio lauten.

Der Vertrag zwischen Suzuki und Fiat läuft mindestens bis 2015, er schließt auch die Entwicklung und Produktion eines Nachfolgemodells ein. Der Benzinmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 107 PS stammt von Suzuki, Fiat steuert den 1,9-Liter-Turbodiesel mit 120 PS bei. Ende 2006 soll von diesem Kompakt-SUV eine Lancia-Variante folgen.

Parallel zum 4x4-Lancia bringt Fiat den Nachfolger des Stilo, auf dessen weiterentwickelter Plattform ab Ende 2007 auch der Nachfahre des Alfa 147 sowie die Nachfolge der Lancia-Modelle Delta und Libra basieren wird. Die nächste Stilo-Generation wird wieder als coupéhafter Zweitürer und raumorientierter Viertürer angeboten; mit der Entwicklung wurde Magna-Steyr in Österreich betraut.

2007 ist aber auch ein großes Jahr für Fiat-Kleinwagen. Denn da gehen gleich vier Neuheiten in Produktion: nicht nur die facegelifteten Versionen von Panda und Idea, sondern auch ein gemeinsam mit Ford (Ka-Nachfolger) entwickelter und in Polen produzierter Microcar als 500-Nachfolger auf verkürzter Panda-Plattform sowie eine in der Türkei produzierte kompakte Stufenheck-Limousine (Code D 200) als Speerspitze gegen den Dacia Logan im Segment der Billig-Autos. Der vom Grande Punto abgeleitete, 4,40 Meter lange D 200, soll vornehmlich in Osteuropa verkauft werden – die Produktionskapazität in Bursa beträgt ohnehin nur 60.000 Einheiten jährlich. Als noch günstigeres Modell wird Fiat den alten Punto in zwei Basisvarianten als Benziner und Diesel etwa eineinhalb Jahre parallel zum Grande Punto weiter anbieten.

2007 führt Fiat auch neue Benzin- und Dieselmotoren ein. Ein 1,4-Liter-Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung soll nach und nach die Saugmotoren mit 1,6- und 1,8 Liter Hubraum ersetzen. Gleichzeitig kommt ein 1,6-Liter-16V-Common-Rail-Turbodiesel , der die 100- und 120-PS-Versionen des 1.9 JTD sukzessive ablösen soll.

2008 steht die Neuauflage des Großraum-Vans Ulysse auf dem Programm - zudem ist das erste Facelift beim Croma und Grande Punto zu erwarten.

Lancia Fulvia Coupé auf Fiat Grande Punto-Basis

Haupt-Attraktionen bei Lancia sind in den nächsten Jahren neben dem SUV-Derivat des Suzuki Aerio/Fiat Sedici (Ende 2006, parallel zum Ypsilon Facelift) ein neues Kompatklassemodell auf Stilo-Basis, das den Spagat schaffen soll, gleich zwei Baureihen - Delta und Lybra – zu ersetzen. Debüt ist 2007, wo auch ein bildschönes Fulvia Coupé debütieren soll - allerdings nicht wie vor zwei Jahren als Studie auf der IAA gezeigt auf Barchetta-Basis, sondern vom Grande Punto abgeleitet.

Alfa Romeo geht schon früher in die vollen und stellt den Brera Spider im November auf der Bologna Motor Show vor. Auf den Markt kommt der offene Zweisitzer, der erstmals auch mit Turbodieselmotor (2.4 JTD) angeboten werden soll, aber erst 2006 - genauso wie die Sportwagon genannte Kombi-Version des 159. Im selben Jahr ist auch das Facelift für den Alfa GT fällig.

2007 folgt die Neuauflage des 147, die dann auf der Stilo-Plattform basieren wird. Und für 2008 ist als vorläufiges Topmodelle der Nachfolger des 166 angekündigt. Von einem SUV auf Maserati-Basis (Kamal-Studie) allerdings ist im Mittelfrist-Plan von Alfa indes keine Rede - wahrscheinlich wird er erst 2009 ein Thema, falls die anderen Modelle bis dahin genügend Geld eingespielt haben.

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