Finanzkrise: Ssangyong beantragt Gläubigerschutz

Der in Finanznot geratene südkoreanische Autohersteller Ssangyong Motor hat auf Beschluss seines chinesischen Mehrheitseigners Gläubigerschutz beim Bezirksgericht in Seoul beantragt.

Der "unvermeidbare" Schritt sei gemacht worden, um die Liquiditätskrise in den Griff zu bekommen, teilte der Geländewagenspezialist und kleinste der fünf südkoreanischen Autoproduzenten am Freitag (9.1.) mit. 

Ziel sei, die drohende Pleite abzuwenden und ein Unternehmen mit "nachhaltigem Wachstum" zu schaffen. Der Ssangyong-Absatz war 2008 angesichts der wegbrechenden Nachfrage um fast 30 Prozent auf 92.665 Autos zurückgegangen. Die Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC) hält 51 Prozent der Anteile an Ssangyong.

Sollte das Bezirksgericht in Seoul dem Antrag stattgeben, wird das koreanische Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt. SAIC verlöre damit die Managementkontrolle über Ssangyong. Sollte der Antrag abgelehnt werden, würde das Unternehmen aufgelöst. Zu der Entscheidung für den Antrag auf Gläubigerschutz kam es laut SsangYong bei einer Dringlichkeitssitzung des SAIC-Vorstands in China. Der Präsident von SsangYong, Choi Hyung Tak, stellte noch am Freitag seinen Posten zur Verfügung.

Lohnkürzungen drohen

Nach den Plänen SsangYongs sollen unter anderem die Kosten durch ein Programm für den freiwilligen Vorruhestand gesenkt werden. Die Beschäftigten müssen sich zudem auf Lohnkürzungen von bis zu 30 Prozent einstellen. Die Gewerkschaft hatte zuletzt mit einem Streik ihrer 5.200 Mitglieder gedroht. Grund waren Spekulationen, wonach SAIC eine große Zahl der mehr als 7.000 Beschäftigten entlassen wolle. Die Chinesen waren 2004 bei SsangYong eingestiegen. In den Monaten Januar bis September 2008 verzeichnete SsangYong Verluste von knapp 98 Milliarden Won (derzeit 54,2 Millionen Euro).

SAIC soll helfen

Im vergangenen Monat hatte die Korea Development Bank als größter Gläubiger von SsangYong frische Kredite von Rettungsmaßnahmen durch SAIC abhängig gemacht. Ein Bankensprecher hatte Medienberichte bestätigt, wonach von SAIC Hilfen im Volumen von mindestens 320 Milliarden Won (177 Millionen Euro) erwartet werden. SsangYong hatte nach eigenen Angaben Ende Dezember eine finanzielle Hilfe von 45 Millionen Dollar (derzeit etwa 33 Millionen Euro) von den Chinesen erhalten.

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dpa

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