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Finanzkrise

Bosch mit Stellenabbau und roten Zahlen

Bosch Firmenlogo Foto: Bosch

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch rechnet für 2009 erstmals in der Nachkriegszeit mit roten Zahlen und hat weitere Entlassungen angekündigt.

23.04.2009

Der Konzern werde im laufenden Jahr wegen der dramatischen Autokrise voraussichtlich einen Verlust schreiben, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag in Gerlingen bei Stuttgart. Bereits im ersten Quartal sei das erfolgsverwöhnte Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Als Reaktion auf die Krise hat der Branchenprimus im Ausland schon 3.000 Mitarbeiter entlassen. "Leider ist absehbar, dass sich diese Zahl im weiteren Jahresverlauf noch wesentlich erhöhen wird", sagte Fehrenbach.

Weiterer Personalabbau angekündigt

Auch in Deutschland "wird unser Personalstand tendenziell sinken", sagte der Konzernlenker. Eine Größenordnung nannte er aber nicht. Für 93.000 Mitarbeiter weltweit hat der Konzern die Arbeitszeit verkürzt. Wenn die Krise weiter anhält, soll die Kurzarbeit noch ausgeweitet werden. "Wir sparen in allen Bereichen und auf allen Ebenen, aber nicht bei unseren wichtigsten Zukunftsausgaben", sagte Fehrenbach.

Nach einem dramatischen Gewinneinbruch und einem Umsatzrückgang 2008 stellt sich der Technologiekonzern 2009 auf eines der schwierigsten Jahre in der Unternehmensgeschichte ein. Die Erlöse werden den Angaben zufolge voraussichtlich um bis zu 15 Prozent absacken. Im ersten Quartal brach der Umsatz um ein Viertel ein. Einen solch dramatischen Rückgang habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben, sagte Fehrenbach.

Bosch hofft auf zweites Halbjahr

Besonders stark betroffen sei die Kraftfahrzeugtechnik, mit der der Konzern knapp 60 Prozent seines Umsatzes macht. Aber auch in den anderen beiden Sparten Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik kämpft das Unternehmen mit sinkenden Erlösen.

In der zweiten Jahreshälfte sieht Fehrenbach aber einen ersten Hoffnungsschimmer. "Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die ersten drei Monate dieses Jahres den Tiefpunkt markieren und die nächsten Quartale nicht mehr ganz so negativ ausfallen werden", sagte der Bosch-Chef. "Gegen Jahresende könnten sich auch wieder Zuwächse zeigen, allerdings gegenüber einer sehr niedrigen Vorjahresbasis."

Weitere Sparmaßnahmen werden geprüft

In Deutschland hat Bosch wegen der Krise bisher für 32.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, bei 26.000 Beschäftigten wurde die Wochenarbeitszeit um bis zu fünf Stunden verkürzt. Außerdem verhandelt die Konzernführung mit dem Betriebsrat über weitere Einsparmöglichkeiten. Ein Kernpunkt bei den Gesprächen ist den Angaben zufolge eine mögliche Verschiebung der eigentlich für Mai geplanten zweiten Stufe der Tariferhöhung von 2,1 Prozent.

"Wir wollen unsere Kernmannschaft so weit wie möglich halten, wo es allein um konjunkturelle Beschäftigungsschwankungen geht", sagte Fehrenbach. "Gleichzeitig aber gilt: Wir dürfen ohnehin anstehende strukturelle Anpassungen nicht hinauszögern, die sich aus einer bereits länger anhaltenden Verlustlage oder aus absehbaren Überkapazitäten ergeben." Weltweit beschäftigte Bosch zum Jahresbeginn knapp 282.000 Menschen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Branchenkrise den Konzern mit voller Wucht erwischt. Das Nachsteuerergebnis brach um 87 Prozent auf 372 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 1,5 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis sackte um drei Viertel auf 942 Millionen Euro ab. Der Umsatz ging leicht um 2,6 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro zurück.

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