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Ford Ranger Pickup 2016 im Test

Vielzweckwerkzeug mit Potential

Ford Ranger 2.2 Doppelkabine Pickup im Test Foto: Ford 28 Bilder

Er ist der meistverkaufte Pickup Deutschlands und tritt seit kurzem mit umfangreichem Facelift auf. Wir haben uns Fords Bestseller im Test vorgenommen.

18.08.2016 Torsten Seibt 2 Kommentare Powered by

Bei den SUV ist der Ford Kuga ewiger Zweiter hinter dem VW Tiguan, doch im Pickup-Lager kann Ford die Wolfsburger Konkurrenz in Form des VW Amarok in Schach halten. Bereits zwei Jahre in Folge war der Ford Ranger der bestverkaufte Pickup in Deutschland, daran wird sich voraussichtlich auch 2016 nichts ändern.

Unter anderem deshalb nicht, weil Ford dem Ranger zum neuen Modelljahr ein umfangreiches Facelift spendierte, welches über das gewohnte Maß hinausgeht. Der neue Ford Ranger zeigt in Grundzügen das identische Gesicht wie der Ford Everest, bei dem vor allem die „zusammengekniffenen“, breiten Scheinwerfer auffallen. Allerdings hat er nun einen anderen, am großen Ford F-150 orientierten Einsatz für den Kühlergrill, der ihn etwas grimmiger wirken lässt als den Offroad-Kombi Everest. Die Motorhaube ist stärker abgestuft als bisher.

Ford Ranger 2016 Fahrbericht
Ford Ranger 2016: Pickup im neuen Kleid 3:00 Min.

Ford Ranger Facelift 2016

Ansonsten gibt es vor allem viel neue Technik. Das neue Cockpit wirkt erheblich aufgeräumter und weniger verspielt als bisher. Der oft kritisierte kleine Bildschirm ist zumindest teilweise Geschichte. Bei den Basisvarianten zieht das Display eine Etage tiefer und ist so blickgünstiger. Wird das große Sync-2-System geordert (Serie ab Limited), bekommt der Kunde einen großen Monitor mit umfangreicher Multimedia-Steuerung. An die Stelle der bisherigen vier analogen Rundinstrumente tritt in den Basisvarianten ein Instrumentarium mit zwei analogen Anzeigen und einem mittigen Farbdisplay. Ab der Limited-Ausstattung gibt es einen zentralen analogen Tacho, der von zwei farbigen Digitaldisplays flankiert wird, welche mit individuellen Anzeigen belegt werden können. Dazu später noch mehr.

Gleichzeitig zieht eine Reihe neuer Assistenzssysteme optional in den Ford Ranger ein. Mit Spurhaltekontrolle, adaptivem Tempomat, Notbrems-Assistent und Parkassistent kann der neue Ford Ranger auf das Level eines modernen Pkw aufgerüstet werden.

Mehr Kraft

Mehr Leistung gibt es auch: Für den 2,2-Liter-Duratorq-Diesel werden jetzt zwei neue Leistungsstufen mit 130 und 160 PS angeboten, das Drehmoment des 160-PS-Motors steigt von 375 auf 385 Newtonmeter. Die 130-PS-Variante ist allerdings nur in den Basisversionen verfügbar. Zum Test trat der Ford Ranger in der zweithöchsten Ausstattung Limited mit dem 160-PS-TDCi an. Laut Ford soll der neue Motor bis zu 22 Prozent sparsamer sein als bisher, wozu auch das neue Stopp-Start-System, die neue Abgasrückführung und die gleichfalls neue elektrische Servolenkung beitragen soll.

Das Fahrwerk soll im Hinblick auf den Komfort verbessert worden sein, signifikante Unterschiede zum Vorgängermodell ließen sich jedoch im Test nicht feststellen. Schon bisher war der Ford Ranger nah am Optimum dessen, was sich mit einer blattgefederten hinteren Starrachse darstellen lässt, hier bestand kein dringender Handlungsbedarf. Im Alltag verhält sich der Ranger gutmütig, lässt sich präzise dirigieren, auch wenn es bei kurzen Unebenheiten schon mal ein Stößchen von der Hinterachse setzt. Schließlich ist er immer noch ein Nutzfahrzeug, kein Kuschel-SUV mit Schlamm-Allergie. Die neue elektrische Servolenkung fühlt sich gut an und gibt keinen Grund zum Tadel, gleiches gilt für das exakt geführte Sechsganggetriebe.

Ford Ranger 2.2 Doppelkabine Pickup im TestFoto: Ford
Der Ford Ranger ist Deutschlands meistverkaufter Pickup. Im Test zeigt er, warum das so ist.

