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Formel 1-Vorschau Grand Prix Belgien 2009

Letzte Chance für Vettels Titelträume

Foto: Renault 50 Bilder

In Spa-Francorchamps erwartet die F1-Piloten nur sieben Tage nach der heißen Hafenrundfahrt von Valencia ein Kontrastprogramm. Die Favoriten auf der anspruchsvollen Ardennen-Achterbahn sitzen in den Autos von Red Bull.

27.08.2009 Powered by

Nach der vierwöchigen Sommerpause biegt die Formel 1-Saison mit dem spanisch-belgischen Doppelschlag auf die Zielgerade ein. Rubens Barrichello hat nur wenig Zeit, sich über seinen Sieg zu freuen. Will er seinen Traum vom WM-Titel wahrmachen, muss er seinem zehnten GP-Erfolg am besten schon in Spa gleich den elften folgen lassen. Auch die Konkurrenz von Red Bull ist unter Druck, will sie nach dem Nuller von Valencia noch ein Wörtchen im Titelkampf mitreden.

Am anderen Ende der Startaufstellung kämpft Luca Badoer um Sekunden und um seinen guten Ruf. In Spanien gab der Massa-Ersatz seinen Kritikern noch zu viel Angriffsfläche. In Belgien kennt er die Strecke und das Auto etwas besser. Ferrari hat den Aushilfsmann an der kurzen Leine. Ein weiterer letzter Platz würde sicher zu einer Neubesetzung beim Heimspiel in Monza führen.

Streckenvorschau GP Belgien 2009 2:21 Min.

Die Strecke:

Nach Monaco ist Spa wohl die beliebteste Strecke unter den Piloten. Im Einerlei der emotionslosen Retortenkurse bildet die hügelige Naturpiste eine willkommene Ausnahme. Hier bestimmt noch das Gelände den Streckenverlauf und nicht umgekehrt. Mit einer Distanz von 7,004 Kilometern bietet Spa zudem die längste Runde im Kalender. Hier ist Konzentration und Mut gefragt. Berühmte Kurven wie Blanchimont, La Source und Pouhon klingen jedem Motorsportfan wie Musik in den Ohren.

Und dann ist da ja auch noch Eau Rouge. Die wohl spektakulärste Passage der gesamten Saison könnte in diesem Jahr noch ein wenig mehr Action bieten. In den vergangenen Jahren verlor die atemberaubende Kurvenkombination etwas an Reiz, da die Autos mit so viel Abtrieb ausgestattet waren, dass hier jeder problemlos mit Vollgas durchpfeilte. Ohne die in dieser Saison verbotenen Zusatzflügel könnte es schon wieder etwas schwieriger werden. Dann ist wieder Mut und ein perfekt ausbalanciertes Auto gefragt.

Das Setup:

Die vielen Geraden und langen Kurven sorgen für einen relativ hohen Vollgasanteil von 67 Prozent. Zugunsten der Höchstgeschwindigkeit müssen die Ingenieure etwas Abtrieb opfern. Hier ist ein guter Kompromiss gefordert. Auch der Bremsenverschleiß ist eher durchschnittlich, was auch an den gewöhnlich eher niedrigen Temperaturen liegt. Für das Rennwochenende sind wechselhafte Bedingungen mit Temperaturen knapp unter der 20°C-Marke vorhergesagt.

An der Reifenfront werden dagegen keine Probleme erwartet. Bridgestone geht auf Nummer sicher und bring die beiden mittleren Mischungen „weich“ und „medium“ an die Strecke. Interessanter wird das Thema KERS: Die wenigen harten Bremsmanöver könnten das Laden der Hybrid-Speicher etwas erschweren. Auf der längsten Vollgaspassage im Rennkalender ist die zusätzliche KERS-Power aber sicher sehr hilfreich.

Technische Updates:

Mit dem kurzen Zeitabstand zwischen den Rennen in Valencia und Spa werden die Teams sicher keine großen Neuentwicklungen präsentieren können. Allerdings kommen sind viele Autos mit einem speziellen Low-Downforce-Paket bestückt. McLaren-Mercedes wird wohl wieder sein Auto mit verkürztem Chassis an den Start bringen, dass ja vor allem die Schwäche in schnellen Kurven beheben soll. Bei Brawn wird man wieder verschiedene Achsgeometrien testen, um die Probleme bei niedrigen Temperaturen zu beseitigen. In der Hitze von Valencia hatten die Reifen noch jederzeit genug Hitze entwickelt.

Die Favoriten:

In Valencia noch nicht siegfähig sind die beiden Red Bull-Piloten in Belgien wieder die ersten Kadidaten auf die Pokale. Kein Auto liegt in den schnellen Kurven so gut, wie der Geniestreich von Designer Adrian Newey. Und schnelle Kurven gibt es in Spa reichlich. Auch die Temperaturen sprechen für Vettel & Co.. Ob Kälte oder Regen – der Reifen lag diese Saison noch immer im perfekten Arbeitsbereich. Gegen einen Red Bull-Sieg spricht eigentlich nur die anfällige Technik. Vor allem der Renault-V8 erwies sich in den letzten Rennen als echter Schwachpunkt.

Hinter Red Bull wird es wohl wieder einen spannenden Kampf zwischen Brawn GP und McLaren-Mercedes geben. Es wird spannend zu sehen, ob Brawn seine Kälteprobleme in den Griff bekommt und ob die Silberpfeile die Schwäche in schnellen Kurven beseitigt haben. Auch der Ferrari von Kimi Räikkönen ist nicht zu unterschätzen. Der Iceman gewann in Spa drei der letzten vier Rennen. Mit KERS-Power und einer sehr guten Pace im Rennen ist der Finne mehr als nur ein Außenseitertipp.

Expertenmeinung: Pascal Vasselon (Technischer Direktor Toyota):

„Eau Rouge ist eine fantastische Kurve, weil sich ihr Verlauf in alle Richtungen ändert. Es geht von links nach rechts und dabei gleichzeitig runter und hoch. Diese Kombination macht sie einzigartig. Allerdings hat sie etwas von ihrer Magie verloren, wo sie nun leicht mit Vollgas durchfahren werden kann. Auch in diesem Jahr erwarten wir, dass es ohne Lupfen geht, weil die Slicks den Verlust an Abtrieb wieder ausgleichen. Im Regen kommt der ganze Zauber von Eau Rouge aber wieder zurück. Ein Formel 1-Auto bei Nässe durch Eau Rouge fahren zu sehen ist unglaublich. Im Vergleich zu anderen Rennautos ist es deutlich schneller.

Das passierte im Vorjahr:

Das Rennen 2008 entwickelte in den Schlussrunden eine unglaubliche Dramatik. Verantwortlich für das spektakuläre Finale war wieder einmal das launische Ardennenwetter. Kurz bevor Lewis Hamilton Spitzenreiter Kimi Räikkönen überholte, kürzte er in der Bus Stop-Schikane ab. Zwar ließ der Brite seinen Konkurrenten auf der Zielgerade kurz vorbei, nur um ihn am Ende dann aber erneut auszubremsen. Nach dem Rennen sprach die Rennleitung eine Strafe gegen den späteren Weltmeister aus. Da auch Räikkönen nach einem Ausfall in der vorletzten Runde nicht für den Erfolg in Frage kam, erntete Felipe Massa am Ende den glücklichen Sieg.


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