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Frontantriebs-Offensive

BMW und Mini mit neuen Modellen

BMW Z2 Roadster Foto: Schulte 31 Bilder

BMW plant eine radikale Veränderung der Modellpolitik: Bis 2020 soll mehr als ein Drittel der verkauften Autos Frontantrieb haben. Dafür baut der 1er künftig auf dem Mini auf und wird in neuen Varianten bis zum Sportwagen gefertigt.

17.06.2011 Birgit Priemer

Die Revolution kommt auf leisen Pfoten daher: Der Mini verfügt innerhalb der BMW Group traditionsgemäß über Frontantrieb. Dass auch der 1er künftig seine Kraft auf die Vorderräder übertragen wird, ist mittlerweile bekannt. Aber dass mehr als ein Drittel aller Modelle im BMW-Portfolio Fronttriebler werden sollen, klingt wie eine kleine Sensation: Bis 2020 will die Marke jährlich 2,6 Millionen Autos verkaufen, davon  1,09 Millionen mit Frontantrieb - das setzt einen kräftigen Zuwachs an entsprechenden Modellen voraus, denn anders ist dieses ambitionierte Ziel nicht zu schaffen.

Stolze Hecktriebler-Tradition - und nun?

Dabei war die Marke über Jahrzehnte so stolz auf ihre heckgetriebenen Modelle und stellte mit dem 3er das agilste Auto seines Segments. Und nun? Nun wird alles anders - zumindest in der Klasse darunter.

Denn was für den 3er gut ist, hat dem 1er auf gleicher Basis in mancher Hinsicht geschadet: Das Raumangebot im Fond ist im Vergleich zur Konkurrenz sehr knapp, die Fertigungskosten sind dagegen zu hoch - deshalb teilt der 1er künftig die Plattform mit dem Mini. Mit diesem Schachzug schlägt BMW-Chef Norbert Reithofer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Bislang ist auch die Mini-Produktion zu teuer. Durch die neue 1er-Familie auf gleicher Basis entstehen aber Synergie-Effekte, welche die Stückzahlkosten deutlich reduzieren.

Neuer Mini kommt 2013

Intern trägt die Plattform unterhalb des 3ers den Code UKL, und darauf sollen künftig auch Modelle aufbauen, "die wir noch nicht im Portfolio haben", so Entwicklungschef Klaus Draeger. "Insgesamt denken wir über sechs bis neun Fahrzeuge nach, die auf der UKL-Architektur basieren – und zwar für beide Marken." 2013 geht es zunächst mit der Neuauflage des Mini los, der in verschiedenen Längen zwischen 3,80 und 4,30 Metern zu haben sein wird. Auf der kürzeren Basis bauen Zweitürer, Cabrio, Coupé und der Roadster auf, darüber rangieren Countryman und Clubman sowie ein neuer Van.

Der wiederum ist genetisch eng mit dem 1er-Van verwoben, den BMW ab 2014 als Konkurrent zur Mercedes B-Klasse platzieren will. Denn wenn der Marke etwas fehlt, dann ein Modell mit erhöhter Sitzposition. Fünf Plätze, Start-Stopp-Automatik und Motoren hin bis zu einem Zweiliter-Turbo mit 245 PS machen aus dem Raumkonzept sogar einen kleinen Sportvan, der die Markenwerte von BMW selbst mit Frontantrieb würdig vertreten soll.

Ab 2015 kommt der BMW Z2 als MX-5-Konkurrent

Das wird dem nächsten Modell sicher leichter gelingen - einem kleinen Roadster auf gleicher Basis, der also auch seine Kraft auf die Vorderräder überträgt und ohne Reihensechszylinder auskommen muss. Der Mazda MX-5-Konkurrent trägt die Bezeichnung Z2 (ab 2015) und überzeugt mit einem scharf geschnittenen und gleichzeitig puristischen Design. Das Fahrwerk verfügt mit Dreiecksquerlenkern vorne und Mehrlenkerachse hinten über die gleichen Elemente wie der Mini, und auch hier sorgt ein Zweiliter-Turbo mit 245 PS dafür, dass es pfeilschnell vorangeht.

Ergänzt wird das Portfolio durch diverse Assistenzsysteme wie Verkehrsschilderkennung, Spurhalteassistent, adaptive Lichtsysteme und – ganz wichtig, um die avisierte junge Kundschaft zu erreichen - Connected Drive mit Facebook-Anbindung. Voller Internetzugang inklusive der Integration sozialer Netze ist aus dem Auto der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Wohin die Reise geht, hat BMW bereits mit der Genf-Studie Connected Drive dargestellt, an der sich der Z2 stilistisch orientiert. Auch das Head-up-Display mit dreidimensionaler Darstellung dürfte bis zum Verkaufsstart serienreif sein. 

Wo werden die BMW-Modell gebaut?

Stellt sich die Frage, wo die neuen Modelle gebaut werden - im Mini-Werk Oxford oder im BMW-Werk Leipzig. Diese Entscheidung hat der Vorstand noch nicht getroffen, aber vieles spricht dafür, dass künftig sowohl der Mini als auch die frontgetriebene 1er-Familie in Leipzig gefertigt werden. Der englische Standort soll aber trotz seiner Kostennachteile nicht geschlossen werden: Dagegen sprechen allein politische Erwägungen.

Ganz unpolitisch wird BMW zunächst einmal die nächste 1er-Generation mit Heckantrieb auf der IAA in Frankfurt präsentieren und am 15. September den Verkauf starten. Die Neuauflage legt in der Länge um 8,4 Zentimeter auf 4,32 Meter zu, davon entfallen rund zwei Zentimeter auf den Fond. Wer hinten Platz nehmen muss, kann sich also etwas bequemer rekeln als bislang. Selbst das Kofferraumvolumen erhöht sich um zehn Prozent auf 360 Liter - BMW hat also schon jetzt einiges getan, um die Kritik am Package des 1er zu schmälern. Die breite Spur (vorne plus 5,1, hinten plus 7,2 Zentimeter) lässt den Kompaktwagen nicht nur satter auf der Straße stehen, sie sorgt auch für ein verbessertes Handling. Wer es besonders agil mag, ordert aus der langen Aufpreisliste noch adaptive Dämpfer und Sportlenkung dazu.

Zum Verkaufsstart gibt es die Benziner-Versionen 316i (136 PS) und 318i (170 PS), die Diesel werden als 116d (116 PS), 118d (143 PS) und 120d (184 PS) angeboten. Alle Triebwerke lassen sich mit der Achtgangautomatik kombinieren, serienmäßig werden sie mit Sechsgangschaltung und Start-Stopp-Automatik ausgerüstet.

Neu ist die Eco Pro-Taste, die zugunsten eines niedrigeren Verbrauchs auf Knopfdruck die Fahrpedal-Kennlinie verändert und zusätzlich die Leistung von Verbrauchern wie der Heizung reduziert. Vor den Augen des Fahrers taucht dann eine blau eingefärbte Bonusanzeige auf, die darstellt, wie stark der Benzinkonsum zurückgeht. Wer möchte, kann sich noch Tipps fürs sparsame Fahren einblenden lassen.

BMW 1er auch als Zweitürer, GT und Coupé - Cabrio ist noch fraglich

Dem viertürigen 1er folgen der Zweitürer, ein Raumkonzept als GT und ein Coupé. Das Cabrio wird möglicherweise nicht erneuert, sondern gleich auf Frontantrieb umgestellt – wie übrigens wohl auch die nächste Generation des X1. In diesem Sinne geht es bei BMW künftig richtig voran.

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