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Galileo

Satellitennavigationssystem gestartet

Foto: Galileo

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo hat am Donnerstag (15.12.2016) nach langen Querelen seine ersten Dienste gestartet. Dies teilte das Bundesverkehrsministerium sowie die Brüsseler EU-Kommission mit.

15.12.2016 Holger Wittich

Galileo noch auf Sparflamme

Zu den ersten Diensten gehören eine mobile Positionsbestimmung, die frei verfügbar zum Beispiel mit einem Smartphone abrufbar sein soll; des Weiteren ein Such- und Rettungsdienst, der unter anderem von der Seenotrettung verwendet werden kann. Über ein verschlüsseltes Signal für die öffentlich-regulierten Dienste können zudem auch autorisierte Nutzer wie die Polizei oder die Feuerwehren Galileo nutzen.

Mit dem System Galileo will sich die EU unabhängiger von dem amerikanischen GPS-System machen. Allerdings läuft der Dienst derzeit noch auf Sparflamme. Lediglich zwei Smartphone-Modelle sind mit entsprechender Technik ausgerüstet, um die Galileo-Daten zu verarbeiten. Aktuell arbeiten nur 18 Satelliten im All, erst 2020 werden es 30 sein, bis dahin greift Galileo auf GPS zurück. Übrigens: Ab 2018 wird jedes neue Fahrzeugmodell in Europa mit Galileo ausgerüstet sein. Das kostenlose System soll die Navigation verbessern, besonders in Städten, und das Notruf-System „e-Call ermöglichen.

Deutschland zahlt 20 Prozent der 7 Mrd. Euro Kosten

Galileo wird u. a. vom Bodenkontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen gesteuert. Deutschland ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums auch der größte Geldgeber für das Projekt: Von den insgesamt mehr als 7 Milliarden Euro, die zwischen 2014 und 2020 in das europäische Satellitennavigationssystem investiert werden, übernimmt Deutschland rund 20 Prozent.

Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen und auch nur rund die Hälfte kosten. Wegen Streit unter den Partnerländern verzögerte sich das Projekt. Zuletzt machte Galileo Schlagzeilen, weil man 2014 zwei Satelliten in die falsche Umlaufbahn setzte.

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