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Ford

Das große Job-Holzen

Foto: Ford

Vor einigen Tagen General Motors, jetzt Ford: Mit Massenentlassungen und Werksschließungen, versucht die Nummer zwei unter den amerikanischen Autobauern den wirtschaftlich freien Fall zu stoppen.

07.12.2005

Von tiefen Sanierungsschritten wird seit Wochen geraunt im Ford-Hauptquartier in Dearborn, offenbar geht das, was ausgearbeitet in der Schublade bei Konzern-Chef Bill Ford liegt, weit tiefer. So sollen nach einem Bericht der Detroit News binnen der nächsten fünf Jahre bis zu 30.000 Jobs in Nordamerika gestrichen werden, dazu drohe zehn Werken die Schließung. Der Sanierungsplan unter dem Slogan "Way Forward", der am 23. Januar vorgestellt werden soll, liest sich wie eine Blaupause des in Existenznöten steckenden Konkurrenten General Motors. Vor einigen Tagen hatte Branchenkrösus GM die Streichung von ebenfalls 30.000 Jobs und die Schließung von neuen Werken angekündigt.

Allerdings beschränkt sich Ford bei den Sanierungsanstrengungen nicht nur auf das Eliminieren von Jobs. Parallel wurde angekündigt, dass die Marken Ford, Mercury und Lincoln neu ausgerichtet werden mit dem Ziel, jüngere Kunden zu erreichen. Schon auf der IAA in Frankfurt hatte Nordamerika-Chef Mark Fields eine Zukunft mit deutlich emotionaleren Autos beschworen.

Das wird auch nötig sein. Seit 1995 ist der Marktanteil von Ford, Lincoln und Mercury von 25,6 Prozent auf 17,4 Prozent geschrumpft. Und die seit Jahren am amerikanischen Markt unter den strauchelnden Autoriesen tobende Rabattschlacht hat tiefrote Zahlen in den Bilanzen von Ford hinterlassen: Gab es nach einem kurzen Höhenflug in den ersten neuen Monaten 2004 noch 1,8 Milliarden Dollar Gewinn, sieht die Bilanz nach neun Monaten des laufenden Jahres desolat aus. Das Minus türmt sich mittlerweile auf 2,2 Milliarden Dollar, ein Ende der Absatzschwäche ist nicht in Sicht.

Jüngere Produktlinie

Auf der Produktseite will es Ford nun schaffen, sich durch eine jüngere, dynamischere Produktlinie aus dem Abwärtsstrudel immer neuer Rabatt-Schlachten herauszuziehen. Offiziell wird Mark Fields die Produktstrategie, mit der Ford in die Zukunft gehen will, am 4. Januar bei der Los Angeles Auto Show vorstellen. In ersten Stellungnahmen bewerteten Analysten diesen Schritt als absolut positiv.

Vom Tisch sind unterdessen offenbar Pläne, die Marke Mercury gänzlich einzustampfen. Immer wieder hatte Fields in den vergangenen Wochen mehr oder weniger laut darüber nachgedacht, die Traditionsmarke einzustellen. Inzwischen liegt laut der "Detroit News" aber eine Studie vor, die zum Resultat kommt, dass Mercury trotz beklagenswerter Absatzzahlen mehr Geld bringt, als durch eine Einstellung gespart werden könnte. Ein neuer Plan sieht nun vor, Mercury als Marke für Frauen und junge Käufer attraktiv zu machen.

84.000 Jobs auf der Kippe

Das ist aber nur Fußnote in den wohl aufregendsten und schwärzesten Wochen für die nordamerikanische Automobilindustrie seit Jahrzehnten. Nach den nun vorliegenden Sanierungsplänen bei GM und Ford sind 60.000 Jobs akut gefährdet, hinzu kommen 24.000 Arbeitsplätze, die beim insolventen Automobilzulieferer Delphi auf der Streichliste stehen.

Nicht mit Sparplänen, aber mit Top-Personalien sorgte General Motors unterdessen für neue Schlagzeilen. So wechselt der als Sanierer des GM-Europageschäfts gefeierte Fritz Henderson zum 1. Januar als Finanzchef und GM-Vizepräsident nach Detroit und löst dort John Devine ab. Neuer Boss von GM Europa wird der Ex-Opel-Chef Carl-Peter Forster.

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