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Redaktionsgespräch Ford Europa-Chef Jim Farley

Motoren, Modelle und Trump

James D. "Jim" Farley Executive Vice President and President Ford Europe Foto: Jens Erbeck

Ford Europa-Chef Jim Farley mag schnelle Autos, er fährt selbst Rennen mit einer Cobra und besitzt einen historischen GT 40. Ein echter Car Guy, der sich ebenso für Politik interessiert, wie wir merken, als es um Donald Trump geht.

29.11.2016 Andreas Of 1 Kommentar

Einen Ford GT hat James D. Farley noch nicht mitgebracht zum Redaktionsbesuch bei auto motor und sport. Die Produktion des Supersportwagens hat jetzt begonnen: „Bill Fords Auto wird gerade gebaut“, erklärt der Ford-Europa-Chef. Doch zunächst ist die Frage eine andere: Wohin steuert die Autoindustrie, an welchen Entwicklungen arbeitet Ford und was beschäftigt die 113 Jahre alte Autofirma?

Drohnen können Lieferwagen nicht ersetzen

Schnell geht es um die Themen der Gegenwart: Ford ist in den USA nach Toyota Nummer zwei bei den Hybrid-Verkäufen, berichtet Farley. Die Elektrifizierung wird weitergehen, Ford arbeitet an der Technik. Besonders interessant: elektrische Nutzfahrzeuge. Denn womit sollen Güter in die Städte geleifert werden, wenn Diesel wegen ihres Schadstoffaustoßes dort nicht mehr fahren dürfen? „Die kann man nicht alle per Drohne ausliefern“, sagt Farley. Einen großen Bedarf sieht er bei Logistik-Unternehmen oder Online-Tradern wie z.B. Amazon, die auf eine funktionierende Lieferkette angewiesen sind. Gut möglich, dass dort selbst autonom fahrenden Elektro-Lieferwagen entwickt werden, so Farley. Die Konkurrenz kommt inzwischen auch von außen, Tesla und Google sind Beispiele dafür.

Ein Trend ist schon jetzt klar erkennbar: Bei kleinen und kompakten Autos sinkt der Anteil der Dieselmotoren, anspruchsvollere Abgasreinigung verteuert den Selbstzünder. Eine mögliche Alternative: ein kleiner Benziner mit 48-Volt-Mild-Hybrid. Ford arbeitet für die Zukunft daran, den CO2-Ausstoß auf unter 90 Gramm je Kilometer im WLTP-Zyklus zu reduzieren. Doch eine Abschaffung des Diesels sieht der Ford-Europa-Chef noch in weiter Ferne: „Der Diesel ist für Nutzfahrzeuge und Einsatzbereiche mit hohen Laufleistungen weiter wichtig und wir brauchen ihn für die Reduktion des Verbrauchs.“

Benziner und Diesel weiter wichtig

Otto und Diesel bleiben wichtig, denn auch wenn die optimistischen Schätzungen eintreffen, dass 2025 ein Viertel der Autos elektrisch angetrieben sind oder mit einem Plug-In-Hybrid fahren, seien 75 Prozent der Autos eben immer noch Verbrenner.

James Farley Foto: Dino Eisele
Jim Farley mag schnelle Autos und fährt selbst Rennen.

Und wann setzt sich das Elektroauto durch? Farley nennt Zahlen aus den USA: Dort hätten Hybrid- und Elektroautos jahrelang einen Anteil von drei Prozent gehabt – trotz steigenden Angebots. Auch in Kalifornien, wo der Hybrid- und Elektroanteil bei zehn Prozent lag, war „das einzige, was sich änderte, die Auswahl für den Kunden“, erklärt der Ford-Europa-Chef. Das Timing sei bei Elektroautos sehr wichtig. Und die Identität der Marke: „Was macht die Marke aus, wenn sich die Antriebe nicht stärker unterscheiden als eine Flasche Shampoo?“, fragt sich Farley, der vor seiner Zeit als Europa-Chef für den weltweiten Vertrieb und das Marketing von Ford verantwortlich war.

Ford und Trump – wie weiter?

„Es ist zu früh, um eine Präsidentschaft Trump zu beurteilen.“ sagt Farley. Er kam während der Krise der US-Autoindustrie zu Ford nach Detroit. Die Firma kam als einzige der Großen Drei ohne Staatshilfe aus, musste aber 12 Werke schließen. „Es gibt eine Menge enttäuschter Menschen in den USA, die sich im Stich gelassen fühlen. Die wollen einfach, dass alles anders wird. Wie das dann ausgehen wird, müssen wir erst abwarten“, sagt Farley.

James D. "Jim" Farley Executive Vice President and President Ford EuropeFoto: Jens Erbeck
Zum Schluss möchte der Ford-Europa-Chef wissen: Welches Auto fahlt der Marke?

Wie wird sich die Präsidentschaft von Trump auf Ford auswirken? „Wir sind 113 Jahre alt, wir haben eine Menge Präsidenten gesehen“, erklärt der Ford-Europa-Chef. Man beobachte und analysiere die Situation, Bill Ford spricht persönlich mit Donald Trump – nachzulesen auf Twitter. Dort hatte Trump bereits die vermeintliche Rettung eines Ford-Werks in Kentucky verkündet. Ford plant allerdings weiterhin mit einem neuen Werk in Mexiko.

Baut einen tollen, kleinen SUV!

Zum Schluss möchte „Jim“ Farley wissen, was Ford nach Ansicht der Redaktion bauen sollte. Das Votum geht klar in Richtung Crossover einen kleineren Pickup als den Ford Ranger – oder einen kleinen SUV. So schnell werde der Trend nicht enden, zu groß seien die Vorteile der kleinen Hochsitze – auch wenn die Leidenschaft vieler Autoliebhaber sportlichen Autos gilt. So wie bei Jim Farley.

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Definitiv einen Pick-up! Keine halbe Nummer, sondern wesentlich kleiner als der Ranger. Eher auf Basis des Fiesta, als auf der des Focus. Annehmbare Ausstattung und Motorisierung bereits ab 17.500,- €. Hoch bis 22.500,-. Wäre das Design frei wählbar, dann eindeutig am Stil des F150 orientiert/dort in Auftrag gegeben. Als 2,5- und 4-Türer. Was notwendig wäre eine innovative Gepäckraumverwaltung. Abschließbare Boxen, sonst würde dies hier auf Vorbehalte stoßen. Einfach montier- und demontierbare Hardtops, in Ausstattungspaketen enthalten. Auf diese Weise wäre ein Freizeitorientiertes Publikum erreichbar, zum Umdenken zu bewegen. Fans (Angler, Wassersportler, Fahrrad/Outdoor, später Baumarktler) die potentielle Kunden sind, denen jedoch alles in der Kategorie Ranger & Co zu schwer, damit durstig und obendrein zu teuer ist, könnten zu Trendsettern werden. Und als Vernunftzugabe, auf Diesel verzichten, statt dessen das Fahrzeug, bis auf die Basisvariante, nur mit Autogas anbieten :-)

Alex7979 29. November 2016, 13:12 Uhr
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