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Finanzierungs-Ratgeber

Die Fallen bei der Auto-Finanzierung

Wer beim Kauf eines Autos zur Finanzierung oder zum Leasing greift, muss einiges beachten. Denn jedes Angebot hat seinen Preis. Der Ratgeber gibt Tipps, worauf zu achten ist.

12.01.2008

Der Abschluss einer Finanzierung muss heute niemanden mehr peinlich sein. Über zwei Drittel der Deutschen greifen inzwischen zum Darlehen. Somit gerät die Barzahlung zu-nehmend aus der Mode, obwohl sie noch immer die günstigste Art des Fahrzeugerwerbs darstellt. Das ist Folge einer immer aggressiveren Angebotspolitik seitens der Hersteller.

Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Wie viel man sich wirklich leisten kann, darüber entscheidet die persönliche Situation und nicht das Angebot einer Bank. Die Hauptfrage muss lauten, wie viel an Rate möglich ist, ohne sich einzuschränken. Dazu die Verbraucherzentralen: "Die monatliche Belastung sollte möglichst nicht mehr als 15 Prozent vom Nettoeinkommen betragen." Mit anderen Worten: Wer 2.000 Euro verdient, hat für Kredite 300 Euro übrig.

Diese Vorgabe ist allerdings nur eine Faustformel. "Ist es bisher nicht gelungen, monatlich eine ähnlich hohe Sparrate zurückzulegen, der sollte seine Belastbarkeit nochmals überdenken," so die Verbraucherschützer weiter. Zudem spielt die Finanzierungsart eine Rolle. Da Kunden heute vor allem mit der Rate kalkulieren, wie Händler berichten, stellen die Hersteller diesen Aspekt in der Werbung in den Vordergrund. Raten ab 49 Euro im Monat sind heute keine Seltenheit mehr.

Vorsicht beim Leasing

In der Regel verbirgt sich hinter diesen Schnäppchen-Angeboten ein Leasingvertrag. Hier gilt zu beachten, dass der Käufer nicht Besitzer des Autos wird, das bleibt der Hersteller. Die Monatsrate fällt in der Regel wesentlich günstiger aus als beim Ratenkredit, da man nur für die Nutzung des Fahrzeuges zahlt. Wichtig: Meist ist noch eine Sonderzahlung fällig, die bis zu 30 Prozent des Listenpreises ausmachen kann. Zudem wird beim Leasing auf Basis der Restwertabrechnung zu Vertrags-Beginn eine Fahrzeugschätzung durchgeführt, die dem Marktwert am Ende ermitteln soll.

Ob diese Einschätzung realistisch ist, kann niemand voraussagen. Erfüllt der Wagen am Schluss nicht die kalkulierte Summe, muss der Kunde nachzahlen. Ist das Fahrzeug mehr wert, bekommt der Leasingnehmer dagegen vom Mehrerlös 75 Prozent. Auf diesen Punkt sollte am Ende genauso geachtet werden wie auf den Passus "Andienungsrecht". Darunter verstehen viele ein Kaufrecht. Ein Irrtum. Erzielt das Fahrzeug am Schluss weniger als zu Vertragsbeginn festgelegt, muss der Kunde den Wagen übernehmen. Unter dem Strich ist das Leasing auf Restwertbasis für Privatleute mit zu großen Risiken verbunden. Außerdem bringt es ihnen keine Vorteile. Nur Gewerbetreibende haben einen Nutzen. Sie können Zahlungen steuerlich absetzen.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Verbraucher aufgrund der niedrigen Belastung für diese Art, stellte der Arbeitskreis der Autobanken fest. Wer als Privatkunde unbedingt ein Auto leasen möchten, sollte zu der Variante mit Kilometerabrechnung greifen. Sie ist zwar teurer, aber hier trägt nicht der Autofahrer das Restwertrisiko, sondern der Leasinggeber. Grundlage des Modells ist die jährliche Fahrleistung. Die sollten Kunden aus Erfahrung gut einschätzen können.

Aber auch hier sind die Risiken nicht unerheblich: Mehrfahrten etwa gehen ins Geld. Je nach Anbieter wird ein Satz zwischen fünf und 15 Cent pro Kilometer vereinbart. Bei geringerer Laufleistung steht dagegen ein Ausgleich zu. Er fällt aber niedriger aus. Zudem kann es Streit bei der Wagenrückgabe geben, wenn Mängel nicht dem "normalen Verschleiß" entsprechen. Was darunter zu verstehen ist, müssen oft Gerichte klären.

