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Ford Kuga - VW Tiguan

Frech oder artig?

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Mit dem betont dynamisch gestylten Kuga will Ford vor allem dem VW Tiguan das Wasser abgraben. Wer fährt den besseren Kurs?

02.01.2008 Powered by

Früher hieß das ewige Duell zwischen Köln und Wolfsburg noch ­Fiesta gegen Polo oder Escort ­gegen Golf. Die Zeiten haben sich geändert, inzwischen stehen vor allem SUVs hoch im Kurs. Und zwar – im Gegensatz zum restlichen Markt – mit weiterhin steigenden Verkaufszahlen. Ford hat ab sofort eine Antwort auf den Senkrechtstarter VW Tiguan (bis zu 14 Monate Lieferzeit): den Kuga. Die Serienversion ­feierte auf dem Auto-Salon in Genf Weltpremiere, wir konnten die beiden neuen Konkurrenten als einzige Journalisten schon vorher gegenüberstellen und ­vergleichen. Treffpunkt Ford-Werke, Köln. Erstes Aufeinandertreffen der beiden Rivalen, zunächst ein ­kurzer Ausflug zum Rhein. ­Gedecktes Grünsilber in fast identischem Ton tragen beide, sehen fast wie Geschwister aus, als sie gemeinsam durch den Vorstadt-Verkehr Richtung Süden zum Langeler Fähranleger steuern. Doch bereits hier wird klar: Während der Tiguan im dichten Getümmel vor den Ampeln ­nahezu unsichtbar bleibt, sticht der Kuga aus der Menge hervor. Das liegt weniger daran, dass er besonders riesig wäre, denn ver­glichen mit seinen 4,44 Meter Länge und 1,64 Meter Höhe ist der ­Tiguan sogar einige Millimeter im Vorsprung. Das Styling macht den Unterschied. Der ­Kuga trägt selbstbewusst das neue Ford-Kinetic-Design zur Schau, hat viel der Spannung von der 2006 vorgestellten Studie Iosis X in die Wirklichkeit gerettet. Vom Gegenschwung in der D-Säule über die stark abgestuften Ebenen am Heck bis zu den großen, in die Haube ragenden Schein­werfern – der Kuga wirkt wie auf dem Sprung, der Tiguan dagegen im direkten Vergleich ziemlich soft. Dabei haben sie interes­santerweise ähnlich zarte Gene – sie basieren jeweils auf Groß­serien-Pkw-Plattformen der ­Marken –, sind nur unterschiedlich geschminkt.Neben Porsche Cayenne, Merce­des GLK und bald Audi Q5 sind VW Tiguan und Ford Kuga die bislang einzigen SUVs, die in Deutschland gefertigt ­werden. Der Kuga wird im Ford-Werk Saarlouis vom Band laufen und noch im ersten Halbjahr 2008 bei den Händlern stehen, der Tiguan entsteht bei der VW-Tochter Auto 5000 in Wolfsburg. Hintergrund der Standortentscheidung bei Ford: Der Kuga fährt auf dem Grundgerüst von Focus und C-Max, die ebenfalls an der Saar montiert werden. Der C-Max spendiert dem Kuga auch das komplette Interieur bis hin zu Lenkrad und Handbremshebel. So schneidig er außen wirkt, an ein SUV erinnert im Kuga nichts – so wenig wie im Tiguan. Auch er bezieht seine Innenausstattung von einem kompakten Hochdach-Zweiradler: Seine Armaturenlandschaft hat er vom Golf Plus übernommen. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass man ergonomisch ausgereifte Technik serviert bekommt. Beim Kuga fällt der im Van-Stil recht weit oben montierte Schalthebel in der Mittelkonsole auf, die ­komplette Schalttafel für Sound­anlage, Navi und Klimatisierung sitzt dagegen erheblich tiefer als im Tiguan – Geschmackssache. Natürlich lässt sich auch der ­Kuga mit allen beliebten Extras bestücken: von der Lederausstattung über das DVD-Navi bis zur Xenon-Beleuchtung – die Preisliste wird lang. Der Tiguan kann wahlweise in der Version Track  &  Field mit geänderter Front für einen besseren Böschungswinkel sowie mit einem zusätzlichen, per Schalter aktivierbaren Offroad-Programm geordert werden, das im 4wheelfun-Supertest (Januar-Heft 2008) allerdings nicht durch­gängig überzeugen konnte. Beim Kuga gibt es solche Zusatzhilfen nicht, er wird lediglich in zwei verschiedenen Ausstattungslinien (Trend und Titanium) mit unterschiedlicher Außenoptik ange­boten. Beim Antriebssystem herrscht dagegen Einigkeit: ­Sowohl Ford als auch VW verbinden die Getriebe mit einer am Hinterachsdifferential angeflanschten Haldex-Kupplung, die bei auftretendem Radschlupf an der Vorderachse die Hinterräder stufenlos zuschaltet. Im Alltag sind die beiden vorrangig als Fronttriebler unterwegs. Ford wird den Kuga zusätzlich auch ohne Allrad anbieten.Im Gegensatz zu VW, wo Ben­ziner und Diesel gleichzeitig debütier­ten, bringt Ford den ­Kuga zunächst ausschließlich mit dem 136 PS starken Zweiliter-­Duratorq-Diesel. Der Vierzylinder liefert 320 Newtonmeter im Sechsganggetriebe ab, beim Überholen oder am Berg steigert die Overboost-Funktion das Drehmoment kurzfristig auf bis zu 340 Newtonmeter. Ford bezeichnet den Kuga mit dieser Motorisierung als Klassenbesten bei Verbrauch und CO2-Ausstoß: 6,4 Liter im Normmittel. Da muss der VW mit seinem brandneuen Common-Rail-Motor ­passen: Er liegt bei der genormten Messung um 0,8 Liter höher. Wie viel von der Kuga-Sparsamkeit im richtigen Leben bleibt, wird erst ein ausführlicher Test ­klären. In Sachen Platz nehmen sich die beiden zumindest im Passagierraum wenig. Der Kuga hat unter den Vordersitzen reichlich Luft, so dass Mitfahrer in Reihe zwei ihre Füße bequem unterbringen können – das schafft Bewegungsfreiheit, selbst wenn vorn ein Zweimetermann sitzt. Zum guten Raumgefühl trägt auch das aufpreispflichtige Panorama-Glasdach bei, das sich bis in ­Höhe der C-Säule spannt. Beim Kofferraum geht Wolfsburg in Führung: Der Tiguan hat mehr Ladevolumen, und außerdem ist ­seine Rücksitzmimik praktischer, denn die umgeklappten Sitzhälften schwenken vollständig aus dem Weg. Beim Kuga wird die Sitz­fläche nach vorn ge-klappt und reduziert so die ­Ladelänge.Eine Breitseite Richtung Wolfsburg ist der Preis des Kuga: 28 500 Euro wird der Diesel in seiner Basisversion kosten (über die ­Serienausstattung schweigt sich Ford noch aus). Damit ist er um 300 Euro günstiger als der Zweiliter-TDI-Tiguan mit 140 PS. Ob die Kunden den Ford-Händlern ähnlich die Türen einrennen werden, wie es die VW-Verkäufer seit drei Monaten erleben? Sie dürfen gespannt sein.

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