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Fisker Karma

Von Traktoren zu Sportwagen

Fisker Karma Foto: press-inform 20 Bilder

Gianfranco Pizzuto verdiente sein Geld lange Jahre erfolgreich mit Landmaschinen. Jetzt hat der Südtiroler neben seiner Frau Sylvia eine zweite Leidenschaft für sich entdeckt: das Projekt Fisker Karma.

16.02.2009

Bei der Weltpremiere auf der Detroit Motor Show Anfang letzten Jahres hatten viele den Fisker Karma noch für das schmucke Spielmobil eines ausgemusterten Designers gehalten. Elegant und sportlich wie eine Mischung aus BMW M5 und Maserati Quattroporte. Doch die viersitzige Designflunder ist nicht nur ein optischer Leckerbissen. Angetrieben wird der schöne Kalifornier von einem Hybridantrieb. Die Bewunderung auf der Messe war groß; die Skepsis kaum kleiner. Doch Gianfranco Pizzuto, 48-jähriger Geschäftsmann aus Südtirol, glaubte vom ersten Moment an das Projekt.

Einstieg mit zwei Millionen Dollar

"Bei einem Zwischenstopp auf dem Rückflug aus dem Urlaub habe ich mir Mitte 2007 am Flughafen die auto motor und sport gekauft", denkt der smarte Geschäftsmann an den visuellen Erstkontakt mit dem Fisker Karma zurück, "darin habe ich diesen blauen Wagen gesehen, den es nur als Zeichnung gegeben hat." Hier las Pizzuto, dass Henrik Fisker, Ex-Designer von Aston Martin und BMW, eine Öko-Sportlimousine plane. "Wahnsinn habe ich nur gedacht. Ein umweltfreundliches Auto, das aussieht wie ein Aston Martin – so etwas passt in die Zeit und lässt sich verkaufen." Nach umfangreichen Internet- und Telefon-Recherchen landete Gianfranco Pizzuto bei der Firmenzentrale von Fisker Automotive in Irvine, südlich von Los Angeles. Schließlich rief Initiator Henrik Fisker selbst bei dem Südtiroler Autofan zurück, der sein Geld bis dato mit Landmaschinen verdiente. "Nein, das Auto gibt es noch nicht; insofern musst Du noch zwei Jahre warten", so Fisker, "aber vielleicht willst Du bei uns investieren?" Pizzuto war angefixt. Nur ein Traumwagen in der eigenen Garage oder sogar ein Teil des ganzes werden? Schließlich war der Einstieg nicht ganz billig: zwei Millionen US-Dollar.

Eine Schönheit für 100.000 Dollar

Eineinhalb Jahre später ist längst alles in trockenen Tüchern. Pizzuto steckte Geld aus seiner Forst- und Landwirtschaftsmaschinen-Firma FAE in das visionäre Automobilprojekt. Seit über einem Jahr hat er sich der Karma-Idee verschrieben. Er trommelt, er putzt Klinken und freut sich, dass er der südeuropäische Distributor für die Marke Fisker geworden ist. Die Kunden stehen bereits Schlange und wollen Fisker den eleganten Karma aus den Händen reißen: für rund 100.000 Dollar. Dabei profitiert der Karma von zwei Markttrends. Zum einen bestimmen Elektroantriebe in jedweder Form seit Monaten die Automobilindustrie. Auf der anderen Seite gibt es spätestens seit dem Marktstart von Maserati Quattroporte und Mercedes CLS einen Trend zu viertürigen Coupés. Während viele Ökomodelle wie der Opel Ampera, der Toyota Prius oder ein Honda Insight alles andere als optische Lichtgestalten sind, ist der Fisker Karma eine wahre Schönheit. Die knapp fünf Meter lange Luxuslimousine mit den weichen Formen, dem BMW-Z8-Gesicht (ehemals ebenfalls aus der Fisker-Feder) und den schmucken Hinterteil will gleichermaßen verzücken und sich einen Namen als Öko-Sparschwein der Schönen und Reichen machen.
 
