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Fiat Panda 4x4 Expedition

Kletterbär im Land der Vulkane

Fiat Panda 4x4 Island-Expedition Foto: Team Lapp 29 Bilder

Island ist eines der anspruchsvollsten Offroad-Reviere Europas. Abenteurer Volker Lapp und sein Drei-Mann-Team wagten sich mit zwei Fiat Panda 4x4, dem kleinsten serienmäßigen Allradler Europas, ins Hochland der Insel.

09.02.2015 Powered by

Zum Aufwärmen gleich mal was Anspruchsvolles. Die West-Route zum Vulkan Askja startet am Myvatn, zu Deutsch Mückensee. „Der See hat seinen Namen zu Recht“, muss Lapp erkennen. „Es gibt unzählige winzig kleiner Mücken. Die gute Nachricht: Sie stechen nicht.“ Vom südlichen Ende des Sees führt eine namenlose Piste zum Vulkan. Ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Sudurarbottnar“ markiert den Abzweig von der asphaltierten Straße. Die Piste ist auf den ersten Kilometern noch einfach. Im hohen Gras rechts und links der Spur weiden Schafe, die den Besuchern aus Deutschland erstaunt hinterher schauen.

Pandas in der Bimsstein-Wüse

Die Fiat Panda kämpfen sich durch eine hügelige, praktisch pflanzenlose Bimsstein-Wüste und über kleine, fast schwarze Dünen aus Lavasand. Auch kleinere Wasserdurchfahrten und knöcheltiefe Schlammabschnitte fordern jetzt den Vierradantrieb immer häufiger. Ein großer Steinmann weist den Weg. Die aufeinander getürmten Steine sollen Reisende außerdem vor den notorisch übel gelaunten Trollen beschützen.

Im Nationalpark Vatnajökull wird die Piste richtig anspruchsvoll. Ein Lavafeld geht in das nächste über. Alle 50 bis 100 Meter in den Fels gerammte Holzpfosten markieren die Piste, die auf dem steinharten Untergrund sonst kaum zu identifizieren wäre. Das bedeutet höchste Konzentration und Schwerstarbeit am Lenkrad. Volker Lapp, sein Sohn Björn und Kumpel Holger Kauer wechseln sich nun regelmäßig am Steuer der beiden Fiat Panda ab. „An einer Stelle haben wir für 20 Kilometer knapp drei Stunden benötigt“, erzählt Lapp.

Der erste Versuch scheitert

Nach ein paar Kilometern endet die Lava ebenso abrupt, wie sie aufgetaucht war. Bis zum Horizont liegen scheinbar wahllos auf dem Lavasand verteilte Gesteinsbrocken dicht an dicht. Mit manchmal mehr als 30 Zentimetern Durchmesser ist ein Überfahren der Steine keine Option. Nach wenigen hundert Metern stecken die Fiat Panda in einer Sackgasse fest. Beinahe schon in Sichtweite des Vulkans muss das Team aufgeben und zum Mückensee umkehren. Zum Glück findet sich an einem Bach wenigstens ein windgeschütztes Plätzchen, um das Lager für die Nacht aufzubauen.

Am übernächsten Morgen der zweite Versuch, dieses Mal über die Piste F88. Ein handgeschriebenes Schild warnt davor, dass die Piste für „kleine Geländewagen“ untauglich ist. Dabei fängt die F88 harmlos an. Die beiden Fiat Panda erreichen die Furt Grafarlandaa. Vorsorgliche Messungen ergeben eine Wassertiefe von 70 Zentimetern. „Das wird eng“, ist sich Volker Lapp bewusst. Zwar saugt der Turbodieselmotor seine Atemluft über einen Schnorchel in Dachhöhe an. Mit einer Plane kann außerdem der Kühlergrill abgedeckt werden, um den Druck des von vorne eindringenden Wassers zu begrenzen. Doch ab einer bestimmten Wassertiefe fängt auch der voll beladene Fiat Panda zu schwimmen an. Und dann wird es gefährlich für die Besatzung.

