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Ford

Sparmaßnahmen reichen nicht

Foto: Ford

Soll der Plan realisiert werden, 2009 wenigstens wieder einen kleinen Gewinn auszuweisen, muss Ford bei den Sparmaßnahmen noch tiefer schneiden als ohnehin beschlossen. Im Visier der Kostenkiller sind nun Design, Einkauf und Gesundheitsvorsorge der Beschäftigten.

15.11.2006

44.000 Beschäftigte weniger bis Ende 2008, Kosteneinsparungen in Größenordnung von fünf Milliarden Dollar jährlich, 16 Werke inklusive Zulieferbetrieben dicht. Man sollte meinen, diese von Ford verordneten Spar-Schnitte sind tief genug, den angeschlagenen US-Autohersteller wieder wirtschaftlich in die Spur zu bringen. Sind sie aber nicht. Um 2009 wenigstens wieder einen schmalen Gewinn auszuweisen wie das Ford-Boss Alan Mulally in Aussicht stellte, muss noch schärfer gespart werden. Das räumte Fords Oberfinanzer Don Leclair gegenüber Analysten am Dienstag (14.11.) in den USA ein.

Die aktuellen Zahlen, die dort genannt wurden, waren wieder mal ernüchternd: Das 2006 erwartete Defizit alleine aus dem US-Autogeschäft wird zwischen fünf und sechs Milliarden Dollar liegen. Das freilich interessierte die Analysten ebensowenig wie die 550 Millionen Dollar, um die Ford sich gegenüber den ursprünglichen für das dritte Quartal ausgewiesenen Zahlen nach einer Bilanzprüfung verbessert hatte. Ist ja auch nicht wirklich wichtig bei einem Minus von 5,2 Milliarden Dollar.

Fünf bis sechs Milliarden Miese für US-Autogeschäft erwartet

Die Spannung der Analysten galt der Ford-Perspektive. In einem Interview mit den Detroit News hatte sich Ford-Chef Alan Mullaly zuvor zum künftigen Weg des schwer angeschlagenen Autobauers geäußert. Dabei hatte sich der Ex-Boing-Topmanager als Toyota-Bewunderer geoutet und als Skeptiker gegenüber der gegenwärtigen Ford-Organisationsstruktur. Genau dort will er ansetzen. Das Zauberwort heißt dabei für ihn Global: Globaler Einkauf, globales Design, globale Organisationsstruktur. In dem Interview hatte Mulally die weitgehende Eingenständigkeit der Ford-Ländereinheiten und Regionen kristisiert. Viel zu viele Kräfte würden so für interne Machtkämpfe, eigene Entwicklungen, eigene Modelle, vergeudet.

Leclair ging bei seinen Äußerungen nicht auf die Aussagen Mulallys ein, die neuerlichen Sparschnitte weisen aber denselben Weg. So sieht er erhebliches Einsparpotenzial beim Einkauf und in einer Konzentration des weltweiten Ford-Designs. Ebenso werde Ford verschärft an einer Vereinfachung der Produktionswege arbeiten, was nach Lesart von Mulallys Worten nur eine Konzentration der Produktionsstätten auf möglichst wenige Einheiten bedeuten kann.

Der oberste Ford-Finanzer räumte in dem Gespräch erstmals ein, dass die unter dem Titel "Way Forward" auf den Weg gebrachten Sanierungsmaßnahmen nicht ausreichend sind. Zumindest nicht mit Blick auf das Ziel, 2009 einen Gewinn ausweisen zu wollen. Als einen der wichtigsten Schritte im weiteren Vorgehen bezeichnete es Leclair als entscheidend, das die Autogewerkschaft UAW weitere Zugeständnisse der der Gesundheits- und Altervorsorge macht.

Insgesamt wurden die Außerungen Leclairs skeptisch aufgenommen. Analysten bezeichneten es als fraglich, ob mit den eingeleiteten Maßnahmen eine Rückkehr zur Profitabilität im Jahr 2009 möglich ist.

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