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Finanzvorstand

Peugeot hält an Renditeziel fest

Foto: PSA

Der Autokonzern PSA hält trotz der steigenden Rohstoffpreise an seinem Ziel fest, die Umsatzrendite bis 2010 auf 5,5 bis 6,5 Prozent zu steigern. Dafür kündigte Isabel Marey-Semper, Vorstand für Finanzen und Strategie bei PSA, auch einen weiteren Personalabbau in Westeuropa an.

12.06.2008 Harald Hamprecht

Sie wollen bis zum Jahr 2010 eine Umsatzrendite zwischen 5,5 bis 6,5 Prozent erzielen. Ist diese Prognose nach wie vor gültig - trotz aller unvorhergesehener Widrigkeiten der Weltmärkte, wie der drastischen Rohstoffpreiserhöhungen?
Marey-Semper: Die Rohstoffpreise bedeuten für uns dieses Jahr zusätzliche Kosten von 300 Millionen Euro. Trotzdem halten wir an unseren Zielen und unserer Strategie CAP 2010 fest. Wir liegen hier voll auf Kurs. Und ich kann auch das Ziel einer operativen Marge von 3,5 Prozent für dieses Jahr bestätigen. Denn wir liegen in vielen anderen Bereichen über Plan, etwa beim Absatz in Märkten wie Deutschland, Frankreich und Latein-Amerika, oder bei den Garantiekosten, die wir dieses Jahr um weitere 20 Prozent senken wollen. Zusätzlich läuft gerade ein "Lean Office Programm", bei dem wir in Werken und in unserer Verwaltung jeden Quadratmeter einsparen oder besser nutzen, den wir nicht dringend benötigen. Sie sehen, wir verschlanken uns gerade, wo immer es geht.

Werden Sie Ihre Belegschaft in Westeuropa weiter verkleinern?
Marey-Semper: Ja. Wir haben jedes Jahr eine natürliche Fluktuation von drei- bis viertausend Stellen, die nicht neu besetzt werden. Damit verhindern wir betriebsbedingte Kündigungen.

Wirken sich die Stahlpreiserhöhungen schon 2008 negativ auf Ihr Ergebnis aus?
Marey-Semper: Nein, wir werden aber bald neu verhandeln müssen - und die Ergebnisse dieser Verhandlungen mit unseren Stahllieferanten werden einen klaren Einfluss auf das Ergebnis 2009 haben. Und das gilt auch für alle unsere Wettbewerber.

Wie wird sich Ihr Absatz dieses Jahr entwickeln?
Marey-Semper: Wir planen dieses Jahr nach wie vor mit einer Steigerung von mindestens fünf Prozent zum Vorjahr auf 3,55 bis 3,65 Millionen Einheiten weltweit. Und wir halten auch am Ziel fest, bis 2010 die vier Millionen Fahrzeuge zu erreichen.

Ihr Erzrivale Renault ist im Einstiegssegment mit Billigautos recht erfolgreich. Werden Sie auch in diese Richtung stoßen?
Marey-Semper: Nein, im Niedrigpreissegment lassen sich nur niedrige Margen erzielen. Wir setzen deshalb lieber auf spezielle Einstiegsmodelle, wie den Peugeot 206, den wir weiter in vielen Märkten anbieten, obwohl wir für unsere Kernmärkte längst ein Nachfolgermodell, den Peugeot 207, auf dem Markt haben. In Russland würde eine Billigmarken-Strategie nicht fruchten. Dort wäre die Konkurrenz der einheimischen Marken ebenso wie der aus Korea und China zu groß. Deswegen werden wir in Märkten wie Russland immer unsere neueste Produktpalette anbieten. Zumal es sich nicht lohnen würde, Billigautos in Russland zu fertigen. Schon die Lohnkosten sind hier viel höher als etwa in Rumänien, der Ukraine oder der Türkei.

Welche Hoffnungen setzen Sie in den russischen Markt?
Marey-Semper: Im vergangenen Jahr haben wir hier 37.000 Peugeot und Citroen verkauft. Dieses Jahr sollen es 70.000 werden - und bis 2010 rund 150.000, davon werden dann 100.000 auf die Marke Peugeot entfallen, der Rest auf Citroen.

Ihr Produktion in Russland läuft erst 2010 langsam an und soll 2011 im Dreischicht-Betrieb laufen. Das heißt alles, was sie verkaufen wollen, müssen Sie trotz hoher Zölle importieren.
Marey-Semper: Für uns hat hier Volumen, sprich Marktanteil, oberste Priorität, sogar noch vor der Profitabilität. Russland ist ein extrem schnell wachsender Markt, in dem wir so schnell wie möglich eine kritische Größe erreichen müssen.

