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Fiat-Chrysler-Allianz

Fiat prüft Synergien mit Chrysler im Vertriebsnetz

Chrysler Fiat  Logo Foto: dpa 34 Bilder

Fiat will nicht nur in Nordamerika auf das Chrysler-Vertriebsnetz zurückgreifen, sondern auch in Deutschland und Westeuropa Synergien in den Handelsnetzen der Markengruppen ziehen. Das erfuhr auto motor und sport aus Führungskreisen beider Hersteller.

15.07.2009 Harald Hamprecht

Zudem werde die US-Markengruppe, zu der neben Chrysler auch Dodge und Jeep gehören, auf der Automobilausstellung IAA im September in Frankfurt erstmals unter einem Dach mit der Fiat, Lancia und Alfa Romeo ausgestellt.

Händler sehen hohe finanzielle Belastungen kommen

Bedenken ernten die neuen Vertriebspläne seitens des deutschen Fiat-Händlerverbands. "(Fiat-Chef) Sergio Marchionne braucht Vertriebsnetze. Wenn das mit Chrysler in den USA klappt, wird das ein Coup. Wenn Chrysler-Händler in Europa im Gegenzug Fiat-Modelle verkaufen sollen und umgekehrt, wird das eine finanzielle Belastung für den Handel, die nicht zu stemmen ist. Denn die Investitionen können sich bei zu kleinen Stückzahlen niemals rechnen. Marchionne scheint so langsam auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen. Das geht selten gut", sagt Fiat-Händlerverbandspräsident Friedrich-Karl Bonten gegenüber auto motor und sport.

Händler wollen stärkeres Produktportfolio

Gleichzeitig fordert Bonten mehr Investitionen ins Fiat-Produktportfolio: "Im Segment der Sportwagen, Cabrios, Geländewagen und Mittelklasse-Modelle sind wir ziemlich nackt. Wir fragen uns zudem, ob es nicht sinnvoller wäre, die Premiummarke Lancia und unsere Sportwagen-Sparte Alfa Romeo zu stärken, statt weiterer Kinder in die Familie aufzunehmen und die Ressourcen zu zerstreuen."

Auslastung verbessern oder Kapazitäten abbauen

Kritik an Marchionnes Strategie hagelt es auch von Ex-Fiat-Deutschlandchef Klaus Fricke, der inzwischen Partner der Personal- und Unternehmensberatung Graf Lambsdorff ist: "Statt sein Glück in Kooperationen zu suchen, sollte Fiat seine eigenen Fabriken besser auslasten, vor allem die in Italien. Denn die Kapazitäten in den eigenen Werken liegt bei drei bis 3,5 Millionen Einheiten, der Absatz 2008 aber nur bei 2,2 Millionen Einheiten. Wenn Marchionne es nicht schafft, die Fabriken besser auszulasten, muss er Kapazitäten bereinigen, sprich Werke schließen. Das ist in Italien bislang aber immer am politischen Druck gescheitert."

Schuldenlast von Fiat steigt

Marchionne pokere generell sehr hoch mit seiner aktuellen Kooperationsstrategie: "Den Zuschlag bei Chrysler hat er nur bekommen, weil es den Amerikanern noch schlechter geht. Der Verschuldungsgrad des Fiat-Konzerns hat sich in Marchionnes Ägide von 3,2 auf 6,6 Milliarden mehr als verdoppelt. Damit läuft der Konzern Gefahr, zu wenig Geld in eine vernünftige Produktplanung, die Qualität seiner Modelle, die Vertriebswege und Markenführung zu investieren. Und das ist immer der Schlüssel zum Erfolg.“

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