Ford: 15 Milliarden Dollar Rekordverlust

Der US-Autobauer Ford hat auf seiner immer steileren Talfahrt 2008 einen Rekordverlust von fast 15 Milliarden Dollar erlitten. Es war bereits das dritte Minus in Folge nach einem Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Dollar in 2007.

Ford rechnet angesichts der schwersten Branchenkrise seit Jahrzehnten weiterhin frühestens 2011 mit operativen Gewinnen, wie der Konzern am Donnerstag (29.1) am Sitz in Dearborn bei Detroit (Michigan) mitteilte. Im Schlussquartal hat sich der Verlust mit fast 5,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Umsatz brach um mehr als ein Drittel auf 29,2 Milliarden Dollar (22,2 Milliarden Euro) ein. Auch in Europa schrieb Ford tiefrote Zahlen. "Wir haben den richtigen Plan", zeigte sich Konzernchef Alan Mulally dennoch überzeugt.

Keine Milliardenhilfe - 1.200 Entlassungen

Ford betonte erneut, keine staatlichen Milliardenhilfen zu benötigen. Die US-Wettbewerber General Motors (GM) und Chrysler können derzeit nur durch Notkredite der Regierung überleben. Ford verbrannte im Schlussquartal rund 5,5 Milliarden Dollar seiner Bargeldreserven. Der Konzern nutzt daher nun seine noch bestehenden Kreditlinien und holt sich frische Darlehen von 10,2 Milliarden Dollar. Damit sei die Liquidität ausreichend.

Der Autobauer kündigte einen weiteren Stellenabbau an - diesmal trifft es 1.200 Jobs in der Finanzierunsgsparte. Insgesamt baute Ford schon Zehntausende Arbeitsplätze ab und beschäftigte zuletzt rund 220.000 Mitarbeiter.

Fords weltweiter Absatz stürzte im vierten Quartal um mehr als 30 Prozent auf knapp 1,14 Millionen Autos ab. Im Gesamtjahr verkaufte der Hersteller 5,40 Millionen Autos - ein Minus von rund 18 Prozent zum Vorjahr. In Deutschland steigerte Ford Absatz und Marktanteil zuletzt. Der gesamte weltweite Automarkt wird nach Schätzung des Konzerns im laufenden Jahr um rund zehn Prozent einbrechen.

30 Milliarden Euro Verlust in drei Jahren 

Im Gesamtjahr 2008 fiel Fords Umsatz auch durch den Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover um 15 Prozent auf 146,3 Milliarden Dollar. Das Konzernergebnis war noch schlechter, als Experten bereits befürchtet hatten. Mit dem jüngsten Minus von 14,6 Milliarden Dollar addieren sich die Verluste in den vergangenen drei Jahren auf rund 30 Milliarden Dollar. Die Aktie lag im vorbörslichen US-Handel im Minus.

In Europa fuhr Ford im Schlussquartal einen Vorsteuerverlust von 330 Millionen Dollar ein. Die Gründe seien die Absatzkrise und der wieder stärkere Dollar gewesen. Im Vorjahr hatte Ford in Europa noch einen Gewinn von 223 Millionen Dollar erzielt. Der Umsatz fiel um 27 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Ford kündigte in Deutschland gerade Kurzarbeit ab März an.

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dpa

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