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World Mobility Forum 2009

Mariscal: „Menschen hungern, damit andere fahren können“

World Mobility Forum 2009 Foto: Reinhard Schmid

Die Bundesregierung muss einheitliche und langfristige Rahmenbedingungen schaffen, um die Entwicklung der erneuerbaren Energien zu sichern. Pleiten mittelständischer Biodiesel-Produzenten nach Änderung der Rahmenbedingungen dürften nicht noch einmal vorkommen. Diese Forderung stellten Teilnehmer des World Mobility Forums in Stuttgart auf. „Wir brauchen Regulierungen für Biokraftstoffe“, forderte die mexikanische Expertin für Ernährung und Biotechnologie, Prof. Maria Amanda Galvez Mariscal von der Universität in Mexiko City.

26.09.2000

Dabei sei es vorrangig, die Konkurrenz zwischen Biotreibstoffen und Nahrungsmittelerzeugung zu vermeiden. „Das klingt schrecklich, aber es kann sein, dass die einen hungern, damit die anderen fahren können“, so Mariscal. Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, fürchtet eben-falls eine wachsende Konkurrenz, auch wenn die von Industrie und Biodiesel-Erzeugern bestritten werde. „Man muss sich im Klaren sein, dass man den Menschen das Essen vom Teller tankt.“ Solange die Ernte auf fruchtbaren Böden mehr Ertrag erzielt, wenn die Pflanzen zu Treibstoff verarbeitet werden, werde das auch geschehen. Palmer: „Die Kaufkraft eines amerikanischen Autos ist eben zehnmal so hoch wie die eines mexikanischen Kindes.“

Zumindest für Europa sieht Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzen-der des Initiativkreises Erdgas als Kraftstoff, keine Flächenkonkur-renz. „Hier legen wir sogar landwirtschaftliche Flächen still.“ Holtmeier sieht dagegen Gas in der Zukunft als einen wichtigen Energieträger für die automobile Mobilität. „Bei einer Beimischung von 20 Prozent Bio-Erdgas haben wir eine Reduktion von CO2 um 38 Prozent, ohne Feinstaub und Ruß.“ Allerdings verlange die Investition in Gas-Tankstellen eine Unterstützung durch den Staat durch verlässliche Rahmenbedingungen. „Der Staat tut sich schwer mit der Regulierung. Viele Mittelständler, die Biodiesel produziert haben, sind schon wie-der pleite gegangen. Wir brauchen langfristige Rahmenbedingungen und Leitplanken, auf die man sich verlassen kann.“

Auch Matthias Rudloff, Manager des Biotreibstoff-Produzenten Cho-ren, fordert bessere Rahmenbedingungen: „Wenn man neue Techni-ken will, braucht man langfristige Regelungen. Die Steuerbefreiung für Biokraftstoffe bis 2015 ist zu kurz.“ Die Forderung der Gaserzeuger, Gas und Biogas stärker als Treibstoff für Autos zu nutzen, stieß zumindest bei den Grünen auf wenig Gegenliebe. „Das ist wieder der Versuch, einfach die Tankfüllung auszutauschen. Am Auspuff hat man durch Gas zwar weniger Ausstoß, aber erheblich mehr Verluste zum Beispiel bei der Produktion.“ Und Methan aus der Biogas-Produktion sei ein noch viel schädlicher Klimakiller als CO2.

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