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Formel 1-Vorschau Grand Prix Spanien

Europarennen als Chance für Top-Teams

Brawn GP & Red Bull Foto: dpa 29 Bilder

In der Formel 1 beginnt nach vier Überseerennen am Sonntag in Barcelona endlich die Europasaison. Zum GP Spanien kommen viele Top-Teams mit neuen Teilen, so dass sich das Kräfteverhältnis verschieben könnte.

05.05.2009 Tobias Grüner Powered by

Die neue Saison hatte bisher einiges an Überraschungen zu bieten: Dass Jenson Button, Rubens Barrichello und Sebastian Vettel als Spitzentrio nach Barcelona reisen, haben vor der Saison nur die wenigsten Experten erwartet. Die großen Hersteller Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber oder Renault enttäuschten ihre Fans dagegen. In Spanien könnte sich das Bild allerdings schon wieder ändern: Mit neuen Aerodynamik-Paketen im Gepäck versuchen viele Teams die Lücke zur Spitze zu schließen. Doch auch Brawn GP hat nicht geschlafen und seinerseits ein Update angekündigt. Die Fans können sich also erneut auf ein enges Rennen freuen.

Die Strecke:

Der 4,665 Kilometer lange Circuit de Catalunya vor den Toren von Barcelona ist eine sehr abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecke. Unterschiedlich schnelle und langsame Kurven prägen das Bild, überholen dürfte trotz Hybrid-Boost und abgespeckter Aerodynamik hier nur schwer möglich sein. Deshalb ist das Qualifying in Spanien besonders wichtig, um schon am Start eine gute Ausgangsposition zu besitzen. In den vergangenen beiden Jahren konnte der Pole-Setter das Rennen jeweils auch gewinnen.

Es gibt nur eine lange Gerade, auf der die Piloten über 300 km/h erreichen. Der Vollgasanteil ist wegen der vielen Beschleunigungsphasen mit 65 Prozent aber trotzdem relativ hoch. Der Bremsenverschleiß hält sich mangels langsamer Kurven dagegen in Grenzen. Auch von den Temperaturen erwarten die Piloten keine besonderen Herausforderungen, wie noch in Bahrain. Rund 20°C haben die Meteorologen für das gesamte Rennwochenende prognostiziert.

Die Abstimmung:

In Barcelona müssen die Ingenieure die Flügel der Autos wieder steiler stellen. In den vielen Kurvenpassagen ist viel Abtrieb gefragt. Auf einer Downforce-Skala von eins bis zehn gibt Brawn GP der Strecke diesbezüglich acht Punkte. Das eher mittelmäßige Gripniveau des Asphalts hilft den Piloten auf der Suche nach Haftung nicht gerade viel. Wichtig sind wie immer die richtigen Reifen: Bridgestone stellt den Teams die härtere Mischungskombination mit den Varianten "soft" und "hard" zur Verfügung. Spannend wird auch zu sehen, wie die KERS-Piloten zurechtkommen. Der Hybrid-Boost bringt in Spanien deutlich weniger Vorteile als noch zuletzt in Bahrain. BMW-Sauber und Renault haben deshalb bereits angekündigt, ohne das System anzutreten.

Die Favoriten:

Auch wenn die Konkurrenz nun genügend Zeit zur Aufholjagd hatte, erwarten wir Brawn GP immer noch mit einem kleinen Vorsprung. Der weiße Renner kann vor allem in den kurvigen Passagen mit vollen Tanks seine Traktionsvorteile ausspielen, was in Barcelona besonders wertvoll ist. Die letzten Rennen haben allerdings auch gezeigt, dass Red Bull nicht mehr weit von der Spitze entfernt ist. Auch Toyota und Williams sollten bei der Vergabe der Punkte ein Wörtchen mitreden können.

Neuentwicklungen:

In diesem Kapitel könnte man für Barcelona ein ganzes Buch füllen. Fast alle Teams haben neue Pakete angekündigt und hoffen auf den großen Sprung. Besonders interessant wird es bei BMW-Sauber. Nach der Pleite von Bahrain gehen die weiß-blauen Boliden völlig überholt in die Europa-Saison: Frontflügel, Nase, Seitenkästen, Motorabdeckung, Diffusor und Heckflügel wurden in den vergangenen Wochen neu geformt. BMW-Sauber steht nach dem Fehlstart unter Druck. Das lange angekündigte Update sollte ein großer Wurf werden, damit wieder Ruhe einkehrt.

Auch bei Ferrari waren die Ingenieure nicht untätig. Endlich gibt es auch für Kimi Räikkönen und Felipe Massa einen doppelten Diffusor. Dazu noch angepasste Front- und Heckflügel sowie eine neue Motorverkleidung. Für Räikkönen wurde sogar extra ein Leichtgewichtchassis entwickelt, damit auch der relativ schwere Finne trotz KERS an Bord mit zusätzlichem Ballast das Auto perfekt ausbalancieren kann. Im Gegensatz zu BMW-Sauber will Ferrari in Spanien mit Hybrid-Antrieb an den Start gehen.

Expertenprognose Gerhard Berger:

"Die Topteams werden aufholen, doch für mich sind die Favoriten immer noch Brawn GP und Red Bull. Die neuen Teile an den Autos müssen erst einmal funktionieren. Das geht ohne Testfahrten nicht von heute auf morgen. Wenn ich auf die Weltmeisterschaft schaue, dann gebe ich Vettel sogar größere Chancen als Button. Im Red Bull steckt das meiste Potenzial. Den neuen Unterboden hält Adrian Newey noch in der Hinterhand. Dass er der Top-Aerodynamiker der Szene ist, hat er mit seinem Auto schon bewiesen.

Er wird auch aus dem Unterboden das meiste rausbringen. Ich erwarte da für Red Bull ab Monaco einen großen Sprung nach vorne. Und Vettels Rückstand auf Button in der Punktetabelle ist einholbar. Die Top-Teams können nur an die Spitze zurückkehren, wenn KERS der entscheidende Faktor wird. Das muss aber schnell passieren, sonst ist es für den Titel zu spät. Würde KERS den Unterschied ausmachen hätten Red Bull und Brawn GP ein Problem, weil sie bei der Entwicklung weit hinterherhinken."

Das passierte im Vorjahr:

Das Rennen in Barcelona markiert für Kimi Räikkönen ein unangenehmes Jubiläum: Vor genau einem Jahr konnte der Finne hier sein letztes Rennen gewinnen. In der Zwischenzeit räumten andere Piloten die Pokale ab. Der GP Spanien 2008 wurde vor allem vom schweren Unfall Heikki Kovalainens geprägt. Beim McLaren war die Felge ausgerechnet in einer schnellen Rechtskurve gebrochen. Der Finne schlug hart in den Reifenstapel ein. Durch die lange Safety-Car-Phase wurde das Feld wieder zusammengeführt. Die Ferrari-Dominanz spiegelte sich deshalb nicht in den engen Zeitenabständen im Ziel wider.



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