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Ford

Kein Spielraum für neue Fehler

Foto: dpa

Nach Bekanntwerden des Milliardenverlustes im dritten Quartal wachsen in den USA die Zweifel, ob der wirtschaftlich schlingernde Autoriese Ford nochmal die Kurve kriegt.

24.10.2006

Es war keiner der Tage, aus denen man Hoffnung schöpft. Nachdem Ford am Montag (23.10) seinen höchsten Quartalverlust seit 14 Jahren offenbart hatte, schlug die Stunde der Zweifler und Skeptiker: Ratingagenturen kündigten weitere Verschlechterungen der Bonitätseinstufen an, womit sich die Frage stellt, was hinter "Schrott" noch kommt. Autoexperten zählten auf, dass angesichts des massiven Absatzrückgang in den USA die neuen Hoffnungsträger wie der Ford Edge zu spät kämen, und Analysten rechneten vor, dass der angestoßene Abbau von 44.000 Arbeitsplätzen zwar schön und gut sei, die positiven Wirkungen aber nicht vor 2009 zu erwarten sei. Das allerdings, sei angesichts der Milliardendollar, die Ford Quartal für Quartal verbrenne, viel zu spät.

Dass noch keiner der versammelten Experten im Zusammenhang mit der Krise bei Ford das Wort vom Konkurs in den Mund genommen hat, dürfte denn auch mehr daran liegen, dass sich etliche Branchenkenner nach den Fehlprognosen den Konkurrenten GM betreffend ordentlich den Mund verbrannt hatten.

Dabei war es nicht einmal die schiere Höhe von 5,8 Milliarden Verlust, die die US-Autoszene in Furor versetzte. Immerhin könnte man da noch geltend machen, dass 3,6 Milliarden aus Sonderaufwendungen des scharfen Sanierungsprogrammes stammen. Was vielmehr für Verunsicherung sorgte, waren die Zahlen hinter den Zahlen. So hat das Ford-Ergebnis in allen Autosegmenten unter den Erwartungen gelegen, unterstrich der Merrill Lynch Autoexperte John Murphy. Und fügte an, dass das dunkelste Loch in der derzeitigen Ford-Finsternis die Luxusmarkengruppe PAG ist. Dort war allein im dritten Quartal ein - gemessen am Umsatz von knapp sechs Milliarden Dollar - gigantisches Minus von 593 Millionen Dollar aufgelaufen. Hauptproblem ist nachwievor die schwer angeschlagene Marke Jaguar. Der Druck auf Ford, die "faulen Äpfel" aus dem Markenportfolio auszusortieren, dürfte jetzt erheblich steigen, sagt ein Ford-Insider.

Produktion weiter gekürzt

Aber selbst eine angeschlagene Marke wie Jaguar wäre durchschleppbar, würde wenigstens das Kerngeschäft in den USA funktionieren. Tut es aber nicht: Der Autoabsatz von Ford in Nordamerika ist in den ersten neun Monaten von 770.000 auf 710.000 gesunken, der Verlust im dritten Quartal auf über zwei Milliarden Dollar angeschwollen. Hauptgrund: Der Verkaufsrückgang bei den schweren SUV. In einer ersten Reaktion hat Ford jetzt deren Produktion weiter zurück gefahren. Der Vorwurf der Medien: Ford habe zu spät auf die geänderten Erwartungen der Verbraucher reagiert. Das freilich gilt für alle amerikanischen Hersteller. Eines aber in besonderem Maße für Ford: Angesicht der dramatischen Lage darf sich Ford keinen Fehler mehr in der Produktpolitik leisten. Das hat auch Ford-Chef Alan Mulally ganz freimütig eingeräumt. Ein anderes Thema kommt für Mulally dennoch nicht in Frage: Einer möglichen Verbindung zu Renault-Nissan hat er eine klare Absage erteilt.

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