Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Finanzkrise

ZF erwartet Umsatzrückgang

Foto: ZF Friedrichshafen

Der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer ZF wird von der Automobilkrise getroffen, sieht sich aber gut gerüstet für stürmische Zeiten. Eine genaue Prognose für kommendes Jahr wollte ZF-Chef Hans-Georg Härter am Donnerstag (11.12.) in Stuttgart nicht abgeben.

11.12.2008

"Unsere Kunden planen auf Sicht", sagt Härter, er rechne mit sehr schwierigen Monaten im ersten Halbjahr 2009. Danach könne es aber eine Besserung geben. Kurzarbeit für die über 36.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sei derzeit nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, sollte die Autokrise sich weiter verschärfen. Lediglich in einer Abteilung eines Werkes bei Schweinfurt gibt es Kurzarbeit für 60 Mitarbeiter.


Kündigungen derzeit ausgeschlossen

ZF wolle alle flexiblen Instrumente nutzen, die der Konzern in den Boomjahren aufgebaut habe. Dazu gehörten unter anderem der Abbau von Mehrarbeit und Arbeitszeitkonten, die gegebenenfalls tief ins Minus gehen könnten. Aus heutiger Sicht werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, betonte Härter. ZF beschäftigt weltweit über 61.000 Mitarbeiter.

Trotz der Hiobsbotschaften von den weltweiten Automobilmärkten zeigte sich Härter zuversichtlich, das der Fahrwerks- und Getriebespezialist vom Bodensee aus der Krise gestärkt hervorgehen werde. Die Produktpalette sei was die Treibstoffreduzierung angehe, zukunftsfähig und man gewinne deutlich Marktanteile. Härter betonte, dass der Stiftungsbetrieb ausreichend finanziert und liquide sei. Von Banken sei man nicht abhängig. "Wir sind gut gerüstet, um die Krise unabhängig und stabil zu überstehen." Die Liquidität bezifferte der Manager mit über einer Million Euro, die solide angelegt seien. Spekulationsverluste gebe es bei ZF nicht.

Ergebnis wird immer noch gut

Das für 2008 geplante Wachstum von drei Prozent erreichte der Zulieferer wegen des schlechten vierten Quartals nicht. Die Erlöse stagnierten "auf hohem Niveau" bei 12,6 Milliarden Euro. Beim Gewinn werde es nach dem Rekordjahr 2007 (917 Millionen operativer Gewinn, 518 Millionen Euro nach Steuern) einen leichten Rückgang, aber immer noch ein sehr gutes Ergebnis geben, sagte Härter.

Die gute finanzielle Position erlaubt es der ZF Friedrichshafen AG auch, in Finanznot geratenen eigenen Zulieferern unter die Arme zu greifen. "Die Anfragen häufen sich", sagte Härter. "Aber wir werden der Versuchung widerstehen, krisengeplagte Wettbewerber zu übernehmen." Härter kritisierte in diesem Zusammenhang die Banken und die Politik. Sollten Banken staatliche Hilfe nur in Anspruch nehmen, um sich zu sanieren, wäre das eine verfehlte Politik. Es sei Aufgabe
der Institute, auch in schwierigen Zeiten bezahlbare Kredite zu geben.

Kritik gab es aber auch an den Autobauern. Die zahlreichen Ankündigungen von Tests mit kleinen Elektroauto-Flotten, könnten falsche Käufererwartungen wecken und zu Kaufzurückhaltung führen. Eine nennenswerte Zahl von Elektroautos werde es frühstens in zehn Jahren geben; auch 2020 werde der Verbrennungsmotor noch die bestimmende Technik sein, sagte Härter.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige