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Ford gegen Opel im Markencheck

Welche Traditionsmarke kriegt die Kurve?

Opel Astra, Ford Fiesta Foto: Beate Jeske 25 Bilder

Die deutschen Traditionsmarken Ford und Opel kämpfen mit schwachen Werksauslastungen und sinkenden Verkaufszahlen. Wer ist besser gerüstet für die Schlacht um Marktanteile?

13.07.2012 Stefan Cerchez Powered by

Beide haben einen renommierten Namen und eine Konzernmutter in den USA. Ihre rollenden Produkte sind im kollektiven deutschen Autogedächtnis fest verankert. Und beide kämpfen heute längst nicht mehr nur gegen die einheimische und europäische Konkurrenz, sondern auch gegen ein immer attraktiveres Angebot der Importeure aus Asien, vor allem der Koreaner.

Die Rede ist von den deutschen Traditionsmarken Ford und Opel, die sich dieser Tage einer nicht ganz einfachen Situation ausgesetzt sehen: Auf dem europäischen Markt müssen sie sich hinter der dominanten Marke VW einordnen, die mit einem Marktanteil von 13 Prozent im April wesentlich besser dasteht als Ford (7,6 Prozent) oder Opel samt seiner britischen Schwestermarke Vauxhall (6,5 Prozent).

Von unten rücken Audi, BMW und Mercedes an

Von unten rücken ihnen die Premium-Marken Audi, BMW oder Mercedes mit Marktanteilen zwischen fünf und sechs Prozent auf den Pelz, die, um ihre selbst gesteckten Stückzahlziele zu erreichen, ebenfalls zum Wachstum verdammt sind. Und schließlich drängen mit Hyundai und Kia (3,4 und 2,7 Prozent Marktanteil) zwei neue Wettbewerber mit Macht in den Volumenmarkt, die längst nicht mehr nur als billige Nachahmer antreten, sondern in Europa für Europa entwerfen, entwickeln und fertigen.

Die aktuelle Situation in Deutschland: In einem wachsenden Markt (plus 2,9 Prozent) konnten alle deutschen Marken bis auf Ford (minus 6,3 Prozent) und Opel (minus 9,1 Prozent) im April Zugewinne gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Europaweit verkaufte Ford von Januar bis April bei gleich gebliebenem Marktanteil fast 27.000 Autos weniger als im Vorjahr (minus 7,1 Prozent), bei Opel/Vauxhall waren es sogar 56.600 Fahrzeuge weniger als 2011, was einem Minus von 16,4 Prozent entspricht.

Analog dazu ist die Auslastung der Montagewerke erheblich gesunken. Beide Unternehmen kämpfen heute mit Überkapazitäten, was bei General Motors-Tochter Opel zu einer Standortdiskussion geführt hat. Obwohl im Jahr 2010 bereits das Werk Antwerpen geschlossen wurde, stehen die deutschen Produktionsstätten derzeit mehr unter Druck denn je. Denn der neue Astra wird ab 2015 nicht mehr in Rüsselsheim, sondern in England und Polen gebaut. Opel plant zwar, das Stammwerk, das als modernste Fertigungsstätte des Unternehmens gilt, auch nach dem Auslaufen der aktuellen Insignia- und Astra-Modelle auszulasten. Möglicherweise übernimmt Rüsselsheim dann die Produktion des Vans Zafira, was aber hinter die Zukunft des Werks Bochum, wo der Van zur Zeit noch produziert wird, ein dickes Fragezeichen setzt.

GM hält Opel an der kurzen Leine

Opel leidet vor allem darunter, dass GM seine deutsche Tochter kurz hält und nicht auf Märkten außerhalb Europas antreten lässt, um so die Stückzahlen zu erhöhen. "Die Vertriebsstrategie der amerikanischen Mutter ist für Opel sehr unglücklich", bewertet Professor Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft in Bamberg die GM-Konzernpolitik.

Um wenigstens die Kosten bei seiner Europa-Tochter zu reduzieren, ging General Motors im Frühjahr eine Kooperation mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroen) ein und beteiligte sich mit sieben Prozent an den Franzosen. GM Europe soll durch gemeinsame Plattformen mit PSA wettbewerbsfähiger werden – eine Strategie, die nicht von allen Experten positiv bewertet wird. Denn die beiden Konzerne stehen mit ihrem Modellprogramm auf vielen Märkten in direkter Konkurrenz zueinander, Einsparungen sind vorerst nur bei Einkauf und Fertigung denkbar – was womöglich zu Lasten von Opel-Standorten geht.

Auch Ford knabbert europaweit gesehen an den Auswirkungen von Schuldenkrise und geringen Wachstumsraten. Auf die starken Verluste vor allem in Südeuropa reagierten die Kölner mit dem Antrag auf Kurzarbeit für ihr Werk in der Domstadt. Dort wird der Kleinwagen Fiesta gebaut, von dem 80 Prozent der Produktion in den Export gehen. Bis Oktober sollen die Bänder dort an bis zu acht Tagen stillstehen.

Ford of Europe profitiert eher von Konzernzugehörigkeit

Allerdings ist die insgesamt schlechte Auslastung bei den Rheinländern auch darauf zurückzuführen, dass die Werke in Craiova (Rumänien) und Valencia (Spanien) derzeit mit den Vorbereitungen für Modellanläufe oder -wechsel beschäftigt sind. So läuft die Produktion des Minivans B-Max in Craiova erst an, während das Werk Valencia auf die Fertigung des neuen Kuga eingerichtet wird. Positiv ist auch zu vermerken, dass Ford of Europe von seiner Konzernzugehörigkeit eher profitiert als Opel: Mit Fiesta, Focus, Mondeo und Kuga laufen künftig gleich vier Modelle als echte Weltautos vom Band.

Daneben setzten die Kölner frühzeitig auf Innovationen wie Benzin-Direkteinspritzung und Doppelkupplungsgetriebe. Daher fällt auch das Analystenurteil positiv aus: "Wir erwarten für Ford eine schnellere Erholung als für Opel – auch weil wir Ford als die stärkere Marke sehen und Opel ein Imageproblem hat", sagt Henner Lehne von IHS Automotive. Immerhin: Mit ihrer Modellpalette müssen sich beide Unternehmen nicht verstecken. Während bei Opel der Start des Mokka im boomenden SUV-Segment und die Facelifts von Astra und Insignia bevorstehen, frischt Ford im Herbst den Fiesta auf, und die 2013er-Modelle B-Max, Kuga und Mondeo stehen schon in den Startlöchern.

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