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Ford

Weiter Milliarden-Verlust

Foto: ams

Der angeschlagene US-Autobauer Ford hat im zweiten Quartal wegen hoher Abschreibungen erneut einen enormen Verlust von 8,7 Milliarden Dollar eingefahren.

24.07.2008

Der schwer angeschlagene US-Autobauer Ford hat wegen hoher Abschreibungen im zweiten Quartal erneut einen enormen Verlust von 8,7 Milliarden Dollar eingefahren. In Europa schrieb Ford im Gegensatz zum tiefroten Heimatmarkt aber deutlich schwarze Zahlen. Der zweitgrößte US-Hersteller will nun mit einem Strategieschwenk das Steuer herumreißen: Die Produktion in Nordamerika wird noch schneller von schweren Geländewagen auf kleinere, spritsparende Wagen aus Europa umgestellt. Weitere massive Kostensenkungen sind geplant.

Europa im Plus

In Europa verdiente Ford im zweiten Quartal 582 Millionen Dollar (372 Mio Euro) und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg hier auch dank höherer Verkaufszahlen um ein Viertel auf 11,5 Milliarden Dollar, wie Ford am Donnerstag in Detroit mitteilte. Auch andere Regionen wie Südamerika fuhren Gewinne ein.

Wegen der dramatischen Talfahrt in den USA sank der Gesamtumsatz des Konzerns jedoch um mehr als sechs Prozent auf 41,5 Milliarden Dollar. Die Zahlen fielen deutlich schwächer aus als von Experten erwartet. Die Aktie brach im vorbörslichen Handel ein. Vor einem Jahr hatte Ford im zweiten Quartal noch einen Gewinn von 750 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Ford musste wegen der US-Krise Abschreibungen von 8 Milliarden Dollar vor Steuern vornehmen. Auch ohne diese Sonderbelastungen lag der operative Verlust nach Steuern noch bei 1,4 Milliarden Dollar.

Konzernchef Alan Mulally hatte erst kürzlich das Ziel aufgegeben, Ford im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückzuführen. 2009 werde eher wie 2008 ausfallen, sagte er nun. In den vergangenen zwei Jahren summierten sich die Verluste auf mehr als 15 Milliarden Dollar.

Ford ändert Modellprogramm

Wie zuvor auch der größte US-Autobauer und Opel-Mutterkonzern General Motors fährt Ford die Produktion der einst lukrativen Pickups drastisch herunter. Drei SUV-Werke werden auf moderne, verbrauchsarme Autos umgerüstet. Sechs erfolgreiche europäische Modelle wie der Ford Focus werden künftig in den USA produziert.

Beim weltweiten Absatz rutscht der zweitgrößte US-Autobauer derzeit immer weiter ab: Der deutsche Volkswagen-Konzern will den Konkurrenten bei den Verkaufszahlen noch im laufenden Jahr von Platz drei verdrängen.

Für den gesamten US-Automarkt ist laut Experten keine Besserung in Sicht. Sie rechnen mittlerweile für 2008 mit einem Rückgang auf 14,2 Millionen verkaufte Wagen. Dies wäre ein Minus von 12 Prozent und der tiefste Stand seit rund 15 Jahren.


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