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Ford

Showdown in Detroit

Foto: dpa

Nicht 30.000, nicht 40.000. Nein, 45.000 Mitarbeiter sollen beim schwer angeschlagenen Autobauer Ford gehen. Diese Zahl verdichtete sich vor dem Tag der Entscheidung am Freitag (15.9.).

15.09.2006

Heute gilt´s für Ford. Seit Wochen zittern die 130.000 US-Beschäftigten des Autokonzerns diesem Tag entgegen. Heute, am Freitag vormittag Ortszeit, tritt der neue Konzernchef Alan Mulally, sekundiert von Aufsichtsratsboss Bill Ford, mit dem zweiten großen Restrukturierungsplan an die Öffentlichkeit, der für Ford die Wende bringen soll. Seit Wochen werden Mitarbeiter und Finanzmärkte mit grob dosierten Horror-News auf den Showdown in Detroit eingestimmt. Höhepunkt gestern: Das Durchsickern der Finanzzahlen für 2006, wo ein Verlust bis zu neun Milliarden Dollar droht.

Abfindungsangebote für 75.000 Beschäftigte

Durchgesickert ist inzwischen noch mehr. Ganz oben die Zahl der Mitarbeiter, die Ford bis 2008 von den Lohnlisten bekommen möchte. War im ersten Sanierungsplan noch von einem Personalabbau um 30.000 Stellen die Rede und wurde zuletzt darüber spekuliert, dass bis zu 40.000 gehen müssen, wurde jetzt die Zahl auf 45.000 in die Höhe geschraubt.

Offiziell bestätigt wurde am Donnerstag, dass es eine Einigung zwischen Ford und der Gewerkschaft UAW gegeben hat, wonach die Abfindungsangebote für alle 75.500 Bandarbeiter gelten. Die getroffenen Regelungen bedeuten eine Maximalabfindung von 140.000 Dollar beispielsweise für einen Beschäftigten der 30 Jahre dabei war und über 55 Jahre alt ist. Die Ausweitung der Abfindungsfähigkeit dürfte damit in Zusammenhang stehen, dass die bisherigen Abfindungsangebote aus dem ersten Restrukturierungsplan lediglich von 6.500 Mitarbeitern angenommen wurden. Zusätzlich können 45.000 Angestellte Abfindungsangebote nutzen. Gehen tatsächlich 45.000 Mitarbeiter, schrumpft die Ford-Belegschaft in Nordamerika von 130.000 in 2003 auf nur noch 80.000

Mit Spannung wird an Wall Street erwartet, welche weiteren Maßnahmen Ford zur wirtschaftlichen Wende verkünden wird, vor allem welche Auswirkungen der Jobabbau auf die Werksstruktur und die Produktionskapazität haben wird. Und: Ob und mit wem Ford Kooperationen eingeht. Im Gespräch ist immer noch eine mögliche Allianz mit Nissan-Renault.

Top-Manager räumen Tische

Schnell verhallt ist auch das Bekenntnis des neuen Chef Alan Mulally zu seiner bestehenden Führungsstruktur. Hatte Mulally bei seiner Antrittsrede vor knapp einer Woche die Qualität der Ford-Sanierungs-Crew herausgestrichen, räumen zwei Top-Manager jetzt ihre Schreibtische: Die bisherige Vizepräsidentin Anne Stevens zieht es, wohl aus eigenem Antrieb, auf den Chefposten eines US-Autozuliefrers. Zudem wurde am gestrigen Donnerstag von Ford bestätigt, dass Produktions-Vize David Szczupak das Unternehmen verlässt. Der letzte, orakelte ein Wallstreet-Mann, war das mit Sicherheit nicht.

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