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World Mobility Forum 2007

Paefgen: “120 Gramm CO2 sind undenkbar“

Foto: Beate Jeske

Die Autohersteller in Deutschland sehen keine Chance, die geplante Einführung einer CO2-Obergrenze von 120 Gramm pro Kilometer einzuhalten. Franz-Josef Paefgen, Generalbevollmächtiger der Volkswagen AG für Konzernforschung, sagte auf dem World Mobilitiy Forum der Motor Presse in Stuttgart, angesichts der steigenden Sicherheitsanforderungen und des Trends zu schwereren Fahrzeugen sei dieser Grenzwert nicht machbar.

24.07.2000

“120 Gramm pro Kilometer, egal ob pro Fahrzeug oder als Flottendurchschnitt, sind in Deutschland undenkbar.“ Paefgen hält diese Grenze auch für volkswirtschaftlich sinnlos. “Um diese Grenze einzuhalten, müssen wir pro Tonne eingespartes CO2 480 Euro ausgeben. Dieselbe Menge CO2 lässt sich durch Wärmedämmung bei Häusern für nur zwei Prozent dieser Kosten einsparen.“
Im Streit um die Obergrenzen könnte noch in dieser Woche eine Entscheidung in Brüssel fallen. Alexandra Langenheld, Nationale Expertin für erneuerbare Energien bei der EU in Brüssel, sagte auf dem Forum, die EU-Kommission diskutiere derzeit die Möglichkeit, die freiwillige Selbstverpflichtung in eine gesetzliche Regelung zu überführen. Eine Entscheidung könnte noch in dieser Woche fallen. Zugleich habe die Kommission in der vergangenen Woche zur Verringerung des CO2-Ausstoßes den Vorschlag gemacht, den Anteil von Biokraftstoff am gesamten Kraftstoffverbrauch in den 26 Mitgliedsländern bis 2020 auf 10 Prozent zu steigern. Dieser Anteil solle obligatorisch werden in allen Ländern. Ob diese Regelung eingeführt wird, berate der Rat auf dem EU-Gipfel im Frühjahr 2008.

VW-Manager Paefgen warnte auf dem Forum davor, zu große Hoffnung in die Brennstoffzelle zu setzen. “Die gesamte CO2-Bilanz von Wasserstoff sieht ziemlich traurig aus, wenn man auch die Herstellung berücksichtigt – es sei denn, man stellt Wasserstoff aus Atomstrom her.“ Kazutoshi Nishizawa, Vice President für Forschung und Entwicklung in Europe, kündigte an, Honda werde möglicherweise im Jahr 2020 ein serienreifes Fahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen.

Einen breiten Markterfolg alternativer Kraftstoffe hält Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft, nur bei einer anfänglichen Subvention für möglich. “Wir brauchen gewisse Subventionen, weil sich die Knappheit fossiler Kraftstoffe in der Zukunft heute nicht im Preis nieder schlägt“, so Diez. “Sonst haben alternative Kraftstoffe gegen Benzin und Diesel keine Chance.“ Einig waren sich die Experten auf dem World Mobility Forum, dass nur Biokraftstoffe der zweiten Generation eine Zukunft haben, die nicht die Früchte von Pflanzen verwerten, sondern aus fester Biomasse wie Brennholz, Stroh, Bioabfall, Tiermehl oder Schilf sowie Pflanzenabfällen hergestellt werden.

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