Ford Fiesta-Debüt in USA

Mit dem Fiesta durch den Wilden Westen

Ford Fiesta Pikes Peak

Ford bringt den Fiesta ab Sommer 2010 auch in den USA auf den Markt. Während der Wilde Westen noch immer von Pickup-Trucks dominiert wird, wagen wir eine erste Spritztour mit dem europäischen Kleinwagen durch die Bundesstaaten Colorado und New Mexico. 

Im Wilden Westen der USA ist "klein" ein Fremdwort. Vielen reicht ein "normales" Auto daher auch nicht aus. Wer hier keinen Pickup-Truck fährt, gehört irgendwie nicht wirklich dazu. Den Leuten im Westen also einen nagelneuen, in Europa produzierten Ford Fiesta unter die Nase zu reiben - der dazu noch so blau ist, wie der Himmel über Montana - ist eine riskante Angelegenheit. Aber ab dem nächsten Frühjahr soll das schon Realität werden. Dann soll der neue Ford Fiesta auch in den USA angeboten werden und dem angestaubten Detroiter Autokonzern wieder etwas Glanz verleihen.

Mit dem Ford Fiesta unterwegs in der Prärie

Die Prognosen verheißen gute Verkaufsergebnisse in urbanen Gegenden wie Los Angeles oder New York - die Cowboys im Westen will Ford dagegen weiterhin mit mächtigen Pickup-Trucks bei der Stange halten. Aber, wer weiß, vielleicht finden ja doch ein paar Ford Fiesta-Exemplare ihren Weg in das so genannte "Bandit Country" des Mittleren Westens. Um zu sehen wie sich der Kleinwagen aus Köln hier schlägt, begeben wir uns auf einen kleinen Road Trip durch die US-Bundesstaaten Colorado und New Mexico. Start- und Zielpunkt ist Colorado Springs.

Auf den schier unendlichen Landstraßen in Colorado schrumpft der kleine Fiesta geradezu auf Miniaturgröße zusammen. Die einzigen Fahrzeuge, die noch kleiner sind, haben nur zwei Räder - und um ehrlich zu sein, wirken auch die ganzen Harley Davidson-Motorräder, die auf der Route 160 entlang cruisen, meist mächtiger als der mit einem 1,6-Liter-Benziner bestückte Ford Fiesta. Mit dem großen Unterschied, dass der Winzling aus Deutschland wie gemacht ist für Kurven. Die Handling-Eigenschaften der "Big-Bikes" und der meisten anderen Fortbewegungsmittel hier draußen lassen dagegen eher zu wünschen übrig. Der Fiesta umwirbelt sie wie eine kleine Biene den Honig suchenden Bären. 

Der Ford Fiesta schreckt auch vor Schotter nicht zurück

Schon bald haben wir die Grenze zu New Mexico erreicht, wo wir über eine Schotterstraße
in Richtung unseres Nachtquartiers in Taos fahren. In Europa ist der Fiesta schon lange eine feste Rallye-Größe. Und auch beim Pikes-Peak-Rennen 2009 oder den X-Games war der kleine Flitzer bereits in weitaus sportlicheren Versionen zu sehen. So schreckt der Ford Fiesta also auch vor Dreck und Schotter nicht zurück.

Am nächsten Morgen geht es in aller Frühe zurück nach Colorado. Fünf Stunden braucht man von hier nach Colorado Springs, eine Strecke, die in den meisten Teilen Europas für eine komplette Länderdurchquerung reichen würde. Ein paar Haarnadelkurven später erreichen wir wieder die weiten Ebenen mit ihren flachen, langgezogenen Straßen. Zwar ist der Ford Fiesta auf diese Asphaltbändern nicht zuhause - beirren lässt er sich davon aber kaum. Klar besitzt der kleine Europäer in diesen Gefilden nicht die Durchschlagskraft eines Ford F150 Pickup - dennoch ist es ein bisschen so wie beim Vergleich einer kleinkalibrigen Pistole mit einer 44er Magnum: Die eine mag vielleicht kleiner sein, aber beide erfüllen ihren Zweck.

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Jeremy Hart/rbu

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