Wann wollen Sie Ihre Werkskapazität von 160.000 auf die in den Raum gestellten 300.000 Einheiten ausbauen?
Marey-Semper: Das hängt allein vom Markt ab. Aber wir sind hier zuversichtlich. Die C-Segment-Varianten des Peugeot 308 und Citroen C4, die wir in Kaluga produzieren werden, sind komplett auf russische Kundenbedürfnisse angepasst. Diese Russifizierung ist hier auch nötig, um Erfolg zu haben.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis Ihres ersten Joint-Ventures mit Mitsubishi - den Modellen Citroen C-Crosser und Peugeot 4007, die beide auf dem Mitsubishi Outlander basieren?
Marey-Semper: Ich gebe zu, dass wir von unseren beiden neuen SUV-Modellen durchaus mehr verkaufen könnten.

Wird es Nachfolge-Modelle geben - oder können Sie auf diese absatzschwachen Modelle - gerade im Rahmen der CO2-Diskussion - verzichten?
Marey-Semper: Über Nachfolge-Modelle möchte ich kein Kommentar abgeben. Mit 190 g/km befinden sich C-Crosser und 4007 unter den saubersten SUVs auf dem Markt. Außerdem haben die 30.000 jährlich von Peugeot und Citroën verkauften SUV nur geringen Einfluss auf die durchschnittliche Emission unserer Modellpalette. Mit jährlich mehr als einer Million verkaufter Fahrzeuge, die weniger als 140 g/km ausstoßen, ist PSA Peugeot Citroën deutlich der europäische Marktführer für umweltfreundliche Autos.

Sehen Sie noch Nischen, die Sie unbedingt in Zukunft besetzen müssen.
Marey-Semper: Gerade in Wachstumsmärkten sind SUV- und Pickups sehr wichtige Segmente, die wir uns momentan sehr genau anschauen. Mehr kann ich heute aber noch nicht sagen.

Nach Informationen von auto motor und sport werden Sie Ihr Coupe 308 RCZ bei Magna in Graz bauen lassen, statt in eigenen Fabriken.
Marey-Semper: Das ist korrekt. Wir haben hier lange hin und her gerechnet, ob die Eigenfertigung günstiger ist und haben uns letztlich für Magna entschieden.

Mit dem 308 RCZ wollen Sie die Marke 308 höher positionieren. Wäre es nicht besser, eine eigene Premiummarke zu etablieren - oder zu kaufen? Volvo soll gerade günstig auf dem Markt sein.
Marey-Semper: Wir haben kein Interesse daran, Volvo zu kaufen - oder eine andere Premiummarke. Stattdessen werden wir bei Peugeot und Citroen verstärkt Modelle auf den Markt bringen, die eine höhere Preispositionierung haben.

Planen Sie weitere Werke?
Marey-Semper: Wir schauen uns gerade Indien und Mexiko an - sind hier aber noch in einer frühen Analysephase.

Planen Sie den Markteintritt in die USA?
Marey-Semper: Nein, dieser Schritt würde uns Milliarden von Euro kosten, um unsere Marken bekannt zu machen und ein Distributionsnetz aufzubauen. Dieses Geld investieren wir gerade lieber in wichtigere Projekte. Um genau zu sein, haben wir das USA-Projekt vor ungefähr einem Jahr auf Eis gelegt.

PSA ist ein Meister in der Allianz-Bildung. Wird es in absehbarer Zukunft weitere Kooperationen mit Wettbewerbern geben?
Marey-Semper: Nein, unser Ziel ist es vielmehr, unsere bestehenden Partnerschaften weiter auszubauen.

Haben Sie für Ihren neuen 1.0 Liter-Dreizylinder schon Kooperationspartner gefunden?
Marey-Semper: Unsere oberste Priorität wird es sein, für uns selbst zu fertigen. Denn diesen Motor sehen wir als klaren Wettbewerbsvorteil.

Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport Heft 14/2008, ab dem 19. Juni im Handel:

  • Fahrbericht: Lancia Delta
  • Fahrbericht: VW Scirocco
  • Test: Skoda Superb
  • Doppeltest: VW Tiguan gegen Renault Koleos
  • Sportwagen-Vergleich: Ferrari 599 gegen Lamborghini Murciélago
  • Technik: Lohnt sich der Diesel noch?

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