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Ford

Vorschusslorbeeren für neuen Chef

Foto: dpa

Am Tag nach dem ersten Auftritt des neuen Ford-Chef vor der Belegschaft sind sich die US-Medien weitgehend einig: Der neue Ford-Chef Alan Mulally kann es schaffen, den Autobauer aus der Existenzkrise zu führen.

07.09.2006

Stehende Ovationen und Jubelrufe - auch von seinem Vorgänger Bill Ford - hernach eine fast einhellig positive Bewertung durch die US-Medien: Die erste öffentliche Feuertaufe ist für den neuen Ford-Hoffnungsträger Alan Mulally erfolgreich verlaufen.

Am Tag nachdem Bill Ford zur Verblüffung zahlreicher Marktexperten den Ex-Boeing Topmanager Alan Mulally zu seinem Nachfolger ausgerufen und seinen eigenen Rückzug an die Aufsichtsratsspitze angekündigt hatte, konnte der wirtschaftlich schwer angeschlagene Autobauer endlich mal wieder seit langem in positiven Medienbewertungen baden.

Mit großer Spannung war vor allem der erste Auftritt des neuen Ford-Chefs vor Beschäftigten in Detroit erwartet worden. Dabei verzichtete der Ex-Boeing-Mann auf martialische Worte, setzte dagegen auf eine positive Ansprache der Beschäftigten und versuchte den Anwesenden die Sorge vor einem weiteren personellen Kahlschlag zu nehmen. Auffallend seine Schulterschlüsse mit dem aktuellen Ford-Management, dem er hohe Kompetenz zusprach, und der einflußreichen Autobauergewerkschaft UAW. Nach Mulallys eigenen Worten galt einer seiner ersten Anrufe nach der Berufung an die Ford-Spitze dem mächtigen UAW-Boss Ron Gettelfinger, dem er eine konstruktive Zusammenarbeit angeboten habe.

Insgesamt habe Mulally bei seinem bisherigen Auftreten überzeugend vermitteln können, dass er einer ist, der Ford aus der Krise führen kann. Besonders positiv bewertet wird dabei von den Kommentatoren, dass er keiner dieser geschniegelten Rendite-Haie sei, sondern einer, der die Produktionsseite aus dem Effeff kenne. Dabei spiele es nur eine Nebenrolle, dass der 61-Jährige aus der Luftfahrtindustrie komme.

Auf der Habenseite überwiege aber ganz klar die Kompetenz und die Entschlossenheit, mit der er Boeing aus der schweren Krise nach dem 11. September 2001 geführt habe. Die Probleme, mit denen Boeing damals zu kämpfen gehabt hatte, sind nicht so verschieden von den Schwierigkeiten, die Ford derzeit plagen: Zu viele Werke, zu viel Personal und zu wenige Produkte, die die Kunden haben wollen.

Mulally hatte damals beim Airbus-Konkurrenten mächtig aufgeräumt: Die Produktion wurde von 620 Flugzeugen jährlich auf 280 heute zurück gefahren, der Personalbestand von 127.000 im Jahr 2001 auf 52.000 mehr als halbiert. Allerdings, räumen auch Gewerkschafter ein, habe er den Personalabbau mit einem Höchstmaß an Sensibiltät für die Betroffenen durchgeführt.

Dem Flieger wird zugetraut, dass er Ford zum Abheben bringt

Insofern sind Marktexperten wie der Journalist Daniel Howes überzeugt, dass es dem leidenschaftlichen Flieger Mulally gelingen wird, Ford zum Abheben zu bringen.

Restzweifel reduzieren sich nach dem Premierenauftritt des Neuen auf insgesamt zwei Aspekte: Mulally, der seit 1969 in der Luftfahrtindustrie tätig ist, kennt den knallharten Wettbewerb in der Autobranche nicht. Und: Wie stark mischt sich Bill Ford nach seinem Rückzug in den Aufsichtsrat in die Geschäfte ein? Nachdem seine Ankündigungen bislang meist wirkungslos versandeten, werden seine Beteuerungen, ganz eng in alle Entscheidungsprozesse eingebunden bleiben zu wollen, fast schon als Drohung gesehen. Wie eng, wird sich schon nächste Woche (11.-15. September) zeigen, wenn Ford die zweite große Runde der Restrukturierungsmaßnahmen bekannt geben will. Dann wird sich auch zeigen, ob Bill Ford mit seinem Satz richtig liegt, den er in Detroit den Beschäftigten zurief: "Ihr werdet den Mann alle lieben."

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