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FIVA-Concours bei den Classic Days

Mercedes-Benz 710 SS wird Best of Show

Classic Days Schloss Dyck 2011 Foto: Arturo Rivas 27 Bilder

Der Concours d’Elégance während der Classic Days auf dem Park- und Gartengelände von Schloss Dyck endete mit einem Paukenschlag: Ein unrestauriertes Mercedes-Benz-Cabrio von 1929 aus dem Besitz von Rudolf Carraciola erhielt die Auszeichnung "Best of Show".

08.08.2011 Kai Klauder Powered by

Auch in diesem Jahr und trafen sich zum sechsten Mal auf der grünen Halbinsel der Schloss-Orangerie 40 historisch wertvolle Automobile zum Schönheitswettbewerb "Jewels in the park". Eine großartige Kulisse bildete auch der am Teichufer gegenüber gelegene Hauptbau des zweiteiligen Dycker Wasserschlosses mit seiner frisch restaurierten, ocker-gelb leuchtenden Fassade. Die dringende Restaurierung der in Zentraleuropa einmaligen Schloss-Anlage wird übrigens aus den Eintrittsgeldern der Classic Days mitfinanziert.

Doch nicht alle Concours-Teilnehmer befanden sich in einem derart aufgeräumten Zustand wie das Schlossgebäude vis à vis. Zumindest drei "Jewels in the park" zeigten stolz die Spuren ihrer schon langen Existenz ­ und hatten zum einmal damit sogar Erfolg: Die 14-köpfige Fach-Jury kürte das mächtige, schwarze Mercedes-Benz 710 SS Cabriolet/4 von 1929 mit seinen feschen, rot lackierten Speichenrädern zum "Best of Show".

Dessen Karosserie wirkte an einigen Stellen leicht wellig, und das Leder im Innenraum rauh und rissig ­ aber immer noch ansehnlich. Jury-Mitglied und Automobil-Design-Professor Johann Tomforde sagte bei der Preis-Verleihung: "Die Entscheidung war nicht einfach. Aber was uns letztlich überzeugte, war das hohe Maß an Originalität, die an einem unrestauriertem Wagen in diesem Zustand nicht zu überbieten ist."

Zweiter Platz für Bizzarini 5300 GT Strada

Die beiden anderen mehr oder weniger stark patinierten Originale waren der Autobleu Milles Miles 750 und ein schwarzer Bizzarini 5300 GT Strada mit gelb lackierten Leichtmetallfelgen, der in der FIVA-Klasse I ("Rare GTs") den zweiten Preis erhielt. Als heimlicher Publikumsliebling erwies sich dagegen der leicht verbeulte Langheck-Alu-Glaskuppel-Renner Autobleu Milles Miles 750 mit der Heckmotor-Technik des Renault 4CV aus dem Jahr 1954. In die Kategorie der interessanten Sonderlinge fällt auch der Paulussen Beradino, ein elegant gezeichneter Eigenbau mit Porsche-Technik und der Erstzulassung im Jahr 1975, an dem der Diplom-Ingenieur Johannes Paulussen (mit Pausen) von 1961 bis heute gearbeitet und der vom Fastback-Coupé in ein Auto mit Stufenheck und sogar in einen Roadster verwandelt werden kann.

Trotzdem bestand die überwältigende Mehrheit dieses offiziellen Concours des FIVA (Klassiker-Weltverband Fédération Internationale des Véhicules Anciens) aus echten "Jewels in the park", nämlich wunderbar restaurierte und in angenehmen Farben glänzende Klassiker mit hochkarätigem Stammbaum und spannender Geschichte. Zwei Beispiele: Ein schnörkellos gezeichnetes Alfa Romeo 1900 Pinin Farina Coupé im sanften Taubenblau, Gewinner der FIVA-Klasse H ("Italian Grand Tour") und in der gleichen Klasse ein zweifarbig lackierter, eleganter und mit viel Chrom aufgewerteter Ferrari 212 Inter Coupé Vignale. Dieses V12-Coupé stammt aus der legendären Schrott-Sammlung Messerli in der Schweiz, stand aber nicht draußen im Wald, sondern war zerlegt und in Kisten verpackt. Der Ferrari erhielt den Sonderpreis "Elegant Grand Touring".

Aber auch normale, damals wie heute attraktive Alltagsauto wie ein Volkswagen Karmann Ghia Coupé (Typ 34) von 1969 oder ein zehn Jahre älteres Borgward Isabella Cabrio durften zusammen mit den hochkarätigen Bentley, Delahaye, Horch, Lagonda Lincoln und Mercedes am Concours teilnehmen. Ein großes Lob muss noch an alle Fahrzeugbesitzer ausgesprochen werden, die am Samstagnachmittag unmittelbar nach der Fahrzeug-Präsentation vor der Jury einen tosenden Platzregen über sich und ihre rollenden Schätze ergehen lassen mussten. Ganz ohne hektische Rettungsaktionen durch Plastikplanen wurden die wertvollen Autos bis auf die Kastenrahmen nass ­ und man nahm es ganz im Sinne der relaxten Classic Days mit einem Lächeln hin.

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