Am Seil durch die Strömung

Für genau diesen Fall haben die Abenteurer aus dem hessischen Wächtersbach zwei 70 Meter lange Seile dabei. Während Lapp mit dem einen Auto vorsichtig in die Fluten eintaucht, sichert das zweite mittels des Seils am Ufer. Die Strategie funktioniert, sogar 70 Zentimeter Wassertiefe sind mit dem Fiat Panda machbar. Allerdings haben die nicht zusätzlich abgedichteten Türen ein paar Liter Wasser in den Innenraum gelassen. Für genau diesen Fall hat Lapp die Elektrik im Innenraum höher gelegt und außerdem herausnehmbare Stopfen im Fahrzeugboden vorgesehen. Nach ein paar Minuten ist das Wasser abgelaufen.

Nach exakt 100 Kilometern Piste ist das Basiscamp am Fuße des Vulkans Askja erreicht. Inmitten der ausgewachsenen Geländewagen wirken die kleinen Fiat Panda beinahe skurril. Im extra mitgebrachten Tipi, das als Koch- und Aufenthaltszelt dient, wird Kriegsrat gehalten. Der ursprüngliche Plan, der F910 weiter Richtung Westen zu folgen, muss geändert werden. Diese Gegend ist von den Behörden wegen Hochwasser gesperrt worden.

Die beiden Fiat Panda machen sich deswegen auf den Weg Richtung Osten. Wieder sorgen Wasserdurchfahrten für Kopfzerbrechen. Bäche und Flüsse führen ungewöhnlich viel Wasser. Anzeichen entweder eines bevorstehenden Vulkanausbruchs oder eines Erdbebens, sagen die Einheimischen. „Wenn bei einem höher gelegten Geländewagen das Wasser nur bis zum Seitenschweller reicht, ist die Furt mit dem Fiat Panda problemlos fahrbar“, beschreibt Lapp. Dies gilt allerdings nicht für die Fahrzeuge der Rettungswacht mit ihren Ballon-Reifen. Bei denen liegen die Seitenschweller meist in mehr als einem Meter Höhe.

An der Südküste Islands kommt das Team zügig voran. Als nächstes steht die F26 auf dem Programm. Die auch als Sprengisandur bekannte Piste führt von Süden nach Norden quer durch das zentrale Hochland von Island. Sie verläuft streckenweise in fast 1.000 Meter Höhe und darf nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Durch eine atemberaubende Landschaft nähert sich das Team dem Mittelpunkt der Insel. „An manchen Stellen hat man das Gefühl, man fährt über den Mond“, beschreibt Lapp. Die Piste ist anspruchsvoll, aber die beiden Fiat Panda schlagen sich tapfer. Sogar den berüchtigten Gletscherfluss Tungnaá bewältigen sie ohne Probleme. Lediglich die Sicherung mit Hilfe von langen Seilen kommt wieder zum Einsatz.

Bei Windstärke zehn im Zelt

Nach einem weiteren Zwischenstopp in Reykjahlid zeigen die Motorhauben wieder Richtung Norden. Zunächst auf der 87, dann auf einer namenlosen Piste durchfahren die beiden Fiat Panda die Holasandur, wörtlich die „sandigen Hügel“, und umrunden anschließend die Halbinsel Tjörnes. Von hier aus Richtung Norden kommt vor der Arktis nicht mehr viel. Entsprechend rau ist das Wetter. Bei Windstärke zehn im Zelt zu übernachten, ist kein Spaß. „Wir haben nur das große Tipi aufgebaut und es mit vielleicht einer Tonne Steine gesichert“, erzählt Lapp.

Kurz hinter Vopnafjödur biegen die beiden Fiat Panda auf die Piste 917 ab und folgen der Küste Richtung Osten. Nach einigen Kilometern windet sich die Schotterstraße in Serpentinen den höchsten Pass Islands hinauf, den Hellisheidi. Aus knapp 700 Metern Höhe genießen die Abenteurer bei ausnahmsweise fantastischer Fernsicht den Blick auf Küstenebene und Atlantik.

Auf der anderen Seite des Hellisheidi trifft die 917 den Jökulsa, den zweitlängsten Fluss Islands. Bis zur Ringstraße sind es noch rund 50 Kilometer. Der Fährhafen Seidysfjödur ist auch nicht mehr weit, von dem aus es zurück nach Dänemark und auf der Straße nach Deutschland geht. „Asphalt unter den Rädern“, erinnert sich Volker Lapp, „fühlt sich nach hunderten von Kilometern Schotterpiste ganz schön komisch an.“

Autor: Christian Schön

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