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Formel 1-Vorschau Grand Prix Türkei 2009

Kann Vettel noch im Titelkampf mitmischen?

Formel 1, Grand Prix Tuerkei 2008, Istanbul Speed Park, 11.05.2008 Foto: Wolfgang Wilhelm 44 Bilder

Die Trendwende im Titelkampf muss Sebastian Vettel gegen Jenson Button beim Großen Preis der Türkei in Istanbul gelingen, will er sein Fünkchen WM-Hoffnung am Glimmen halten. Wir schauen auf die Chancen.

03.06.2009 Powered by

Auf 28 Punkte ist der Vorsprung von Jenson Button gegenüber Sebastian Vettel mittlerweile angewachsen. Selbst wenn der Engländer in jedem Rennen auf Rang zwei hinter dem Red Bull über die Ziellinie fahren würde, könnte er sich am Ende der Saison die Weltmeisterkrone aufsetzen. Einzig Teamkollege Rubens Barrichello hält sich mit 16 Punkten Rückstand noch einigermaßen in Reichweite.

Nach drei Siegen in Folge muss für die Konkurrenz nun schnell eine Trendwende her, damit die zweite Hälfte der Saison nicht zum Selbstläufer wird. Aber nicht nur Button hat nach drei Saisonsiegen in Folge in Istanbul eine Serie zu verteidigen. Auch Ferrari-Pilot Felipe Massa wird motiviert an den Start gehen: Immerhin hat der Brasilianer am Bosporus in den vergangenen drei Jahren triumphieren können. Nur bei der Premierenveranstaltung trug sich mit Kimi Räikkönen ein anderer Pilot in die Siegerliste ein.

Die Strecke:

Der Große Preis von Istanbul wird seit 2005 auf dem 5,338 Kilometer langen Istanbul Park Circuit im asiatischen Teil der Bosporus-Metropole ausgetragen. Eine der vielen Besonderheiten des Retortenkurses ist die Fahrtrichtung: Istanbul ist eine von nur drei Strecken, auf denen es gegen den Uhrzeigersinn geht. Für die Piloten bedeutet das eine ungewohnte Belastung. Die vielen Rechtskurven verlangen von den Piloten eine besondere Vorbereitung: "Man muss sicherstellen, dass die linke Seite des Nackens ein bisschen besser trainiert ist als gewöhnlich", erklärt Weltmeister Lewis Hamilton.

Die zweite Besonderheit des vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke entworfenen Kurses ist Kurve acht. Quasi als Kontrastprogramm zum eher langsamen Klassiker in Monaco geht es hier mit Geschwindigkeiten von 240 km/h durch eine langgezogene Linkskehre, die gleich vier Scheitelpunkte besitzt. Wer die Linie nicht trifft, landet hier schnell auf der großzügig betonierten Auslauffläche. "Die hohen Fliehkräfte wirken für rund sieben Sekunden mit 5g, was für den Nacken eine hohe Belastung bedeutet", erklärt Jenson Button.

Die Abstimmung:

Mit 64 Prozent ist der Vollgas-Anteil im Istanbul Park relativ hoch. Trotz Top-Speeds von 320 km/h können die Piloten ihre Flügel allerdings nicht ganz flach stellen. In den schnellen Kurven muss ausreichend Abtrieb und Grip vorhanden sein, um am Ende eine gute Rundenzeit zu erzielen. Neben dem Abtriebslevel sind auch Bremsenverschleiß und Grip-Niveau eher durchschnittlich. Relativ hoch ist dagegen die Reifenbelastung. Die schnellen Kurven könnten vor allem der weicheren Mischung Probleme bereiten. Allerdings hat Ausrüster Bridgestone vorgesorgt und stellt mit "soft" und "hard" die härtere Mischungskombination zur Verfügung.

Die Favoriten:

Während der Favoritenkreis in Monte Carlo noch etwas größer war, erwarten Experten in Istanbul wieder die üblichen Verdächtigen an der Spitze. Aerodynamische Effizienz und eine gute Balance sind in der Türkei die Schlüssel zu einem gutes Ergebnis. Besonders stark zeigten sich der Brawn und der Red Bull in diesen Disziplinen. Interessant wird zu sehen, ob der in Monaco vorgestellte Doppeldiffusor am Vettel-Auto endlich sein Potenzial zeigen kann und Red Bull die Vormachtstellung der weißen Boliden beenden kann. Aber auch Ferrari zeigte sich stark verbessert und drängt Richtung Spitze. Außenseiterchancen besitzt das Rosberg-Team Williams. Auch aus der Wundertüte Toyota könnte nach der Monaco-Blamage wieder etwas Positives kommen.

Neuentwicklungen:

Wichtigste Neuerung im Feld ist sicherlich die Doppeldiffusor-Premiere bei BMW-Sauber. In Istanbul ist somit nur noch Toro Rosso ohne den Abtriebsspender im Unterboden unterwegs. Nach den enttäuschenden Ergebnissen ist das zweite große Aero-Paket quasi die letzte Chance der Bayern. Allerdings schläft auch die Konkurrenz nicht: Spitzenreiter Brawn GP und Renault präsentieren jeweils neue Frontflügel, Ferraris großes Aeropaket beinhaltet bereits eine weiterentwickelte Version des Doppeldiffusors.

Expertenprognose: Norbert Haug (Mercedes Benz-Sportchef)

"Ich kann nur schwer vorhersagen, wie es für uns in der Türkei laufen wird. Auch wenn unsere Piloten in Monaco mit die besten Zeiten im Feld gefahren sind, sehe ich uns in der nächsten Zeit nicht als Sieganwärter. Da sich Istanbul stark von Monaco unterscheidet, sollte man eher das Rennen von Barcelona als Maßstab nehmen. Die Streckenführung ist sehr anspruchsvoll, es gibt sowohl die längste und mit schnellste Kurve im Grand Prix-Kalender als auch sehr langsame und enge Passagen, die viel Traktion erfordern. Unser KERS-System sollte uns helfen, unsere Rundenzeiten zu verbessern. Nichtsdestotrotz wird dieser Grand Prix eine herausfordernde Prüfung für uns werden." 

Das passierte im Vorjahr:

In einem spektakulären Rennen konnte Felipe Massa im Vorjahr den Istanbul-Hattrick perfekt machen. Schon in der ersten Runde musste das Rennen wegen eines heftigen Crashs zwischen Giancarlo Fisichella und Kazuki Nakajima neutralisiert werden. Lewis Hamilton sorgte anschließend mit einer riskanten Dreistopp-Strategie und beherzten Überholmanövern für ein kurzweiliges Rennen. Am Ende belegte der Weltmeister Rang zwei und verwies damit den zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen auf den untersten Platz des Treppchens.


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