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Front gegen grüne Modelle

Die amerikanischen Autobauer formieren sich im Kampf gegen die US-Regierung, die durch ein neues Gesetz umweltfreundliche Modelle fördern will.

27.02.2002

Die amerikanischen Autobauer formieren sich im Kampf gegen die US-Regierung, die durch ein neues Gesetz umweltfreundliche Modelle fördern will. Wie die Tageszeitung "Detroit News" berichtet, arbeiten General Motors und Daimler-Chrysler mittlerweile zusammen, um die geplante Anordnung zu verhindern. Dabei setzen beide Hersteller auch auf die Angst der Mitarbeiter vor Stellenkürzungen, die im Falle verschärfter Abgasvorschriften angeblich drohen.

Daimler-Chrysler-Arbeiter bangen um ihre Jobs

So unterschrieben bereits mehr als 1.000 Daimler-Chrysler-Beschäftigte eine unter dem Titel "Save our Jobs" an Kongress-Abgeordnete gerichtete Petition. Darin heißt es unter anderem, dass mehr als 30.000 Arbeitsplätze des Bundesstaates Delaware von der Autoindustrie abhingen. Jim Wolfe, Manager im Werk von Newark, wo unter anderem Mini-Vans, SUV und Pick Ups gefertigt werden, erklärte, die Autoindustrie habe "innerhalb der letzten 25 Jahre den Energieverbrauch ihrer Fahrzeuge jährlich gesenkt" - Bemühungen, die Ressourcen zu schonen, würden von den Mitarbeitern zwar befürwortet, "aber radikale Pläne, die zu Arbeitsplatzabbau führen, können nicht akzeptiert werden".

Gewerkschaftler bei GM stießen vor der noch in dieser Woche geplanten Senatsanhörung ins gleiche Horn. In Washington werde die Bühne für den Verlust von Arbeitsplätzen vorbereitet, erklärte Richard Shoemaker bei einer Demonstration vor mehreren tausend Pontiac-Arbeitern. Präsident George W. Bush knickte unterdessen wenigstens teilweise vor den organisierten Protesten ein: Er bat den US-Senat um auf fünf Jahre angelegte Steuererleichterungen in Höhe von drei Milliarden Dollar für Käufer energiersparender Pkw und Lkw.

Umweltschützer sehen dagegen die geplante Gesetzesänderung als Chance für die US-Autoindustrie. Renommierte Gruppen wie die "Concerned Scientists" prognostizieren sogar vermehrte Neu-Einstellungen, wenn sich der neue Standard durchsetzt. Denn dadurch erlangten die Kfz-Bauer made in USA gegenüber der Konkurrenz aus Übersee einen "gewaltigen Wettbewerbsvorteil". Unterstützt werden diese Experten von US-Meinungsumfragen: 61 Prozent der Interviewten befürworteten laut einer kürzlichen Erhebung des auf Energiefragen spezialisierten "Heritage Foundation and the Competitive Enterprise Institute" verschärfte staatliche Energie-Vorschriften.

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