Ford Iosis Max: Erste Fahrt mit der Ford-Studie

Ford Iosis Max

Als Ausblick auf die nächste Generation des C-Max zeigte Ford auf dem Genfer Salon die Studie Iosis Max. Sie fährt sogar - also los auf eine exklusive und hitzige Runde unter der großen Plexiglaskuppel.

So ein Minivan kann ja ganz hervorragend Hartschaumverpackungen zum Recyclinghof fahren oder sich mit Windelpacks und Kindersitzen vollräumen lassen. Aber auch die beschönigende Bezeichnung MAV - Multi Activity Vehicle - ändert nichts daran: In solche Multiaktivitäts- Fahrzeuge verliebt man sich nicht von alleine. Mit ihnen wird man verkuppelt - von raumfordernden Familien oder platzgreifenden Hobbys.

Im Ford Iosis Max finden sich Designelemente des nächsten C-Max

Mit dem Iosis Max möchte Ford dagegen einen Minivan zeigen, der nicht nur benötigt, sondern - wenigstens ein bisschen - begehrt werden soll. Dazu gibt die Studie vom letzten Genfer Salon einen Ausblick auf ein Serienmodell, wie schon die beiden Concept Cars Iosis (Mondeo) und Iosis X (Kuga). Im Iosis Max finden sich Designelemente des nächsten, wieder fünfsitzigen Ford C-Max, der auf der IAA steht. Jetzt fährt aber erst mal der Iosis Max - auf der Ford-Teststrecke in Dunton nordwestlich von London. Allerdings noch etwas fragil und schwach gedämmt gegen Motorgeräusche sowie die ungewohnt ambitionierte englische Sonne. Sie bratzelt auf die Plexiglaskuppel, die sich von der Motorhaube bis zur Heckklappe zieht.

Innerhalb von acht Monaten entstand der fahrbereite Prototyp mit einer Front, deren Züge als DNA auf künftige Ford-Modelle übertragen werden. "Zu den typischen Designelementen gehören der große trapezförmige Kühllufteinlass, die angeschnittenen Scheinwerfer und die V-förmige Linie, die von den A-Säulen in den Kühlergrill läuft. Ihn dominiert die Ford-Pflaume und zeigt damit den Stolz auf unsere Markenidentität", erklärt Stefan Lamm, Exterior Design Director von Ford Europe. "An der Seitenlinie entsteht Dynamik durch straffe Linien und die Keilform. Alle Linien müssen plausibel, kontrolliert und eingebettet sein, auf einen Punkt hinlaufen", sagt Lamm und deutet auf die Sicke, die sich von der Vordertür bis in die Heckleuchte zieht.

Die Türen des Ford Iosis Max schwingen parallel zur Karosserie auf

Weil es bei einem Minivan nicht nur um die Einbettung von Linien geht, sondern eben auch um die von Hartschaumverpackungen und Windelpacks, transportiert der Iosis Max Fords Kinetic Design durch praktische, kinetische Tricks: Die Türen schwingen parallel zur Karosserie auf, die Motorhaube legt sich über die Frontscheibe, und die zwei Teile der Heckklappe öffnen entweder platzsparend separat oder ziehen sich gemeinsam übereinander. "Dadurch bleibt das Auto bei offenen Türen kompakt, das ermöglicht in engen Garagen leichtes Beladen", erläutert Patrick Verhée, verantwortlich für das Design-Engineering des Max.

So spacig er innen auch aussieht, er beherrscht doch Minivan-typische Variabilität: Alle Sitze hängen an der großen Mitteltraverse, jene der drei Mitfahrer tauchen beim Umklappen in den Fußraum ab und bilden mit dem Kofferraum eine ebene Ladefläche. Zudem können sie herausgenommen und durch spezielle Halterungen, etwa für Fahrräder, ersetzt werden. Die Bedienungsstruktur des Cockpits orientiert sich am iPhone. Alle wichtigen Funktionen lassen sich auf der großen, berührungssensiblen Plexiglasfläche abrufen. Zu den weniger wichtigen führt der Controller in Menüs, die ein Bildschirm darstellt. Anders als bei den Ford-Limousinen mit fahrerorientierten Cockpits sollen in den Vans viele Funktionen für die Mitfahrer einseh- und bedienbar sein.

Der Ford Iosis Max wird zunächst von einem 1,6-Liter-Vierzylinder angetrieben

Den Iosis und C-Max motorisiert eine neue Generation von Turbobenzinern. Unter dem Namen Eco-Boost bietet Ford in Amerika schon einen 3,5-Liter-V6 als sparsamen Ersatz für den V8 an. Bei uns gibt es zunächst einen 1,6-Liter-Vierzylinder, der mit Aufladung, variabler Nockenwellenverstellung sowie Direkteinspritzung (200 bar Einspritzdruck) 180 PS leistet und im Verbund mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe im C-Max nur rund 125 g CO2/km emittieren soll. Der mit 10:1 für ein aufgeladenes Triebwerk hoch verdichtete Motor ist eng mit dem bekannten, gleich großen Vierzylinder der Sigma-Motorenfamilie verwandt und wird dieselben Modelle antreiben - also neben CMax auch Fiesta, Focus und Mondeo.

Ford arbeitet an einer Dreizylinder-Reihe mit 1,0 bis 1,2 Liter

Später erhalten auch die Motorenfamilien mit 1,25 bis 1,6 sowie mit 1,6 bis 2,3 Liter Hubraum diese Technik. Außerdem entwickelt Ford an einer Dreizylinder-Reihe mit 1,0 bis 1,2 Liter. Neben kostengünstigen Saugversionen wird es davon auch Eco-Boost-Varianten mit genug Leistung geben, um die größeren Modelle inklusive der Focus-Derivate anzutreiben. Also auch den C-Max. Dem fehlt dann eigentlich nur noch ein Automatikgetriebe, damit sich das mit dem Verkuppeln endgültig erledigt hat.

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Sebastian Renz

Autor:

auto motor und sport, Heft 15 / 2009

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