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Ford

Der Rettungsplan

Foto: Ford

Radikale Schnitte auf der Kostenseite, Vollgas bei der Einführung neuer Produkte und ein Trend hin zu kleineren Fahrzeugen. Mit diesem Gewaltakt will Ford den Weg aus der Krise erzwingen.

15.09.2006

Tiefe Schnitte und schmerzliche Konsequenzen hatten Aufsichtsratsboss Bill Ford und der neue starke Mann des Autokonzerns, Alan Mulally, im Vorfeld des am Freitag morgen (15.9.) vorgestellten Sanierungsplans versprochen. Zudem setzt Ford aber nicht nur auf Sparen, sondern will auf der Produktseite richtig Gas geben, wie Nordamerika Chef Mark Fields betonte.

Die Kernpunkte des Masterplans zur Rettung von Ford:

• Jährliche Kostenreduktion in Größenordnung von fünf Milliarden Dollar.
• Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen im Angestelltenbereich.
• Abbau von 25.000 bis 30.000 Jobs im Bereich der Arbeiter. Entgegen den ursprünglichen Planungen soll der Stellenabbau nicht bis 2012 vollzogen sein, sondern bereits Ende 2008
• Die Möglichkeit gegen Abfindung das Unternehmen zu verlassen - an alle Beschäftigten von Ford USA und den Komponentenwerken.
• Reduktion der Produktionskapazität um 26 Prozent auf rund 3,5 Millionen Einheiten.
• Schließung oder Verkauf aller Komponentenwerke bis Ende 2008.
• Stillegung von zwei weiteren Werken zusätzlich zu den sieben Werken, deren Ende bereits beschlossen wurden.
• Streichung der Quartalsdividende

Produkt-Priorität bei Crossover-Modellen

Den tiefen Einschnitten auf der Produktionsseite soll eine Produktoffensive entgegen stehen. Vor allem beim Tempo drückt Nordamerika-Chef Mark Fields schwer aufs Gas. Im Vordergrund steht dabei eine Abkehr von den großen SUV hin zu Crossover-Modellen.

Geplant ist in diesem Bereich:
• 70 Prozent des Produktportfolios der Marken Ford, Lincoln und Mercury soll bis Ende 2008 erneuert oder merklich aufgefrischt werden.
• Wachstumssegmente wie der Crossover-Bereich haben Priorität.
• Alle neuen Crossover-Modelle von Ford sollen noch 2008 an den Verkaufsstart kommen.
• Mit einem neuen Modell jährlich will Ford mit der Marke Mustang den Führungsanspruch im Bereich der Sportwagen behaupten.
• Bei der Produktentwicklung setzt Ford einen Schwerpunkt im Bereich kleinerer Fahrzeuge
• Hohe Investitionen sind im Bereich von Hybridfahrzeugen und bei Autos mit Biosprit vorgesehen. Noch 2008 sollen entsprechende Fahrzeuge auf die Straße kommen.

Gewinn nicht vor 2009 in Nordamerika

Trotz all dieser Maßnahmen rechnet Ford nicht vor 2009 mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Finanzchef Don Leclair betonte bei der Vorstellung des Zahlenwerks, dass ein früherer Zeitpunkt möglich gewesen wäre, hätte man sich auf reine Sparmaßnahmen konzentriert. Ziel des "Way Forward" sei aber nicht, möglichst schnell Gewinn zu machen, sondern den Konzern zukunftsähig zu machen. In Sachen Kooperationen ist lediglich vermerkt, dass für Aston Martin nach einem strategischen Partner Ausschau gehalten wird.

Mit Blick auf das Jahr 2006 betont Ford, dass in Südamerika und Europa weiterhin schwarze Zahlen erwartet werden, räumt aber ein, dass zusätzlich zum Hauptkrisengebiet Nordamerika auch in Asien, Afrika und bei der Premiere Automotive Group (PAG) Verluste erwartet werden.

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