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Fulda-Challenge 2013, Tag 1

Der Schneemann auf dem Drahtseil

Fulda Challenge 2013, Tag 1 Foto: Markus Stier 15 Bilder

Schon zum 13. Mal treffen sich im tiefsten Winter ein paar Verrückte im nördlichsten Kanada, um sich bei der Fulda Challenge in extremer sportlicher Ertüchtigung zu üben. Nur einer will nicht richtig mitspielen: Väterchen Frost.

11.01.2013

Mike Dixon ist das jetzt echt peinlich: "Ich entschuldige mich für das warme Wetter", sagt der Tourismus-Minister des Yukon-Territoriums zum Empfang. Tatsächlich zeigt das Thermometer laue 17 Grad minus. "Echt kuschlig", meint auch Constable JM Sauvé. "Letzte Woche hatten wir noch minus 45", behauptet der Polizeichef von Whitehorse.
 
Die Hauptstadt des Yukon-Territoriums bereitet den Teilnehmern einen warmen Empfang. Bester Laune sind 14 Athleten ins ferne Kanada gereist, um sich bei Kletterübungen, Autoslalom, oder einem Langlauf am Polarkreis zu messen. Tausende haben sich zum arktischen Zehnkampf beworben, etwa 80 Teilnehmer absolvierten eine Vorausscheidung von der mancher hinter vorgehaltener Hand behauptet, sie habe gegen die Genfer Konvention verstoßen.

Auch Promi-Teams am Start

Nicht alle mussten sich qualifizieren. So schickte RTL Moderator Wolfram Kons, um gegen ein Team von Sat1 mit Stimmungsrakete Matthias Killing vom Frühstücksfernsehen und Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss. Und da wäre auch noch das Team Playboy mit Playmate Franzy Balfanz und dem früheren Ruderweltmeister Felix Otto.
 
Um 1.500 kanadische Dollar Preisgeld und einen Goldnugget kämpft jeweils ein gemischtes Team aus Österreich, der Schweiz Deutschland und erstmals auch Frankreich. Das deutsche Duo wird vertreten von Christian Schmid und Claudia Beitsch, die vor zwei Wintern erst mit Markus Lanz am Südpol war.
 
Schon bei der ersten sportlichen Übung zeigen die Teutonen, wo der Yeti den Zapfen hat. Beitsch turnt in beindruckender Zeit durch einen vereisten Klettergarten inmitten eines tief verschneiten Waldes am Mount Sima. Einen Affenzahn legt auch Schmid an den Tag, allerdings wird er auf halber Strecke aufgehalten, weil RTL-Mann Kons wie ein schmelzender Schneemann kraftlos in einem Netz festhängt. Der TV-Profi aber Extremsport-Amateur schafft den Parcours mit letzter Kraft. Der Zeitverlust ist aber nicht weiter tragisch, denn die Konkurrenz von Sat 1 hat bereits ein Null-Punkteresultat zu verkraften, weil Christine Theiss laut Streckenposten gleich zwei Mal beide Sicherheits-Karabiner aushängte. Die Kickbox-Queen gibt aber so leicht nicht auf, und legt Protest ein, dem auch stattgegeben wird.

Hütchenwedeln mit dem Subaru

Eher verhalten ging sie den anschließenden Slalom in einem Subaru Impreza auf dem zugefrorenen Swatka Lakean, wo Teamkollege Killing glänzte. "Ich bin früher Kart gefahren", verrät er sein Erfolgsgeheimnis. Da fühlt sich auch RTL im Element. "Das ist doch was für Papa", tönt Wolfram Kons. Und weil er seit der Kletterei nur noch Pudding in den Armen hat, plädiert er für den Rest des Wettbewerbs nur noch für  automobile Ertüchtigung: "Die Kraft muss aus der Maschine kommen, nicht aus dem Menschen." Weil eine umgehauene Pylone mit satten fünf Strafsekunden geahndet wurde, geht Kons wie die meisten Athleten das Thema eher verhalten an. Erst nach der Ziellinie packt manchen der Übermut. Bei einem Einschlag ins nächste geparkte Auto mit gezogener Handbremse wäre immerhin die Aufnahme des Unfalls ein leichtes. Es ist das Auto des Police-Constables.
 
Der will von Rennleiter Hans-Joachim Stuck wissen, wer denn nun der Schnellere sei: Stuck Senior oder Sohn Ferdinand. Letzterer hatte erst wenige Tage vorher einen neuen Slalom-Rekord fürs Guinnessbuch aufgestellt. Mit einer Zeit von 1:08 Minuten wäre der Senior klar der Tagesschnellste gewesen, hätte er nicht einen Pylonen abgeräumt. Sohnemann Ferdinand ist auch schnell, knallt aber ein Gummihütchen im Ziel weg. Doppelte Strafpunktzahl, konstatiert der Constable. Tageschnellster unter den echten Teilnehmern ist Andreas Leiter vom Team Österreich in fehlerfreien 1:16 Minuten.
 
Reichlich Strafzeit kassierten alle Teams lediglich außer Konkurrenz. Auf dem Weg ins abendliche Biwak am Sundog Retreat verpasste der Konvoi den Abzweig und fuhr über 20 Kilometer in die falsche Richtung. Die Teilnehmer werden die Nacht in Zelten verbringen, bei dem lauen Lüftchen draußen ja keine wirkliche Härte.

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