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Ford

Fields zeigt Hoffnungsträger

Foto: Ford 4 Bilder

Während die Wirtschaftsexperten am finanziellen Beifreiungsschlag für Ford arbeiten, soll Nordamerika-Chef Mark Fields mit neuen Produkten für Absatzschwung sorgen. Eine Schlüsselrolle dabei spielt die Marke Lincoln.

09.08.2006

Ziemlich kühl hat einer der einflußreichen Autoanalysten an der New Yorker Wall Street kürzlich auf die Ankündigung reagiert, dass der Ex-Investment-Banker Ken Leet die Strukturen des angeschlagenen Autobauers durchforsten soll. Es sei ja schön und gut, hatte der Analyst in einem Fernsehinterview gegrummelt, wenn Ford sein Milliardengrab Jaguar los werde, davon würden die Verkaufszahlen in Nordamerika aber auch nicht besser.

Hier kommt Mark Fields ins Spiel, ein stets gebräunter Sonnyboy mit Hollywood-Appeal, den Bill Ford vor gut einem Jahr von Europa nach Nordamerika beorderte, damit er dort die in vielen Bereichen verfehlte Produktpalette des traditionsreichen Autobauers auf Vordermann bringt. Viele glückliche Momente hatte der Brite seither nicht. Die Marktanteile der Marke mit dem blauen Oval torkeln am Heimatmarkt immer neuen Tiefstständen entgegen. Zuletzt waren es im Juli gerade noch 15 Prozent, womit Ford den zweiten Platz der Zulassungskönige an Toyota abtreten musste.

Bremsen möchte Ford den freien Fall mit neuen, emotional deutlich stärker aufgeladenen Produkten. Eine Schlüsselrolle dabei spielen zwei Modelle, die Fords Weg in die Zukunft weisen sollen und die Fields heute bei einer Tagung vor Managern vorstellen wird: Der Lincoln MKS, dem die Flaggschiff-Rolle zukommt den patinierten Ruf der Luxusmarke neu aufzupolieren und der Ford Shelby GT, mit dem Ford die emotionale Karte spielt.

Schlüsselrolle für Lincoln

Vor allem der Marke Lincoln wird eine entscheidende Rolle beigemessen, wohin für Ford die Reise in Nordamerika geht. Bislang steht die Marke für den Glanz vergangener Zeiten, der Lincoln Town Car steht zwar ganz oben auf den Zulassungslisten, das liegt aber hauptsächlich daran, dass das Auto in keinem Fuhrpark amerikanischer Vermietfirmen fehlen darf.

Das soll sich nun ganz grundlegend ändern. Der Lincoln MKS wurde von Fields persönlich zum Modell ausgerufen, das wie kein anderes für die Zukunft von Ford steht, in dem geballte Autobauerkunst, Technologieführerschaft und Komfort vereint seien. Mit dem MKS möchte Fields die Phalanx der vorherrschenden ausländischen Premiumanbieter wie BMW, Lexus oder Mercedes sprengen.

Dabei ist der MKS nur eines von neun Modellen, die Ford in den nächsten sechs Monaten vorstellen möchte. Mit dieser geballten Neuheitenoffensive, sagen Marktbeobachter, will Fields das Grummeln der Kritiker zum Verstummen bringen, die ihm vorwerfen, die Erneuerung der Produktpalette nicht schnell genug voran zu treiben.

Die bisherige Resonanz in den USA auf den Lincoln ist verhalten bis freundlich. Das liegt nicht am neuen Design, dem ein großer Sprung nach vorne beschieden wird, sondern am Umstand, dass zwei für den Markterfolg entscheidende Kriterien noch nicht bekannt sind: Wie die Motorisierung ausschaut und vor allem: Was wird der Lincoln kosten? Die US-Autogemeinde ist sich aber einig: Stimme das Preis- Leistungsverhältnis, habe der Lincoln gute Chance zu dem Star zu werden, den Ford so dringend braucht.

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