Fiat-Vierjahresplan: 50 Prozent mehr Autos bis 2014

Sergio Marchionne

Mit 30 Milliarden Euro Investitionen weltweit, einer verdoppelten Automobilproduktion in Italien, 10 neuen Modellen sowie sechs umgestylten Versionen geht der italienische Autobauer Fiat in die Offensive.

Wie der Konzern am Mittwoch (21.4.) bei der Präsentation seines Vierjahresplans mitteilte, soll die Produktion in Italien bis 2014 von 650.000 auf 1,4 Millionen Fahrzeuge gesteigert werden. Davon seien 65 Prozent für den Export bestimmt. Der Plan sei "die einmalige Möglichkeit, mit der Vergangenheit abzuschließen und ein neues Kapitel Fiat aufzuschlagen", erklärte Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne.

Automobilgeschäft wird aufgepeppt

Das Automobilgeschäft, Sorgenkind des Konzerns, soll also aufgepeppt werden. Vor allem die Präsenz der Marke Fiat in der Sparte der Kleinwagen Mini und Small "wird verstärkt durch ein neues Modell pro Segment", erklärte Marchionne. Schon im kommenden Jahr werde der neue Panda sein Debut feiern, "ein Schlüssel-Modell, um die Position auf dem europäischen Markt zu halten". Für die Marke Lancia hat der Autobauer hingegen acht neue Versionen in petto, darunter sechs basierend auf Modellen des US-Herstellers Chrysler, an dem Fiat mit 20 Prozent beteiligt ist.
 
Fiat hatte zuvor eine schwierige Marktentwicklung im laufenden Jahr vorhergesagt, da die Nachfrage in Europa im Krisenjahr 2009 nur vor allem aufgrund von Abwrackprämien angezogen habe.
 
Marchionne wies darüber hinaus alle Gerüchte über eine eventuelle Abspaltung der Automobilsparte weit von sich. "Die Wurzeln von Fiat Auto liegen und bleiben in Italien", so der Fiat-Konzernchef. Abgespalten und in einem neuen Unternehmen "Fiat Industrial" vereinigt werden sollten hingegen viel mehr die Agrar- und Baumaschinen von Iveco, CNH und ein Teil der Powertrain-Teilefertigung. Die Abspaltung werde in den kommenden sechs Monaten über die Bühne gehen.
 
Bisher bestand die Fiat-Gruppe aus mehreren Geschäftsbereichen, darunter zählten neben Personenkraftwagen auch Agrar- und Baumaschinen. Zur Autosparte gehören neben der Marke Fiat auch die Hersteller Lancia und Alfa Romeo. Außerdem besitzt der Autobauer die Mehrheit an Ferrari und Maserati und ist mit 20 Prozent an dem US-Konkurrenten Chrysler beteiligt.
 
Der Konzern hatte am Vormittag seine Quartalszahlen verkündet. Danach lag Fiat weiter in den roten Zahlen, konnte jedoch im ersten Quartal 2010 seine Verluste stark verringern. So verzeichnete Fiat unter dem Strich ein Minus von 21 Millionen Euro gegenüber Verlusten von 411 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres um 14,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr hofft der Konzern, sich an die Gewinnschwelle herantasten zu können und peilt einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro an.

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dpa/uba

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