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World Mobility Forum 2008

"Vorsprung der Japaner holen wir in zehn Jahren auf"

Foto: Nissan

VW-Konzern-Chef Martin Winterkorn glaubt, dass die deutschen Autohersteller und Zulieferer rund zehn Jahre brauchen werden, bis sie den Vorsprung der japanischen Hersteller in der Batterietechnik aufgeholt haben. Auf dem World Mobility Forum in Stuttgart sagte Winterkorn: „Das ist ein Punkt, der mich sehr ärgert: Deutschland war einmal führend in der Batterietechnik.“

24.08.2000

Diesen Vorsprung habe man ohne Not aufgegeben und hinke nun bei der Lithium-Ionen-Batterie deutlich hinterher. „Wir werden den Vorsprung in den nächsten zehn Jahren aufholen. Aber so lange wird es dauern.“ Auf die Frage, ob VW die Entwicklung durch Übernahme eines Batterieherstellers beschleunigen werden, sagte Winterkorn: „Wir wollen keinen Hersteller übernehmen. Aber wir wollen die Batterietechnik verstehen, die wir in unsere Autos einbauen.“ Der Elektroantrieb hat laut Winterkorn „eindeutig Priorität vor der Brennstoffzelle“. Batterien seien ideal, um etwa nachts erzeugten und kaum genutzten Strom für Mobilität zu nutzen. Beim Wasserstoff gebe es dagegen noch zu viele Fragen zu Herstellung und Vertrieb des Wasserstoffs.

Erneut übte Winterkorn deutliche Kritik an den EU-Plänen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes und forderte ähnlich wie in Japan eine Übergangsfrist. „Japan hat eine Einführungsphase bis 2015. Damit kann ich leben.“ Die kurzfristige Einführung in der EU 2012 sei dagegen nicht zu schaffen und führe beim VW-Konzern zu Strafzahlungen von rund vier Milliarden Euro. Als kritikwürdig bezeichnete dagegen Winfried Hermann, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis’90/Die Grünen, die Aussage Winterkorns. „Sie gehen einfach davon aus, dass sie die Grenzwerte permanent überschreiten. Aber sie müssen alles dafür tun, diese Grenzwerte einzuhalten. Es geht nicht zu sagen: Wir bauen halt große Autos. Wer große Autos baut, muss auch viel sparen.“

Hermann forderte die Hersteller auch aus ökonomischen Gründen auf, die Autos sparsamer und damit umweltfreundlicher zu machen. Premiumfahrzeuge mit einem weiterhin hohen Benzinverbrauch werden sich nach Einschätzung Hermanns künftig weltweit nur noch schlecht verkaufen lassen. Winterkorn hält allerdings auch die Autokäufer für mitverantwortlich dafür, dass spritsparende Autos wie die Drei-Liter-Fahrzeuge VW Lupo 3L und der Audi A2 von Audi kein Markterfolg wurden. „Vielleicht waren wir mit diesen Modellen zu früh auf dem Markt“, so Winterkorn. „Heute würden beide Modelle sicher besser laufen.“ Schon jetzt sei festzustellen, dass es eine Renaissance der kleineren und verbrauchsärmeren Motoren gibt. Winterkorn: „Von 2008 bis 2009 wird sich bei uns der Anteil der kleineren Motoren fast verdoppeln.“

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