Die Promis dieser Welt reiben sich bereits die Hände. Mit einem Porsche, und sei es selbst der neue Panamera, kann man schon lange nicht mehr auffallen und selbst die anderen Beaus aus Norditalien, Deutschland oder England reißen die erlauchten Kunden kaum mehr zu Begeisterungsstürmen hin. In der ebenso notwendigen wie polemischen Umweltdiskussion hat der Fisker Karma somit mehr als eine Außenseiterchance. Die elegante und überaus sportlich gestylte Luxuslimousine tritt mit einer Gesamtlänge von 4,98 Metern in direkter Konkurrenz zu Panamera, Quattroporte und CLS und somit den Schönsten der Schönen an. Besonders gelungen: Die Fahrgastzelle scheint sich geradezu hinter den wuchtigen Radhäusern wie hinter der langen Motorhaube zu verstecken. Fisker-Automotive-CEO Henrik Fisker: "Seitdem wir den Wagen Anfang 2008 auf der NAIAS vorgestellt haben, waren die Rückmeldungen gigantisch. Wir sind bereits bis Mitte 2010 ausverkauft."

408 PS und 1.300 Nm

Der 1,98 Meter breite Fisker Karma hat die Kraft der zwei Herzen. Ein 260 PS starker Vierzylinder mit Turboaufladung und zwei Litern Hubraum wird von einem Elektrotriebwerk unterstützt. Zusammen mit den beiden Elektromotoren verfügt der Karma so über 300 kW/408 PS und 1.300 Nm Drehmoment. Das Hybridmodul kann per 110- oder 220 Volt in der eigenen Garage in rund drei Stunden aufgeladen werden. Das Hochleistungs-Akkupack in Lithium-Ionen-Technik im Fahrzeugboden ermöglicht eine maximale Stromreichweite von bis zu 80 Kilometern. Nach dieser Strecke schaltet sich automatisch der Benzinmotor ein, der die Energie für den Generator zur Verfügung stellt, damit der Elektromotor weiter arbeiten kann. Die Gesamtreichweite liegt somit bei rund 550 Kilometern.

Wer gerne im Sommer in ein gekühltes und im Winter in einer wohlig-warmes Auto steigen möchte, bestellt das optionale Solardach und tut so noch mehr für die Umwelt. Wer pro Tag weniger als 80 Kilometer fährt, verbraucht nach Fisker-Angaben gerade einmal 2,4 Liter Super auf 100 Kilometer. Wie sportlich oder ökologisch man unterwegs ist, entscheidet aus der Fahrmodus. Statt eines gewöhnlichen Getriebes kann man zwischen dem dynamischen "Sport" und dem effizienteren "Stealth" wählen.

Prominente Kunden stehen Schlange

"Die ersten zehn, zwölf Vorserienmodelle sind bereits fertig gestellt", so Gianfranco Pizzuto, "hier sind wir mit den Fahrtests sehr zufrieden. Bei aller Sparsamkeit kommt der Fahrspaß nicht zu kurz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 230 km/h. Null auf 100 schafft der Karma in sechs Sekunden." Die ersten Modelle sollen im November 2009 ausgeliefert werden. Zu den ersten Kunden gehören unter anderem Prinz Albert von Monaco, US-Umweltaktivist Al Gore, U2-Sänger Bono und natürlich Gianfranco Pizzuto selbst: "Ich glaube an das Auto. Natürlich kann ich es kaum noch erwarten, wenn ich endlich meinen eigenen habe."

Produziert wird der Fisker Karma nicht in Kalifornien, sondern in den deutlich nördlicher gelegenen Gefilden von Valmet/Finnland. Dort, wo sonst der Porsche Boxster vom Band läuft, fahren zukünftig deutlich ökologischere Autos aus der Halle. Die Entwicklungsabteilung unter Einbeziehung zahlreicher Zulieferer befindet sich in Pontiac/Michigan, in der Nähe von Detroit. Im ersten vollen Produktionsjahr 2010 sollen mindestens 7.500 Fahrzeuge produziert werden; 2011 soll die Anzahl verdoppelt werden. Und die Vorstellung des offenen Karma S auf der NAIAS 2009 hat gezeigt, dass der Karma kein Einzelgänger bleiben soll. Gianfranco Pizzuto wird es freuen.

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