Mehr noch: Da die Verträge laufzeitgebunden sind, ist eine vorzeitige Auflösung gar nicht beziehungsweise nur zu sehr ungünstigen Konditionen möglich.

Kredite bieten Privatkunden mehr Vorteile

Die verschiedenen Kreditarten bieten den Privatkunden ohnehin mehr Vorteile. Beim klassischen Ratenkredit etwa wird der Neuwagen in immer gleichbleibenden monatlichen Belastungen abbezahlt und mit der letzten Rate gehört das Auto dem Kunden. Der Markt in Sachen Fahrzeugdarlehen ist momentan in Bewegung, so dass sich Verbraucher bequem nach guten Angeboten umschauen können. Günstige Konditionen bieten derzeit die Autobanken. Bisweilen offerieren sie sogar die Null-Prozent-Finanzierung, bei der keine Kreditkosten entstehen. Ebenso fallen Anzahlungen gelegentlich nicht an.

Das hört sich gut und billig an, zumindest für jene, die genau vergleichen. Wer zum Beispiel ein Auto für 15.000 Euro auf diese Weise finanzieren will, muss immer noch rund 420 Euro im Monat über drei Jahre hinweg zahlen. Die Einbringung von Eigenkapital, was sich mit der Inzahlungnahme des Gebrauchten leisten lässt, verringert dagegen die monatliche Belastung.

Verlockend ist auch das flexible Darlehen, wie ihn die CC Bank anbietet. Hier soll man die Rate jeden Monat selbst bestimmen können. Das erweckt den Anschein großer finanzieller Freiheit, hat aber gravierende Nachteile. Diese sind im variablen Zinssatz zu suchen, der sich am Geldmarktzins orientiert - steigt er, klettern auch die Kreditkosten. Zudem gibt es eine Mindestrate, die nicht unterschritten werden darf. Häufig macht der Wert 1,5 Prozent des Fahrzeugpreises aus. Das heißt: Bei einem 20.000 Euro teuren Auto liegt die Grenze bei 300 Euro im Monat.


Vorteilhafter für die Kunden erscheint der Drei-Wege-Kredit. Die Mischform aus Finanzierung und Leasing findet sich überwiegend bei den Herstellern. Ähnlich wie beim Leasing zahlt man lediglich für die Nutzung des Autos, was niedrige Belastungen ermöglicht. Am Ende bleibt eine hohe Schlussrate übrig, die den Restwert des Wagens darstellt und dem Kunden drei Möglichkeiten eröffnet: Er begleicht den Betrag sofort und das Auto gehört ihm. Er tilgt die Summe mittels eines Anschlusskredits oder gibt den Wagen ohne weitere Verpflichtungen zurück.
In diesem Fall sind nur Nachzahlungen fällig, wenn Mängel am Auto über den normalen Verschleiß gehen. Die finanzielle Situation sollte bei diesem Kredit gut im Blick bleiben. Wer das Auto nicht sofort auslöst, muss entweder die Kosten für den teuren Anschlusskredit zu Gebrauchtwagenbedingungen aufbringen oder die Anzahlung für einen neuen Wagen.
Diese Art des Fahrzeugerwerbs setzt sich bei den Privatkunden gerade durch und wird von den Herstellern gefördert. Ohnehin setzt die Branche in letzter Zeit verstärkt auf Finanzierungen und Leasing. Der Grund: Sie will damit der Rabattschlacht entgegenwirken, die sich negativ auf die Fahrzeugrestwerte auswirkt. Denn fallen die Preise für die Gebrauchtwagen, werden Neuwagen für viele Verbraucher uninteressant.


VW zum Beispiel setzt auf kostenlose Zusatzleistungen bei den Krediten. Wer Ende letzten Jahres beim Sondermodell Touran Goal noch das "All-Inclusive"-Angebot wählte, der bekam über einen Zeitraum von vier Jahren alle Wartungen geschenkt und erhielt obendrein neben der 0,9 Prozent-Finanzierung, eine Garantieverlängerung, die Kfz-Vollkasko sowie eine Restschuldversicherung - das alles für 169 Euro im Monat. Alle Leistungen addiert, ergaben beim Touran einen Preisvorteil von rund 5.200 Euro.

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