Winterreifen-Wechsel: Grip, Grip, Hurra

Fit in den Winter-Booklet

Es gibt ihn noch. Schneereich meldete sich Ende 2009 der Winter in Deutschland zurück. War er in den Jahren zuvor als normal beziehungsweise überaus mild zu bezeichnen, so zeigte er sich zuletzt von seiner strengen Seite. Bis runter in die Tiefebenen der Republik sorgte er für Schneechaos und somit für Verkehrsprobleme. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben und macht deutlich, dass mit dem Winter immer zu rechnen ist. Daran sollten vor allem Autofahrer denken. Denn bei solchen Wetterlagen helfen nur noch Winterreifen weiter.

 Zwar vermögen Sommerpneus bis knapp über den Gefrierpunkt in Sachen Fahreigenschaften und Bremsverhalten gute Arbeit zu leisten, doch sobald schon leichte Fahrbahnglätte ins Spiel kommt, werden sie zum Sicherheitsrisiko. Mit solchen Situationen ist selbst in milden Wintern oft zu rechnen. Wie eine Michelin-Grafik zeigt, müssen sich Autofahrer darauf im ganzen Bundesgebiet von November bis April einstellen. Kommt noch Schnee hinzu, sorgen nur noch Winterreifen für einen sicheren Fahrzeugbetrieb.

Vor allem beim Bremsen zeigt sich das. In der weißen Pracht benötigen entsprechend ausgerüstete Autos bei 50 km/h rund 20 Prozent weniger Weg als sommerbereifte Fahrzeuge, um zum Stehen zu kommen. Ähnlich hoch fällt der Unterschied bei Bremsmanövern auf Eis aus. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Haftung. Mit zunehmender Kälte verhärtet das Gummi der Sommerreifen. Der Grip der Räder nimmt ab, das Unfallrisiko steigt – daran können die elektronischen Helfer wie ESP oder ABS nur wenig ändern. Somit gibt es kaum noch Argumente, die gegen die Anschaffung von Winterreifen sprechen. Das gilt ebenfalls für SUV und Geländewagen – Allradantrieb hin oder her. Mit den Pneus für die kalte Jahreszeit sind auch diese Wagen sicherer unterwegs. Ganz gleich, ob es sich um einen Offroader oder einen normalen Pkw handelt, indirekt schrieb der Staat schon bisher geeignete Reifen für die kalte Jahreszeit vor. War das Fahrzeug nicht mit einer „an die Wetterverhältnisse angepassten Ausrüstung“ – wozu Sommerreifen bei Schnee nicht zählen – unterwegs, drohte ein Bußgeld – und bei einer Verkehrsbehinderung sogar ein Punkt in Flensburg.

Ab diesem Winter hat die Politik vor sogar eine konkrete Winterreifenpflicht einzuführen. Winterreifen sind manchmal den Vorurteilen ausgesetzt, sie seien unkomfortable und laute Gesellen. Doch moderne Versionen bieten ähnlich wie die Sommer-Kollegen einen guten Abrollkomfort und sind obendrein leise. Autofahrer sollten jedoch auf Verschleiß achten. Bei Winterpneus reicht die gesetzliche Vorgabe von 1,6 Millimeter Mindestprofiltiefe nicht aus. Es ist ratsam, sie schon bei einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen. Denn ab diesem Wert nimmt die Traktion deutlich ab, wie eine Grafik der Sachverständigen der GTÜ belegt. Einige Reifenhersteller haben daher zwei Abfahrkanten im Profil eingebaut. Darüber hinaus wirkt sich das Alter der Reifen auf die Fahreigenschaften aus. Auch wenn der Pneu noch genügend Profil aufweist, sollte er nach spätestens zehn Jahren nicht mehr verwendet werden. Denn im Laufe der Zeit lässt die Griffigkeit des Gummis nach. Somit steht eine Neuanschaffung an. Fragt sich nur welche. Grundsätzlich können Autohalter beim Wechsel auf Winterreifen die gleichen Formate wie im Sommer nutzen. Selbst Breitreifen-Ausführungen sind im Fachhandel zu  finden. Das Angebot an verschiedenen Größen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Man kann ohne Bedenken zu diesen Pneus greifen, denn die Winter-Breitreifen wurden an die Bedingungen der kalten Jahreszeit angepasst. Sie bieten durch ihre große Aufstandsfläche sowohl eine gute Traktion als auch eine gute Seitenführung. Wer einen Reifen findet, der von der Größe her passt, aber nicht bezüglich der Tempovorgabe, sollte sich nicht ärgern. Es ist ohne weiteres möglich, den Speed-Index bei den Winterreifen zu unterschreiten. Ein gut sichtbarer Aufkleber im Fahrzeuginnenraum muss aber auf die neue Höchstgeschwindigkeitsgrenze hinweisen. Gelegentlich dürfen Autofahrer auch zu kleineren Reifengrößen greifen. sie nicht heran.

Wichtig hierbei: Während ein niedrigerer Speed-Index zulässig ist, sollte der Load-Index – also die Tragfähigkeit des Pneus – nicht unter der Angabe der Serienbereifung liegen. Sicherheitshalber sollten Kunden dies mit dem Auto-oder Reifenfachhändler abklären. Es gibt noch eine Alternative zu den Winterreifen. Autofahrer können auch mit Ganzjahresreifen Vorlieb nehmen. Auf Schnee bieten hier die guten Vertreter akzeptable Eigenschaften, wie Tests von auto motor und sport bewiesen haben. Allerdings darf der Winter sich nicht von seiner strengen Seite präsentieren, und für die Reise in Wintersportgebiete sind die Pneus auch nicht die richtige Wahl. Denn an die Leistungen der guten Winterreifen kommen

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Henning Busse

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