Im Test nicht nur Licht

Was leider auch zum Facelift und Motorenupdate Bestand hat, ist das sehr nervige Nachlaufen des Motors beim Schalten. Speziell wenn Leistung abgefordert und der höhere Gang eingelegt wird, sinkt die Drehzahl nicht. Nicht nur störend, sondern leicht kritisch kann das im Gelände werden, weil derselbe Effekt auftritt, wenn man nach Vollgas vom Pedal geht.

Die neuen Instrumente sind nicht in jeder Hinsicht ein Gewinn. Je nach Display-Einstellung ist der Drehzahlmesser nur ein winziger Grafikbalken oder ein kleines imitiertes Rundinstrument, während andere, nicht ganz so wichtige Infos prominent dargestellt werden – etwa der zurückliegende Verbrauch als Balkengrafik.

Der versprochene Verbrauchsvorteil gegenüber dem Vorgängermodell ließ sich im Test nicht ganz realisieren. Die Angabe zum Normverbrauch sank von 8,3 auf 7,1 Liter, doch eine Verbesserung um 1,2 Liter war nicht zu schaffen, im Testdurchschnitt ging der Durst von 9,5 Liter beim Vorgängermodell auf 8,7 Liter zurück. Immerhin leistet sich der Ford Ranger keine Verbrauchseskapaden, wird auch im Anhängerbetrieb oder bei hohem Tempo nicht zum bösen Schluckspecht.

Und schleppen kann der Ranger durchaus ansehnlich, wie er im Test mit einem rund 2,5 Tonnen schweren Nachläufer unter Beweis stellte. Kraft und Drehmoment sind völlig ausreichend, um das 100 km/h-Limit auch an Steigungen ohne große Anstrengung auszunutzen. Hier zeigte der Ranger allerdings auch den Nachteil seiner relativ langen Übersetzung im Straßengang und der nicht direkt überdimensionierten Kupplung. Beim rückwärts rangieren eines schwer beladenen Anhängers am Hang muss kräftig mit Gas und Kupplung gearbeitet werden, das riecht man nach wenigen Sekunden.

Ford Ranger 2.2 Doppelkabine Pickup im TestFoto: Torsten Seibt
Zum Facelift bekam der Ford Ranger ein von Grund auf renoviertes Cockpit, das nicht in jeder Hinsicht überzeugt.

Ford Ranger jetzt mit Sperre

Wer den Ranger öfter im Gelände einsetzt, wird sich über eine sinnvolle Aufpreisoption freuen. Zum Facelift lassen sich alle Ausstattungsvarianten mit hinterer Differentialsperre ordern, die gleich auch noch Tank- und Motorschutz mitbringt. Das alles zum sehr löblichen Preis von 416,50 Euro. Pflicht-Extra. Ganz so günstig ist der Rest des Autos allerdings nicht, für den getesteten Limited mit Schaltgetriebe stehen selbstbewusste 40.757 Euro in der Preisliste. Jedoch sind diese Preise, darüber muss im Fall des Ranger ebenfalls gesprochen werden, eine sehr ungefähre Richtschnur. Deutsche Facelift-Modelle mit Tageszulassung werden aktuell über 30 Prozent günstiger angeboten, was natürlich auch einen Teil zu seinem Verkaufserfolg beiträgt.

Fazit:

Insgesamt hat der Ford Ranger durch das Facelift klar gewonnen. Das gilt besonders für die Innenraumgestaltung, die nun logischer und weniger verspielt wirkt. Der Ford Ranger ist ein alltagstaugliches Auto ohne grobschlächtige Nutzfahrzeugmanieren, beruhigt zudem nach dem Update auch mit sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen. Marktführer in Deutschland ist er nicht von ungefähr.

Ford Ranger 2.2 Limited
MotorR4-Turbodiesel
Hubraum2.198 ccm
Leistung160 PS
Drehmoment385 Nm
Getriebe:6G Schaltgetriebe
Länge/Breite/Höhe (mm):5.334/1.860/1.848
Ladefläche L/B/H (mm)1.560/1.139-1.560/511
Testwert 0-100 km/h13,5 s
Testverbrauch8,7 l D
vmax175 km/h
Leergewicht (kg)2.171
Zuladung (kg):1.029
Anhängelast (kg)3.500
Preis Testwagen Limited:40.757 €
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Neuester Kommentar

Guter Test, interessant wäre nun die Automat. Variante als double cab

caloveng5 2. September 2016, 22:15 Uhr
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