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Fremdentwicklungen von Porsche

Dienstleister für Motoren- und Fahrzeugbau

Porsche Fremdentwicklungen Foto: Hersteller 36 Bilder

Porsche baut nicht nur erfolgreich Sportwagen, die Zuffenhausener haben sich über die Jahrzehnte hinweg mit Fremdentwicklungen auch den Ruf eines vielseitigsten Ingenieurdienstleisters erworben.

25.08.2009 Uli Baumann Powered by

Das Porsche-Entwicklungsspektrum umfasste nahezu alle Bereiche der Motorisierung im zivilen und militärischen Bereich. Umfangreiche Aufträge der Deutschen Bundeswehr wurden ebenso durchgeführt wie automobile Zukunftsstudien des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. Ebenso wurden zahlreiche andere Automobilhersteller mit Entwicklungsdienstleistungen unterstützt.

Vom Harley-Motor bis Opel Zafira

So unterstützte man Opel bei der Entwicklung des Zafira, baute für Harley-Davidson einen modernen V2-Motor, entwarf das Design für Linde-Gabelstapler, konzipierte einen Kleinwagen für den chinesischen Markt, entwickelte einen Vierzylinder für Seat, brachte dem Lada Samara das Laufen bei, fertigte einen erfolgreichen Formel 1-Motor, brachte für Audi den RS2 an den Start und fertigte für Mercedes den 500 E. Aber auch die Erprobung der Sturmfestigkeit von Zelten und die Verfeinerung des Airbus-Cockpitdesigns stehen auf der Liste der Porsche-Entwicklungsabteilung.

Dieses Porsche-Geschäftsfeld, das heute unter dem Dach der Porsche Engineering Group im Entwicklungszentrum in Weissach betrieben wird, geht auf die älteste Vorgängergesellschaft der heutigen Porsche AG zurück. Ferdinand Porsche hatte am 25. April 1931 in Stuttgart ein Konstruktionsbüro mit dem Namen „Dr. Ing. h.c. F. Porsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Konstruktion und Beratung für Motoren- und Fahrzeugbau“ gegründet und ins Handelsregister eintragen lassen.

30 Jahre Entwicklungserfahrung

Doch schon in den 30 Jahren davor konnte Ferdinand Porsche mit seinen Entwicklungen überzeugen. Ob Lohner Porsche Mixte als Vorläufer aller modernen Hybridmodelle, Allradantrieb und die Vierradbremse – Porsche zeigte sich innovativ. Später entwickelte Ferdinand Porsche als Technischer Direktor bei Daimler unter anderem den ersten Mercedes-Benz mit Achtzylindermotor und die kompressoraufgeladenen Sport- und Rennwagen mit den Namenskürzeln „S“ (Sport), „SS“ (Super Sport) und „SSK“„ (Super Sport Kurz). Im Januar 1929 verließ er die Daimler-Benz AG. Nach einem kurzen Intermezzo bei den österreichischen Steyr-Werken kehrte er zum Jahresende 1930 nach Stuttgart zurück und gründete in der Kronenstraße 24 ein eigenes Konstruktionsbüro.

Der Auto Union-Rennwagen und der VW Käfer entstehen

Bereits im ersten Jahr entwickelte Porsche für den Automobilhersteller Wanderer eine Sechszylinder-Mittelklasselimousine sowie einen neuen Reihen-Achtzylindermotor. Es folgten eine Schwingachse für die Horch-Werke Zwickau und ein im Auftrag der Zittauer Phänomen-Werke konstruierter luftgekühlter Fünfzylinder-Sternmotor, der für den Antrieb von Lastwagen vorgesehen war. Daneben entwickelte Porsche für Zündapp einen Kleinwagen und meldete 1931 das Patent zur Drehstabfederung an.

Im Frühjahr 1933 erhielt Ferdinand Porsche von der Auto Union den Auftrag, nach den Regeln der neuen 750-kg-Rennformel einen 16-Zylinder-Rennwagen zu entwickeln. Mit Fahrern wie Bernd Rosemeyer, Hans Stuck oder Tazio Nuvolari wurde der zwischen 1934 und 1939 stetig weiterentwickelte Auto Union-Rennwagen zu einem der erfolgreichsten Rennfahrzeuge der Vorkriegszeit.

Nebenbei entwickelte Porsche für NSU einen Kleinwagen mit einem im Fahrzeugheck liegenden, luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotoren und Drehstabfederung – den Typ 32. 1934 bewarb sich Porsche um den Bau eines „Deutschen Volkswagens“.

Für die Daimler-Benz AG wurde neben der Entwicklung technischer Motorkomponenten für die Mercedes-Silberpfeile in den Jahren 1937 bis 1939 der Typ 80 genannte Hochgeschwindigkeits-Rekordwagen konstruiert. Der im Auftrag der Deutschen Arbeitsfront (DAF) entwickelte landwirtschaftliche Klein-Schlepper Typ 110 mit luftgekühltem Zweizylindermotor wurde zur Grundlage des späteren Volkstraktors und die nach dem Zweiten Weltkrieg produzierten Porsche Diesel-Schlepper.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entstanden auf Basis des Volkswagens weitere Fahrzeugtypen, die zur militärischen Nutzung vorgesehen waren. Zudem entwickelte Porsche verschiedene Panzerfahrzeuge.

Im Juli 1947 begannen in Eigenregie die Konstruktionsarbeiten am Typ 356 „VW-Sportwagen“. Am 8. Juni 1948 war der Prototyp des Porsche 356 mit der Fahrgestellnummer 356-001 fahrbereit. Dies war die Geburtsstunde der Sportwagenmarke Porsche. Die Produktion der heckgetriebenen Coupé- und Cabriolet-Versionen des 356 lief noch in der zweiten Jahreshälfte 1948 an. Nach der Rückkehr nach Stuttgart im Jahr 1950 begann die serienmäßige Produktion dieses Sportwagens.

VW ist wichtigster Entwicklungskunde

Trotz dieses erfolgreichen Starts als Fahrzeughersteller blieben Aufträge aus dem Bereich der Kundenentwicklung weiterhin fester Bestandteil des Leistungsumfangs des Unternehmens. Wichtigster Auftraggeber war bis in die 70er Jahre die Volkswagen AG, mit der seit 1948 ein umfangreicher Kooperationsvertrag bestand. Zahlreiche Detailverbesserungen wurden für den VW Käfer erarbeitet, der in Wolfsburg gegen eine an Porsche gezahlte Lizenzgebühr von 5 DM pro Fahrzeug produziert wurde. 1969 folgte der VW Porsche 914 und als Folgeprojekt im Jahr 1976 der von VW abgelehnte Entwicklungsauftrag EA 425, der dann als Porsche 924 in Serie ging.

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