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Formel 1-Vorschau Grand Prix Europa

Stadtkurs bringt Spannung in den Titelklampf

Foto: dpa 54 Bilder

In Valencia brüllen am Sonntag (23.8.) nach vier Wochen Sommerferien endlich wieder die Formel 1-Motoren. Auf dem schnellen Kurs im Yachthafen am Mittelmeer kommen gleich mehrere Teams für den Sieg in Frage. Wir sagen Ihnen, wer die besten Chancen besitzt.

19.08.2009 Powered by

Der angekündigte Ausstieg von BMW-Sauber, der Heilungsprozess von Felipe Massa und das abgesagte Comeback von Michael Schumacher haben dafür gesorgt, dass ein Sommerloch gar nicht erst entstehen konnte. Beim Grand Prix in Europa will die Formel 1 endlich wieder sportliche Schlagzeilen schreiben. Die Chancen für einen spannenden Grand Prix stehen nicht schlecht. Gleich mehrere Teams können Ansprüche auf die Favoritenstellung anmelden. Und mit Romain Grosjean und Luca Badoer kommen ein neues und ein etwas älteres Gesicht in die Königsklasse.

Die Strecke:
Die Piste im Yachthafen ist zwar als Stadtkurs deklariert, kann aber von den Durchschnittsgeschwindigkeiten locker mit jeder permantenen Rennstrecke mithalten. Gleich fünf Mal beschleunigen die Boliden an und über die 300 km/h-Marke. Der Vollgas-Anteil ist allerdings wegen der vielen langsamen Ecken und Schikanen eher durchschnittlich. Die Stop-and-Go-Charakteristik des Street Circuits von Valencia sorgt außerdem für eine hohe Belastung der Bremsen. Die erwartet hohen Temperaturen verstärken das Problem zusätzlich.

Das Setup:
Wie auf allen nicht permanenten Kursen stellen die wechselnden Gripverhältnisse ein ernstes Problem bei der Abstimmung der Autos dar. In den ersten Trainingssitzungen ist die Strecke meist noch sehr rutschig, was sich in Valencia aber schnell ändert. Mit mehr Gummi auf dem Asphalt wird der Grip am Rennsonntag sehr gut. Bridgestone liefert die beiden weichsten Reifenmischungen, wobei die Hitze vor allem bei den supersoften Gummis zu vorschnellen Auflösungserscheinungen führen könnte.

Von der Flügelstellung ist Valencia eher eine durchschnittliche Strecke. Wegen der langen Geraden müssen die Teams den optimalen Kompromiss zwischen Abtrieb und Luftwiderstand finden und die Flügel in eine Mittelstellung bringen. Auch der Faktor Hybrid-Antrieb könnte wieder wichtig werden. Im Gegensatz zu Budapest ist der Weg in die erste Kurve alledings nicht so lang. Hier kann die KERS-Armada wohl nicht wieder an der Konkurrenz vorbeipreschen. Die vielen langen Geraden und harten Bremsmanöver sind dagegen ideal für das Aufladen und Nutzen der 82 PS liefernden Energiespeicher.

Technische Updates:
Eigentlich hatten sich die Teams auf einen dreiwöchigen Entwicklungsstopp in der Sommerpause verständigt. Um Verdächtigungen vorzubeugen, waren die Teams mit Ankündigungen neuer Teile vorsichtig. Ein paar Updates sind allerdings bereits bekannt: BMW-Sauber bringt wieder einmal einen neuen Frontflügel und eine neue Diffusor-Version. Auch die stärker eingezogenen Seitenkästen sind entgegen früherer Pläne doch schon fertig geworden. Außerdem testen Heidfeld und Kubica am Freitag eine neue Motorhaubenabdeckung. Auch bei McLaren gibt es Neuigkeiten: Eine neue Vorderradaufhängung soll dafür sorgen, dass der Aufwärtstrend anhält. Bei Force India hat man ebenfalls neue Teile im Gepäck. Das große Paket beinhaltet einen neuen Frontflügel, einen neuen Unterboden und Retuschen an der Außenhaut.

