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Ford

Rückzug von der Börse?

Foto: ams

Ford Motor zieht nach einem Bericht der Onlineausgabe von "USA Today" vom Donnerstag (24.8.) eine "Privatisierung" in Erwägung. Ein "Privatunternehmen" ist nach amerikanischen Sprachgebrauch ein nicht an der Börse notiertes Unternehmen.

24.08.2006

Damit würde der angeschlagene Autohersteller Zeit für eine Restrukturierung gewinnen, ohne von Kritikern ständig unter die Lupe genommen zu werden. "Die (Ford)-Familie sei bereit, sich alles anzuschauen", hieß es. Es würden viele unterschiedliche Szenarien durchgespielt. Bei einem "blutarmen" Aktienkurs von 7,76 Dollar würde eine Privatisierung Interessenten nur 13,34 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro) kosten, schrieb das Blatt.

Die Ford-Aktie hatte am Mittwoch um 4,58 Prozent auf 7,76 Dollar zugelegt. Grund dafür waren US-Medienspekulationen nach denen Ford eine Allianz mit Renault und Nissan anstreben könnte, falls die Gespräche zwischen dem französischen und japanischen Autokonzern und General Motors ergebnislos bleiben sollten. Die drei Autokonzern wollten bis Oktober entscheiden, ob dieser Zusammenschluss Sinn mache.

Kontaktaufnahme mit Ghosn

Ford-Konzernchef Bill Ford hatte nach einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Mittwoch kürzlich mit Carlos Ghosn Kontakt aufgenommen, den Konzernchef von Renault und Nissan. Ghosn habe klar gemacht, dass die Gespräche mit GM zunächst beendet sein müssten, bevor es Verhandlungen mit Ford geben könnte.

Die Ford-Familie besitzt zwar nur rund fünf Prozent der umlaufenden Ford-Aktien, kontrolliert aber 40 Prozent der stimmberechtigten Aktien. Ford nahm nach Angaben von "USA Today" keine Stellung. Es halten nach Darstellung der Zeitung fast 600 Banken und Investmentfirmen sowie 790 Investmentfonds Ford-Aktien. Die Ford-Aktien hatten in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 6,06 und 10,20 Dollar notiert. Die Vermögenswerte seien enorm unterbewertet, zitierte "USA Today"einen Autoexperten. Eine Investmentfirma könnte nach dessen Darstellung einen zukünftigen Ford-Aktienkurs von 20 bis 40 Dollar ins Auge fassen.

Der starke Absatzrückgang bei Pickups habe den Restrukturierungsplan vom Januar entgleisen lassen. Ford wolle im September eine beschleunigte Version vorlegen. Ford habe im ersten Halbjahr 1,4 Milliarden Dollar Verlust erlitten.
Ford lasse sich alle Optionen offen, einschließlich des Verkaufs von Sorgen bringenden Marken wie Jaguar, Partnerschaften mit anderen Autoherstellern, Stellenkürzungen und die Schließung von weiteren Fabriken. Die Gesellschaft hatte kürzlich den früheren Investmentbanker Kenneth Leet angeheuert, um alle Möglichkeit zu untersuchen.

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