Ford Mondeo-Zukunft: Noch mehr Auto fürs Geld

Ford Mondeo Kinetic Design 2.0

Die Planungen für die nächste Generation des Mittelklasse-Modells laufen auf Hochtouren.
Mit neuen Motoren, Assistenzsystemen und einem dynamischeren Design will Ford VW Passat und Co Paroli bieten. Alles über den neuen Mondeo.

Nach dem Facelift ist vor dem Modellwechsel.  So tüfteln Ingenieure und Designer bereits am Nachfolger des erst 2010 frisch überarbeiteten Ford Mondeo. Das Ziel: Im Herbst 2013 soll der Neue bei den deutschen Händlern stehen.

Mit ihm setzt Ford seine mit dem Focus begonnene "One Ford"-Strategie fort, weltweit alle Modelle einer Klasse auf die gleiche Plattform zu stellen. Der nächste Mondeo wird also erstmals die neue C/D-Architektur nutzen, auf der auch alle weiteren Ford-Mittelklasse-Modelle aufbauen. Das gilt nicht nur für die Vans S-Max und Galaxy, sondern auch für US-Autos.

Neue globale Plattform

Der dortige Mittelklassewagen Fusion, der sich bislang mit dem Mazda 6 die technische Basis teilt, wird in Zukunft sogar nahezu baugleich mit dem Mondeo sein. Er läuft schon ab Mitte 2012 im Ford-Werk Hermosillo in Mexiko vom Band. Die Zusammenarbeit mit Mazda wird zurückgefahren, da Ford bereits einen Großteil seiner Anteile verkauft hat.

Die neue globale Frontantriebsarchitektur bietet aber nicht nur Kostenvorteile aufgrund des weltweiten Einsatzes und der damit verbundenen hohen Stückzahlen, sondern auch neue technische Möglichkeiten wie zum Beispiel den Einbau von Hybrid- und Allradsystemen. Doch bevor jetzt Vorfreude aufkeimt: Ein vierradgetriebener Mondeo ist derzeit nicht geplant.

Benzin-Hybrid-Antrieb für den Mondeo

Dafür wird es einen Benzin-Hybrid geben eventuell sogar schon zum Marktstart. Offizielle Angaben zur Leistung macht Ford noch nicht, doch nach auto motor und sport-Informationen wird der aufgeladene 1,6-Liter-Ecoboost-Motor mit dem bei Ford "Powershift" genannten Doppelkupplungsgetriebe und einem E-Motor gekoppelt. Der Mondeo Hybrid erreicht so eine Systemleistung von rund 200 PS und soll bis etwa 75 km/h rein elektrisch fahren. Darüber hinaus wird die Motorenpalette zum Teil erneuert. Während bei den Diesel-Triebwerken im Prinzip alles beim Alten bleibt, fallen die beiden Saugbenziner der Einstiegsmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 105 PS sowie der Zweiliter mit 125 PS weg. Das bedeutet auch das Ende des Flüssiggas-Modells. "Nur für eine LPG-Version können wir den Sauger nicht weiterbauen. Die Stückzahlen sind einfach zu gering", heißt es bei Ford. Die alten Einstiegsmotoren werden durch einen kleinen Turbo-Benziner mit weniger als 1,6 Liter Hubraum und maximal 120 PS ersetzt. Darüber gibt es weiterhin den aufgeladenen 1,6-Liter-Ecoboost mit 160 PS sowie den Zweiliter-Ecoboost in den Leistungsstufen 203 und 240 PS. Außerdem wird der Basisdiesel 1.6 TDCi wieder mit Leichtlaufreifen und Aerodynamik-Optimierung auf Sparsamkeit getrimmt. Das Econetic-Modell des kommenden Mondeo soll nur rund 100 g CO2/km ausstoßen. Das würde einem Normverbrauch von knapp unter vier L/100 km entsprechen.

Basispreis soll unverändert bleiben

Und was kostet der ganze Spaß? Obwohl der schwache Basisbenziner nicht mehr angeboten wird, will Ford den Basispreis des Mondeo bei gut 23.000 Euro halten. Damit bewegen sich die Kölner fast exakt auf dem Niveau eines Skoda Superb. Die Tschechen verlangen für den 125 PS starken Superb 1.4 TSI derzeit mindestens 23.250 Euro. Opel setzt dagegen bislang noch auf einen 1,6-Liter-Saugbenziner mit 115 PS ab 23.330 Euro.

Doch auch dort wird an einer neuen Motorenfamilie mit Turboaufladung gearbeitet. Um in diesem harten Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu sein, will sich Ford mit dynamischem Design, viel Sicherheitstechnik und üppigem Platzangebot profilieren. Das Fahrwerk gilt schon bisher als eines der besten seiner Klasse. Um den fahrdynamischen Anspruch optisch zu untermauern, bekommt die Limousine eine coupéhaftere Linie, soll aber dennoch deutlich über 500 Liter Kofferraumvolumen bieten. Zudem wird es die Limousine sowohl als klassisches Stufen- wie als Fließheck mit großer Heckklappe geben, wobei sich beide Versionen optisch wenig unterscheiden.

Kein spürbares Größenwachstum, aber mehr Assistenzsysteme

Die Maße der aktuell 4,78 Meter langen Limousine ändern sich dabei nur marginal. Das gilt ebenso für den Kombi Turnier (Länge: 4,83 Meter), der mit bis zu 1.745 Litern mehr Gepäck schluckt als ein VW Passat Variant.

Auch in Sachen Sicherheitstechnik braucht sich die nächste Mondeo-Generation nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken. Neben dem bereits jetzt erhältlichen Spurwechselassistenten kann der Kunde künftig einen Notbrems- sowie einen Fernlichtassistenten ordern. Weiterer praktischer Helfer: ein Einparkassistent, der das Auto selbsttätig in Parklücken rangiert. Ebenfalls neu ist der Müdigkeitswarner. Weiteres Ausstattungs-Highlight: ein serienmäßiges Start-Stopp-System, das beim Halt an der Ampel den Motor automatisch abschaltet.

Die One Ford-Strategie hat für den Kunden einen positiven Nebenaspekt: Sie ermöglicht es Ford, die bei anderen Marken teuren Sicherheitssysteme vergleichsweise günstig anbieten zu können. Unter dem Motto "viel Auto fürs Geld" will man sich so nicht nur Skoda und Co. vom Hals halten, sondern auch den einen oder anderen VW Passat-Fahrer nachdenklich machen.

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Jens Katemann

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