Finanzkrise: Skoda rückt von Absatzziel für 2011 ab

Die VW-Einstiegsmarke Skoda leidet derzeit unter den deutlichen Einbrüchen in Märkten wie Spanien, Großbritannien und in Osteuropa und hat ihr Ziel revidiert, den Absatz im Jahr 2011 auf mehr als eine Million Einheiten zu steigern.

"An dem Mengenziel halten wir fest. Das zeitliche Ziel 2010/11 oder 2012 ist aber sicher unrealistisch. Wenn wir es beibehalten würden, müssten wir den Einbruch der weltweiten Fahrzeugmärkte komplett ignorieren. Denn ich glaube nicht, dass man nach einem halben Jahr wieder auf alte Planungen zurück springen wird. Wir hoffen auf eine Trendwende zum Halbjahr 2009, dann werden wir sehen, ob wir den Boden schon erreicht haben", sagte Skoda-Chef Reinhard Jung dem Magazin auto motor und sport. Im vergangenen Jahr lag der weltweite Skoda-Absatz bei 620.000 Einheiten.

Grund für die revidierte Absatz-Prognose ist der Einbruch in vielen Skoda-Kernmärkten: "In einigen unserer Hauptmärkte sieht es schon jetzt düsterer aus, etwa in Spanien mit einem Absatzrückgang im November zum Vorjahresmonat um 50 Prozent, in der Ukraine waren es 45 Prozent, in Großbritannien 37 Prozent."  Eine Prognose für 2009 lehnt Jung ab: "Wir sind  momentan einfach noch in der Phase, dass wir Woche für Woche, ja fast Tag für Tag, Negativmeldungen aus einzelnen Märkten erhalten. Eine valide Prognose für 2009 ist nicht möglich." Allerdings hofft Jung, dass sich Skoda besser als der Markt entwickeln werde, für den Konzernchef Martin Winterkorn ein Minus von 20 Prozent erwartet. "Wir gehen davon aus, dass wir mit unserer Produktpalette im Vergleich zum Wettbewerb geringere Marktrückgänge verbuchen werden."

Um sich auf die Marktschwäche vorzubereiten, hat Skoda jüngst angekündigt, in seinen drei tschechischen Werken im ersten Halbjahr 2009 nur an vier von fünf Tagen produzieren zu wollen. Im Gespräch mit auto motor und sport erklärt Jung, dass er davon nicht zwingend Gebrauch machen wolle: "Hier haben wir uns schlicht eine notwendige Flexibilität von 20 Prozent geschaffen, um auf veränderte Marktpositionen zu reagieren. Wir gehen aber eigentlich davon aus, dass wir diese Vereinbarung mit den Betriebsräten nicht voll ausnutzen müssen, sondern kurzfristig wieder auf die Fünf-Tage-Woche umschalten können."

In Deutschland sieht sich Skoda 2008 auf Rang zwei der Importeure vor Toyota und nach Renault. "Dieses Jahr wollen wir rund 120.000 Einheiten verkaufen und damit der zweitstärkste Importeur werden." 2007 konnte Skoda 118.700 Neuzulassungen verbuchen.

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