Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Gaisbergrennen

Starkregen am Gaisberg

Gaisbergrennen, Porsche 910, Mercedes SLS Foto: Hans-Dieter Seufert 4 Bilder

Die jüngste Ausgabe des traditionsreichen Bergrennens in Österreich zeigte vor allem eines: Echte Rennfahrer lassen sich auch von widrigsten Wetterverhältnissen nicht beeindrucken.

18.12.2013 Hans-Jörg Götzl Powered by

Der Meteorologe im Radio bewies zumindest grimmigen Humor: "Es gibt in Österreich exakt 200 Wetterstationen, und nur 14 verzeichnen derzeit keinen Regen", vermeldete der Wetterfrosch kurz vor dem Start zum Stadt-Grand Prix quer durch Salzburg, dem traditionellen Auftakt des Gaisbergrennens (29. Mai bis 1. Juni 2013). Die sonst so friedliche Salzach, entlang deren Ufern die durch zwei Brücken verbundene Rennstrecke führt, hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in ein schäumendes Chaos verwandelt.

Mit der Gelassenheit eines Mönchs

"A bisserl viel Regen ist‘s scho", grinste Hermann Schwarz, der das Gaisbergrennen zusammen mit seinen Freunden Thomas Matzelberger und Gert Pierer organisiert, und nahm es mit der fatalistischen Gelassenheit eines buddhistischen Mönchs: "Die Verwandtschaft und das Wetter kann man sich eben nicht aussuchen." Das sahen die rund 170 Teilnehmer mit ihren Klassikern bis Baujahr 1969 genauso, schützten ihre zum Teil offenen Cockpits eben mit Regenschirmen und arrangierten sich mit der allgegenwärtigen Feuchtigkeit.

Klaus Bischof, Manager Porsche Historic Motorsport, setzte auch unter diesen Bedingungen eindeutige Prioritäten: Während er auf den Start wartete, zog er seine Gore-Tex-Jacke aus und legte sie über die Lüftungsgitter des einzigen existierenden 356 B 2000 GS-GT, Spitzname Dreikantschaber, damit der mitunter sintflutartig prasselnde Regen nicht doch einen Weg in die offenen Ansaugstutzen des Carrera-Motors fand.

Schweres Wetter auch am Berg

Bei unverändert andauerndem Starkregen rief am nächsten Tag die 8,65 Kilometer lange Auffahrt zum Gaisberg, die Verhältnisse waren katastrophal: Das Wasser lief in Sturzbächen über die Straße, an einigen Stellen drohte Hangabrutsch, das Ziel verbarg sich in dichtem Nebel. Auch hier zeigten die Fahrer Courage und gaben gewohnt Gas, als gäbe es kein morgen - vielleicht, weil die drohenden Abgründe unter diesen Umständen nicht so deutlich zu sehen waren.

Auch die anschließende Gaisberg-Wertungsfahrt durch das Salzburger Land wurde von Dauerregen begleitet. Dafür hatte der Wettergott am dritten Tag bei den Läufen auf dem Salzburgring für kurze Zeit ein Einsehen und hielt sich zurück - um beim Finale am Berg umso heftiger nochmals loszulegen. Den ungerührtesten Blick auf die Stoppuhren hatten dabei insgesamt Georg Geyer und Rudolf Pichler im 1937er Lancia Aprilia vor Karsten und Monika Wohlenberg im Aston Martin DB Mk III und Hermann Wallner und Barbara Vogel im Porsche 356 B Cabriolet.

Das nächste Gaisbergrennen startet am 19. Juni 2014, Näheres unter www.src.co.at. Die Wetteraussichten sind derzeit gut.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige