Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ford-Fields

Ändern oder Sterben

Foto: Ford

Mit ungewöhnlich drastischen Worten hat Ford-Nordamerika Präsident Mark Fields Mitarbeiter und Märkte auf die anstehenden Restrukturierungsentscheidungen des angeschlagenen US-Autobauers eingestimmt. Fields sagte auf der Motorshow in Los Angeles: "Die US-Autohersteller müssen sich ändern oder werden sterben."

05.01.2006

Die martialische Wortwahl mochte so gar nicht zum sonst so smart auftretenden Ford-Hoffnungsträger mit der Aura eines Popstars passen. Von "Schlachtfeldern" war da die Rede, von "Ändern oder Sterben" und vom "Krieg um die Märkte der Zukunft". Fields ließ bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt in Los Angeles keine Zweifel daran, dass die großen US-Autobauer vor dem Scheitern stehen, wenn sie in Punkto Kosten und Produkte jetzt nicht die Kurve bekommen.

Der Auftritt des 44-jährigen Topmanagers, der von Konzernboss Bill Ford im vergangenen Oktober zur Sanierung des maroden US-Geschäftes nach Nordamerika geholt worden war, war Reaktion auf Spekulationen in US-Medien, dass der Autobauer in den USA und Kanada 30.000 von 100.000 Stellen abbauen werde. Während Bill Ford das komplette Restrukturierungsprogramm voraussichtlich am 23. Januar vorstellen wird, lieferte Fields quasi zur Einstimmung eine schonungslose Bestandsaufnahme über die Situation der US-Autoindustrie.

Fields sagte in seiner Rede, dass die US-Autobauer - inklusive Ford - endlich wieder Autos bauen müssen, die den Bedürfnissen der Käufer entsprechen. Die Herausforderung laute, sich zu ändern oder unterzugehen.

Klein wird groß

Zu dieser Änderung gehöre auch, sich endgültig vom Wettstreit zu verabschieden, wer von den großen drei US-Herstellern - GM, Ford und Chrysler - der größte sei. Diese Debatte führe komplett an den Realitäten vorbei, weil beim Starren auf die vermeintlich nationale Konkurrenz übersehen worden sei, dass eigentlich alle drei in Produktfragen den Anschluss zur internationalen Konkurrenz verpasst hätten.

Mit Blick auf die eigene Produktpalette nannte Fields hier explizit das Segment der Kompaktklasse und Crossover-Fahrzeuge. Diese hatten im vergangenen Jahr erstmals die schweren SUV, eine Domäne von General Motors und Ford, überholt. Diesen Rückstand will Fields nun mit aller Energie aufholen. "Klein wird groß" prophezeite Fields für den US-Markt und bezeichnete das Segment als "Hauptschlachtfeld" der Zukunft beim Kampf um die Kunden.

Während Fields in Los Angeles redete, kündigte der wirtschaftlich schwer angeschlagene Konkurrent General Motors die Entlassung von 500 Ingenieuren und Designern an.

Ford hatte Ende vergangenen Jahres ein Minus von über zwei Milliarden Dollar alleine auf dem US-Markt angekündigt, General Motors einen Verlust von über vier Milliarden. Parallel dazu waren die Marktanteile beider Marken weiter gesunken und bewegen sich im Bereich historischer Tiefs.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige