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Ford

Explorer-Ärger ohne Ende

Die NHTSA wird keine offizielle Sicherheitsuntersuchung des Ford Explorers einleiten, auch wenn diese vom Reifenkonzern Bridgestone/Firestone vehement gefordert wurde.

13.02.2002

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wird keine offizielle Sicherheitsuntersuchung des Ford Explorers einleiten, auch wenn diese vom Reifenkonzern Bridgestone/Firestone vehement gefordert wurde. Nach einer eingehenden Untersuchung der vom Reifenhersteller und von Ford vorgelegten Daten erklärte die NHTSA jetzt, dass das Modell keinerlei Auffälligkeiten gegenüber anderen SUV (Sport Utility Vehicles) zeige.

SUV neigen generell zu Überschlägen

Firestone hatte dagegen behauptet, dass der Explorer durch Konstruktionsfehler verstärkt zum Überschlagen neigen würden. Die NHTSA wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass SUV-Modelle generell eine größere Tendenz haben sich zu überschlagen. So seien im Jahr 2000 62 Prozent aller tödlichen Unfälle mit Sport Utility Vehicles durch Überschläge entstanden. Bei den Pkw lag die Quote bei 22 Prozent.

Ford begrüßte zwar die Entscheidung der Verkehrssicherheitsbehörde - doch ein Ende des Explorer-Ärgers ist nicht abzusehen. In den nächsten Tagen wird ein Chicagoer US-Berufungsgericht darüber entscheiden, ob das Urteil der Richterin Sarah Evans Barker vom 28. November 2001 Bestand hat. Sie hatte festgestellt, dass jedermann, der zwischen 1991 und 2001 Firestonereifen der Marke AT Wilderness oder einen Ford Explorer besessen hat, das Recht auf Entschädigungsklage hat und dazu einer so genannten Class Action, zu deutsch Sammelklage, beitreten darf.

Mehr als vier Millionen mögliche Kläger

Diese Class Actions erlauben es auch weniger finanzstarken Personen, juristisch gegen Konzerne vorzugehen, weil sie sich mit vielen anderen Klägern einen der in den USA sehr teuren Rechtsanwälte teilen können. Das finanzielle Risiko für den Einzelnen entfällt dadurch. An einer Sammelklage darf jeder teilnehmen, der den gerichtlich festgestellten Kriterien entspricht.

Potenziell hätten nach Barkers Rechtsprechung bis zu vier Millionen Explorerbesitzer und zig Millionen Reifeneigner das Recht zur Klage auf Entschädigung. Ford und Firestone, die derzeit bereits in einigen hundert Fällen wegen Überschlägen nach Reifenplatzern verklagt wurden, waren jedoch sofort in Revision gegangen. Ford äußerte sich verhalten optimistisch, dass das Class-Action-Urteil in der Revision keinen Bestand haben werde. Die Annahme der Klage sei bereits ein Teilerfolg. Die Anwälte von Explorer- und Reifenbesitzern äußerten sich jedoch ebenfalls zuversichtlich, da das Urteil von Richterin Barker durch zahlreiche Beweise gestützt und sehr durchdacht gewesen sei. Der erste Verhandlungstermin ist auf den 15. April festgesetzt.

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