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Finanzkrise

Bei BMW sind auch 2009 Produktionskürzungen möglich

Foto: BMW

Der Automobilhersteller BMW will auch für 2009 weitere Produktionskürzungen und Kostensenkungsmaßnahmen nicht ausschließen. Die Unsicherheit der Märkte sei so groß, dass niemand verlässlich sagen können, wie lange die Krise dauern und wie stark die Einbrüche sein werden, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson dem Magazin auto motor und sport.

20.12.2008 Harald Hamprecht

"In puncto Produktionskürzungen schauen wir uns die Marktentwicklung in den kommenden Wochen genau an und entscheiden dann über mögliche Schritte", kündigte Robertson an. "Darüber hinaus behalten wir uns vor, an allen Stellschrauben zu drehen, die geeignet sind, das Unternehmen durch diese schwierige Zeit zu steuern."

Premium-Modelle werden weiter ihren Markt haben

Valide Absatzprognosen seien derzeit kaum möglich. "Wir hatten bislang noch nie eine solche Bandbreite bei den Prognosen wie für 2009.  Etablierte Marktforschungsinstitute und Banken gehen von einem weltweiten Minus zwischen fünf und  zehn Prozent aus." BMW hoffe aber, sich durch die neuen Modelle, wie etwa das Mini Cabrio, den BMW Fünfer GT sowie die neuen M-Varianten des X5 und X6, ein Stück vom negativen Trend absetzen zu können. Dabei sei es kein Nachteil, dass BMW 2009 vor allem große Modelle auf den Markt bringe. "Wir glauben, dass auch in Zukunft große und effiziente Premiumfahrzeuge ihren Markt haben werden. Sie sind schon seit jeher immer wieder Treiber für Innovationen."

Staatshilfe für BMW-Bank möglich

Robertson sieht derzeit keine Gefahr für BMW, die Liquidität des Unternehmens durch staatliche Maßnahmen stützen zu müssen. "Wir haben genügend Eigenkapital und können unseren Verpflichtungen jederzeit nachkommen." Nicht ausschließen will Robertson dagegen, dass die BMW Bank – ähnlich wie die VW-Bank – staatliche Bürgschaften in Anspruch nehmen könnte. "Für die Absatzfinanzierung sind wir jedoch – wie andere Unternehmen auch – regelmäßig darauf angewiesen, uns am Finanzmarkt mit Kapital zu versorgen. Sollte das wegen der Zurückhaltung der Banken weiterhin nur eingeschränkt möglich sein, muss man sich nach Alternativen umschauen. Zusammen mit den anderen Herstellern haben wir den VDA eingeschaltet, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt."

Rolls-Royce mit Absatzrekord

Die Marke Rolls-Royce ist laut Robertson zwar leicht von der Finanz- und Absatzkrise betroffen, steuert 2008 aber trotzdem auf einen neuen Absatzrekord zu. "Im November hatten wir bei Rolls-Royce erstmals in diesem Jahr einen Absatzrückgang. In den ersten elf Monaten des Jahres liegt unser Rolls-Royce-Absatz jedoch mit 1.055  Automobilen bereits über dem Absatzrekord des Vorjahres. Wir werden das Jahr 2008 mit einem deutlich zweistelligen Auslieferungsplus beenden." Deshalb halte BMW auch an seinem Ziel fest, den Absatz der  britischen Luxusmarke in zwei Jahren auf 2.000 Stück zu erhöhen. "Wir gehen 2010 von einem deutlichen Wachstum bei der Marke Rolls-Royce aus; eine Verdoppelung unseres Absatzes auf dann rund 2.000 Einheiten ist vorstellbar. Für Absatzimpulse wird insbesondere unser neues Modell mit dem Projektnamen RR4 sorgen, das zwischen dem Top-Premium Segment und dem Phantom Modell positioniert wird."
Der weltweite Absatz der BMW Group werde 2008 "das hohe Level des Vorjahres nicht erreichen“, wiederholte Robertson. Gleichwohl schlage sich der Konzern in den stark eingebrochenen europäischen Märkten Spanien, Frankreich und Italien besser als der Markt. "Die Automobilkonjunktur ist in diesen Märkten in den letzten Monaten deutlich eingebrochen. Aber dank EfficientDynamics schlagen wir uns in Märkten mit CO2-basierter Pkw-Steuer bislang vergleichsweise gut. So konnten wir etwa in Frankreich per November beim Absatz um 11,3 Prozent zulegen." Bis 2012 strebe der Konzern "weiterhin an, den Absatz von 1,5 auf 1,8 Millionen Fahrzeuge zu erhöhen", betonte Robertson.

Gespräche mit Mercedes und Fiat noch ergebnislos

Beim Thema Kooperationen kann BMW noch keine Ergebnis vermelden: Die Gespräche "mit Mercedes laufen weiter". Und auch die "Gespräche mit Fiat werden sich noch ins kommende Jahr hinein erstrecken. In den Gesprächen hat sich herausgestellt, dass wir für die komplexen Themen einer möglichen Zusammenarbeit mehr Zeit benötigen."

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