Die Favoriten:
Noch nie war es in dieser Saison so schwierig, die Favoriten zu bestimmen. Am Hungaroring schwächelten die beiden Platzhirschen Brawn GP und Red Bull und mussten den alten Top-Teams McLaren und Ferrari die ersten Plätze überlassen. Auch in Valencia ist Budapest-Sieger Lewis Hamilton wieder erster Favorit auf den Sieg. Die winklige Strecke hätte dem Silberpfeil auch ohne die letzten Modifikationen schon sehr gut gelegen. Lange Kurven, der einzige Schwachpunkt des MP4-24, gibt es wenn überhaupt nur eine einzige. Mit KERS an Bord sind McLaren und Ferrari außerdem die einzigen Teams, die auf der überholfeindlichen Strecke Manöver wagen können.

Zwischen den beiden Meisterschaftsfavoriten wird es wohl wieder enger als zuletzt. Brawn GP konnte vier Wochen darüber nachdenken, warum man in den letzten drei Rennen die Reifen nicht auf Temperatur bringen konnte. Bei angekündigten Temperaturen von deutlich über 30°C und brennender Sonne gibt es nun keine Ausrede mehr. Außerdem ist der Kurs mit seinen engen Kurven nicht gerade eine Red Bull-Strecke. Das Vettel-Team kommt auf schnellen Kursen mit langen Kehren besser zurecht.

Interessant wird das Duell der Neulinge. Massa-Ersatz Luca Badoer hat zwar bereits 49 Grand Prix-Starts auf dem Konto, der letzte liegt allerdings bereits fast zehn Jahre zurück. Renault-Neuzugang Romain Grosjean wird in Valencia dagegen sein echtes Debüt feiern und versuchen sich so viel wie möglich von Weltmeister Fernando Alonso abzuschauen. Im zweiten Toro Rosso fährt der 19-jährige Spanier Jaime Alguersuari sein zweites Rennen, nachdem er in Budapest eine respektable Debütvorstellung abliefern konnte.

Expertenmeinung: Norbert Haug (Mercedes-Sportchef):
"Das Grundlayout der Strecke von Valencia sollte unserem Auto liegen. Trotzdem will ich nicht zuviel versprechen. Der Sieg in Ungarn hat gezeigt, dass wir aufgeholt haben, aber wir müssen diese gute Form erst noch bestätigen. Zuletzt ging es noch ein bisschen rauf und runter, abhängig von den Streckenbedingungen und vom Reifenangebot. Wir sind da selbst manchmal etwas überrascht. Nach dem Training in Budapest haben wir nicht unbedingt erwartet, dass Lewis das Rennen so kontrollieren kann.

In Valencia wird der KERS-Vorteil beim Start vielleicht nicht ganz so gut funktionieren wie in Budapest oder am Nürburgring, weil die Zielgerade direkt in eine schnelle Kurve mündet und sich das Feld da breit auffächern wird. Wenn man da zuviel riskiert, kann es gefährlich werden. Deshalb wäre es in Valencia nicht schlecht, wenn wir in der Startaufstellung ein, zwei Plätze weiter vorne stehen als zuletzt. Auf der anderen Seite bietet die Strecke mehr Überholmöglichkeiten als zuletzt Budapest. Da sollten wir von unserem KERS eigentlich profitieren können."

Das passierte im Vorjahr:
Bei der mit Spannung erwarteten Formel 1-Premiere in Valencia wurden die Zuschauer mit einem eher langweiligen Rennen enttäuscht. Felipe Massa gewann das Rennen souverän von der Pole Position aus und ließ Lewis Hamilton auf Rang zwei keine Chance. Für etwas Action sorgten nur die Tankstopps bei Ferrari. Massa verpasste bei seiner Ausfahrt den Force India von Adrian Sutil nur um Zentimeter. Teamkollege Kimi Räikkönen fuhr erst seinen Tankmann über den Haufen und musste wenige Runden später mit einem Motorplatzer aufgeben. Auch Fernando Alonso machte seinen Fans wenig Freude, nachdem er schon kurz nach dem Start mit Nakajima kollidierte und ausfiel.


Hintergrundberichte zur Formel 1 und ein Online F1-Tippspiel bietet unsere Schwesterseite auto-motor-und-sport.de .

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