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Ford

2007 - Schicksalsjahr eines Autoriesen

Foto: dpa

Nach Bekanntgabe des Mega-Verlustes von 12,7 Milliarden Dollar am Donnerstag (25.1) überschlagen sich am Tag danach die US-Medien mit Analysen und Meinungen zum Fall Ford. Tenor: 2006 war das Jahr des Rekordverlsutes, 2007 wird sich zeigen, ob Ford eine Zukunft hat.

26.01.2007 Frank Volk

Wer es bislang verdrängt hatte, dem wurde es am Donnerstags knallhart serviert: Ford hat 2006 einen ungeheuren Verlust von 12,7 Milliarden Dollar eingefahren. 5,8 Milliarden alleine im letzten Quartal und 6,1 Milliarden nur aus dem US-Autogeschäft. Auch GM, mit einem Minus von 10,6 Milliarden aus dem Jahr 2005 bisheriger Spitzenreiter in der Hitliste der Rote-Zahlen-Könige, hat Ford locker stehen lassen. Was die Experten der einst stolzen Autobauernation Amerika darüber hinaus an den Rand der Depression stürzt: 2006 wird als das erste Jahr in die Geschichte der US-Autoindustrie eingehen, in dem alle drei Großen - GM, Ford und Chrysler - mit tiefroten Zahlen abschließen würde.

Im Trio der Krisengeschüttelten ist Ford derzeit aber ohne Zweifel der härteste Fall. Wie prekär die Lage inzwischen ist, offenbart eine andere Zahl, die in den Medien die Runde machte: In seiner Kriegskasse hat das Unternehmen noch etwas über 30 Milliarden Dollar, Experten rechnen damit, dass angesichts der enormen Sanierungskosten bei gleichzeitig weiter schlecht laufenden Geschäfte aus diesem Bestand 2007 nochmals 17 Milliarden wegschmelzen werden. Da Ford auf der verzweifelten Suche nach frischem Kapital schon im Spätherbst 2006 alle Firmenwerte inklusive des geistigen Eigentums quasi verpfändet hat, kann die nächste Fehlentwicklung bei dem 103 Jahre alten Autogiganten auch schon die letzte sein: Die Sanierung muss zügig laufen, die Vereinbarungen mit der Gewerkschaft müssen reibungslos funktionieren, und vor allem müssen die neuen Produkte einschlagen.  

Hohes Vertrauen in Mulally

Die Lage hat Ford-Chef Alan Mulally so schonungslos auch dargestellt. Dass der Ford-Kurs am Donnerstag abend unserer Zeit an der Wall Street dennoch leicht anzog, hat mit dem hohen Vertrauensbonus zu tun, den der Ex-Boeing-Mann am Finanzmarkt genießt. Erworben hat er diesen mit seiner offenen, gleichzeitig sehr kontrollierten Art des Krisenmanagement: "Das Vertrauen in ihn ist sehr hoch", kommentierte ein Wall-Street-Mann.

Wie hoch dieses Vertrauen aber belastbar ist, wird sich möglicherweise schon in den nächsten Wochen zeigen. Wie berichtet sorgt der Plan von Mulally, ausgerechnet in Zeiten schwerster Krise und massenhafter Entlassungen das Bonus-Programm für Top-Manager wieder aufleben zu lassen, für böses Blut mit der mächtigen Gewerkschaft UAW. Auf deren Kooperation ist Mulally aber angewiesen, wenn der Zeitplan für die Sanierung nicht ins Wanken geraten soll.         

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